Heraldo de Mexico
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Felinos retten späten Punkt gegen bissige Alacranes

Das Estadio Universitario bebte an diesem lauen Juniabend, als sich die Felinos UANL und die Alacranes Durango ein 2:2-Feuerwerk zum 5. Spieltag der 1. Liga Mexico lieferten. 33.403 Zuschauer sahen ein Spiel, das alles bot: ein frühes Tor, fliegende Flanken, gelbe Karten, fluchende Trainer und ein spätes Happy End für die Gastgeber.

Kaum hatte der Schiedsrichter angepfiffen, da brannte es schon lichterloh im Strafraum der Felinos. Gerade zwei Minuten waren gespielt, als Nevio Pauleta, der quirlige Mittelfeldmotor der Alacranes, nach Vorarbeit von Nelio Conceicao den Ball trocken ins Netz drosch. Der Jubelblock der Gäste war noch gar nicht fertig mit dem Feiern, da grinste Pauleta nur und meinte später: "Ich dachte, das sei der perfekte Start. Leider war’s das nicht ganz."

Die Felinos, offenbar vom frühen Stich des Skorpions überrascht, brauchten ein paar Minuten, um die Giftwirkung abzuschütteln. Doch in der 17. Minute schlug das Mittelfeld zurück: Lionel Manu nahm einen Pass von Sergio Adao direkt und nagelte den Ball aus 18 Metern unter die Latte - ein Treffer wie aus dem Lehrbuch. "Ich wollte eigentlich flanken", witzelte Manu nach der Partie. "Aber wenn’s so reingeht, behalte ich das Geheimnis lieber für mich."

Mit dem 1:1 zur Pause konnten beide Seiten leben, doch die Statistik sprach eine andere Sprache: 13 Torschüsse der Alacranes gegenüber 7 der Felinos, dazu mehr gewonnene Zweikämpfe (53,7 Prozent). Nur beim Ballbesitz lagen die Gastgeber leicht vorn - 53,7 Prozent, um genau zu sein. Trainer Manni Kaltz von Durango schnaubte in der Halbzeit: "Ballbesitz? Den können sie haben. Wir wollten Tore."

Und genau das taten seine Spieler weiter: Simone Altomonte, der rechte Flügelblitz, schloss in der 63. Minute eine schnelle Kombination über den jungen Pablo Rodriguez eiskalt ab. 2:1 für Durango - und wie! Der Gästeblock tobte, während Felinos-Trainer (der Name blieb geheimnisvollerweise in den Katakomben) wild gestikulierend seine Abwehr zusammenbrüllte.

Doch wer die Felinos kennt, weiß: Diese Katzen geben erst auf, wenn der letzte Krallenhieb gesetzt ist. Die Wechsel bei Durango - Raul Futre kam für Klose, später Davib Malfoy für Conceicao - brachten frischen Wind, aber auch Unruhe. "Wir wollten das 3:1 machen, aber irgendwie fehlte uns dann die Gier", murmelte Kaltz später, während er sich seinen Notizblock ansah, als suche er dort die verpassten Chancen.

In der 86. Minute dann der große Auftritt von Nelio Muno. Nach einer schönen Kombination über Luis Bischoff zog der linke Mittelfeldmann aus vollem Lauf ab - und traf flach ins rechte Eck. 2:2! Das Stadion explodierte. Muno riss die Arme hoch, die Ersatzbank sprang auf, und irgendwo in der Regie fiel das Mikro aus, so laut war der Jubel. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Muno. "Wenn du nicht schießt, triffst du nicht - das ist Physik."

Danach wurde es hitzig. James Bradshaw fing sich in der 89. Minute noch eine Gelbe Karte ein - wohl eher aus Frust als aus taktischer Notwendigkeit. Der Schiedsrichter zückte die Karte mit einer stoischen Ruhe, die man sonst nur bei Yoga-Lehrern findet.

Am Ende stand ein 2:2, das beiden Teams irgendwie zu wenig und irgendwie doch gerecht erschien. Felinos-Coach meinte lakonisch: "Ein Punkt ist besser als keiner. Aber wenn man zu Hause spielt, will man natürlich mehr. Wenigstens haben wir’s hinten raus gezeigt."

Durangos Trainer Kaltz dagegen sah die Sache pragmatisch: "Wir hätten gewinnen müssen, ganz ehrlich. Aber wenn du zwei Tore auswärts machst und trotzdem nicht gewinnst, dann ist das halt Fußball - oder Pech, je nachdem, wie du’s nennen willst."

Die Zuschauer verließen das Stadion mit einem zufriedenen Lächeln - sie hatten ein intensives, unterhaltsames Spiel gesehen, das keinen Sieger, aber viele Geschichten hervorbrachte. Zwei Mannschaften, die sich nichts schenkten, ein paar geniale Momente und ein gerechtes Ergebnis: Fußball, wie man ihn liebt.

Und irgendwo in der Mixed Zone hörte man einen Fan rufen: "Wenn die Felinos immer so spielen, brauch ich bald Herztabletten!" - Tja, vielleicht genau das, was gute Unterhaltung im mexikanischen Fußball ausmacht.

04.12.644002 13:58
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Freundschaften zählen für mich sehr, aber nicht in diesem Geschäft. Ich habe Jürgen Gelsdorf vor die Tür gesetzt, der war sogar mein Trauzeuge.
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