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FC Pipinsried dreht auf: Viola doppelt, Heuer trifft - 3:1 gegen Mittelkalbach

An einem frischen Aprilabend in Pipinsried, Flutlicht an, Bratwurstduft in der Luft, die Oberliga D in bester Freitagabendlaune - und mittendrin ein FC Pipinsried, der mit zunehmender Spieldauer immer mehr Spaß am Fußball fand. 3167 Zuschauer sahen ein 3:1 (1:1) gegen den SV Mittelkalbach, das vor allem dank einer glänzenden zweiten Halbzeit verdient war.

Es begann munter: Mittelkalbach, mutig und offensiv eingestellt, prüfte schon in der zweiten Minute Keeper Hartmut Sonne, der eine frühe kalte Dusche verhinderte. "Ich hatte den Ball kurz im Flutlicht verloren, aber dann hat er mich zum Glück gefunden", grinste Sonne später. Pipinsried antwortete prompt - mit der Präzision eines Uhrwerks. In der 20. Minute passte Max Bachmann von rechts scharf in den Strafraum, Andrea Viola rauschte heran und drückte den Ball zum 1:0 über die Linie. Ein Tor, wie es in jedem Lehrbuch für "so will man’s sehen" stehen dürfte.

Doch wer dachte, Mittelkalbach würde sich in die Defensive flüchten, irrte gewaltig. Nur fünf Minuten später glich Arkadiusz Lato aus, nachdem Jannik Körner ihm den Ball punktgenau in den Lauf gespielt hatte. Lato, dieser bullige Mittelstürmer mit der Eleganz eines Betonmischers, schob überlegt ein - 1:1. "Wir waren da kurz zu offen wie ein Scheunentor", knurrte FC-Trainer (Name nicht überliefert, aber man hörte ihn deutlich) an der Seitenlinie. Bis zur Pause blieb es ausgeglichen: 55 Prozent Ballbesitz für Pipinsried, acht Torschüsse für Mittelkalbach, vierzehn für die Hausherren - ein statistisches Gleichgewicht mit leicht bayerischer Schlagseite.

Nach der Pause übernahm der FC endgültig die Kontrolle. Marko Heuer, schon in Halbzeit eins auffällig, krönte seine Leistung in der 59. Minute: Nach feinem Doppelpass mit Viola zimmerte er das Leder ins lange Eck - 2:1. "Wenn Andrea so auflegt, muss man einfach Danke sagen", lachte Heuer später in die Mikrofone. Viola revanchierte sich acht Minuten später auf fast identische Weise: Heuer legte quer, Viola vollendete trocken zum 3:1. Pipinsried spielte nun befreit auf, und Mittelkalbach merkte, dass Offensivgeist allein kein Punktgarant ist.

Trainer des SVM (ebenfalls namenlos, aber sichtlich genervt) gestikulierte wild an der Linie, während sein Team kämpfte, aber kaum noch Durchschlagskraft zeigte. Pascal Koch versuchte es in der 61. Minute aus der Distanz, doch Sonne war wieder zur Stelle. In der 72. Minute sah Timm Weller Gelb, nachdem er Jonas Decker etwas zu enthusiastisch am Trikot zog - "Ich dachte, der will’s tauschen", scherzte Decker später.

Die Schlussphase wurde dann eher kurios als gefährlich. Mittelkalbachs Rechtsverteidiger Bernt Jung verletzte sich in der 80. Minute unglücklich bei einem Zweikampf, musste raus und wurde von Elias Baer ersetzt. Der Youngster Curt Schramm (17) versuchte sich noch mit einem beherzten Schussversuch - immerhin: der Ball blieb im Stadion.

Auf der Tribüne wurde bereits gejubelt, als Schiedsrichter T. Langer nach 90 Minuten abpfiff. Viola, der Mann des Abends, wurde von seinen Mitspielern gefeiert. Zwei Tore, eine Vorlage - ein Spiel, das man sich im heimischen Vereinsheim wohl noch ein paar Mal erzählen wird. "Ich wollte einfach Spaß haben heute", sagte der Italiener mit breitem Grinsen, "und der Ball hat mich verstanden."

Statistisch gesehen war es eine runde Sache: 14 Torschüsse für Pipinsried, 8 für Mittelkalbach, 55 Prozent Ballbesitz, zwei Gelbe Karten, kein Platzverweis - und jede Menge Applaus für einen souveränen Auftritt.

Und so verließen die Fans das Stadion in bester Laune. Einer rief beim Hinausgehen: "So spielt man Freitagabend-Fußball!" - und man konnte es ihm nicht verdenken. Pipinsried zeigte Effizienz, Spielfreude und Humor.

Schlusswort gefällig? Nun, wenn Pipinsried so weiterspielt, braucht man bald eine größere Grillbude - denn die Zuschauerzahlen dürften steigen. Und Andrea Viola? Der hat sich wohl ein neues Lieblingsgerät in der Kabine verdient: den Doppelpack-Föhn.

13.11.643996 19:54
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