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Feuerwerk der Chancen - Feyenorth und Eindhoven teilen sich die Punkte

Wenn 30.968 Zuschauer an einem lauen Maiabend in Rotterdam auf ihren Sitzen kleben, dann weiß man: Es passiert etwas. Feyenorth Rotterdam und PVC Eindhoven lieferten sich am 13. Spieltag der Eredivisie ein 2:2, das alles hatte - Tore, Talente, Temperament und ein bisschen Chaos.

Schon in der vierten Minute zappelte der Ball im Netz. Everhart Vanderzee, der flinke Rechtsaußen der Gäste, nutzte eine frühe Unachtsamkeit in der Feyenorth-Abwehr, nachdem Ignacio Postiga traumhaft durchgesteckt hatte. "Ich hab einfach draufgehalten - Augen zu und hoffen", grinste Vanderzee später. Hoffnung war gar nicht nötig: Der Schuss schlug unhaltbar für Keeper Brandon Balzac ein.

Rotterdam wackelte kurz, aber fiel nicht. Im Gegenteil: Zehn Minuten später antwortete Alexandre Blum mit einem Schuss aus der zweiten Reihe, der so präzise war, dass selbst die Stadionanzeige kurz zögerte, bevor sie das 1:1 aufleuchten ließ. Agafon Karpin, der bullige Mittelstürmer, hatte den Ball clever prallen lassen - und Blum bedankte sich mit einem Strahl ins Eck. "Das war ein Schuss, wie man ihn nur trifft, wenn man seit zwei Nächten nicht geschlafen hat", witzelte Trainer Marco Schneider.

Danach entwickelte sich ein Spiel, das man nur als taktisches Tauziehen bezeichnen kann. Eindhoven blieb offensiv, suchte über die Flügel den Weg nach vorn, während Feyenorth sich auf Ballbesitz und ruhigen Aufbau verließ. 53 Prozent Ballbesitz für die Hausherren - das klingt solide, fühlte sich aber phasenweise wacklig an, wenn die jungen Wilden aus Eindhoven dazwischenstachen.

Nach der Pause kam der Auftritt des Jüngsten: Henrick Barculo, gerade einmal 17 und mit einem Selbstvertrauen, das man sonst nur bei Straßenkickern findet, zog in der 51. Minute ab - und der Ball rauschte zum 1:2 in die Maschen. Vorlage von Linksverteidiger Garritt van Schoonhoven, der, wie man so schön sagt, "den Ball mit Liebe servierte". "Ich hab Henrick nur schreien hören: ’Hinten frei!’ - und dann war er wirklich frei", lachte van Schoonhoven später.

Doch Feyenorth wäre nicht Feyenorth, wenn sie sich davon beeindrucken ließen. Gerade acht Minuten später kombinierte sich das Heimteam durch den Strafraum, und Egidius Vandermark, der erfahrene Linksaußen, drückte den Ball nach Vorlage von Blum über die Linie. 2:2 - das Stadion bebte, und Trainer Schneider feuerte seine Spieler an, als ginge es um die Meisterschaft.

Danach wurde es ruppiger. Gelbe Karten flogen wie Konfetti: Caio Peyroteo sah früh Gelb, Buckhout, Fryer und Karpin mussten später nachlegen. "Wenn man schon keinen Sieg holt, dann wenigstens ein Souvenir", grinste Karpin und deutete auf sein gelbes Trikot.

Statistisch gesehen war Rotterdam leicht überlegen - neun Torschüsse zu sieben, ein Hauch mehr Zweikampfstärke und etwas mehr Kontrolle. Doch Eindhoven hatte die klareren Chancen, allen voran Vanderzee, der in der 80. Minute fast den späten Siegtreffer erzielte. Nur Balzac im Feyenorth-Tor hatte etwas dagegen und parierte spektakulär. "Ich wollte einfach nicht, dass dieser Teenager wieder jubelt", sagte er später mit einem Augenzwinkern.

Eine kuriose Szene gab’s in Minute 72: Eindhoven wechselte Teo Males aus, brachte den jungen Bas Dost - und der verletzte sich keine Minute später. Trainer Markus Frey schlug sich die Hände vors Gesicht. "Da wechselt man frische Beine ein, und die machen sofort schlapp", knurrte er nach dem Spiel, bevor er sich selbst ein Grinsen nicht verkneifen konnte.

Am Ende blieb es beim 2:2 - ein Ergebnis, das beiden schmeichelt und keinem so richtig hilft. Feyenorth bleibt im oberen Mittelfeld, Eindhoven in Schlagdistanz. "So ein Spiel kann man gewinnen, aber auch verlieren", sinnierte Schneider philosophisch, während Frey ergänzte: "Oder man teilt sich einfach die Punkte und spart Nerven."

Für die Zuschauer war’s jedenfalls ein Abend, der sich gelohnt hat: vier Tore, Emotionen, jugendliche Unbekümmertheit und eine Prise Chaos - kurz: niederländischer Fußball, wie man ihn liebt.

Und irgendwo in der Katakombe hörte man einen Ordner murmeln: "Wenn die so weitermachen, müssen wir bald extra Netze hinter die Tribüne hängen." Vielleicht kein schlechter Vorschlag.

27.10.643999 11:40
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Toni Polster
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