Diarios de Futbol
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Feuerwerk in Caracas - Flamengo siegt 4:3 bei Sporting Petare

Es war ein südamerikanischer Fußballabend, wie ihn selbst die alten Tribünen von Caracas nicht alle Tage erleben: 79.500 Zuschauer, tropische Hitze, sieben Tore, und am Ende ein 4:3 für CF Flamengo bei Sporting Petare - ein Ergebnis, das so spektakulär klingt, wie das Spiel tatsächlich war.

Schon beim Aufwärmen war klar: Hier wollte keiner mauern. Beide Trainer, Marcel Skupzig auf Seiten Petares und Dino Ma bei Flamengo, hatten ihre Teams offensiv eingestellt - und das sollte sich schon nach wenigen Minuten in einem Stakkato aus Angriffen und Torschüssen zeigen. Insgesamt 27 Mal flogen die Bälle auf die Tore, 14 davon von Petare, 13 von Flamengo.

Den ersten Jubel durften allerdings die Brasilianer anstimmen. In der 19. Minute traf Fernando Coelho nach Vorlage von Rechtsverteidiger Cesar Poncela - und das mit der Präzision eines Uhrwerks. "Ich sah die Lücke und dachte: warum nicht?", grinste Coelho später. Nur zwölf Minuten später verdoppelte Afanasi Tscherepanow, der Mann mit der Gelben Karte und dem unerschütterlichen Selbstvertrauen, auf 2:0. Seine Direktabnahme nach Flanke von Hugo Custodio ließ Petare-Keeper Caio Maniche nur staunen.

Doch Petare wäre nicht Petare, wenn sie sich einfach ergeben hätten. Noch vor der Pause köpfte Francisco Adao nach einem perfekt getimten Eckball von Silvestre Domingos zum 1:2 ein (43.). Das Stadion tobte, und Trainer Skupzig schrie seine Jungs mit einem energischen "Vamos, wir sind noch da!" fast über die Linie der Halbzeit.

Nach Wiederanpfiff blieb das Spiel ein Drahtseilakt zwischen Genie und Wahnsinn. Zunächst stellte Eric Jonsson in der 57. Minute den alten Abstand wieder her. Der Schwede im Flamengo-Dress traf nach feinem Zusammenspiel mit Coelho zum 3:1. Doch dann drehte Petare plötzlich auf: Jake Long, der quirlige Linksaußen, verkürzte nur zwei Minuten später nach einem Solo, das an Zirkuskunst erinnerte. Und kaum hatte man sich auf den Sitzen sortiert, stand es 3:3 - Vincent Nelsen, gerade erst nach einer Verletzung von Oscar Stack eingewechselt, köpfte eine Long-Flanke ins Netz (61.).

"Ich wusste gar nicht, dass ich so hoch springen kann", lachte Nelsen nach dem Spiel, während der erschöpfte Long nur murmelte: "Ich hätte lieber gewonnen als assistiert."

In dieser Phase kochte das Stadion. Petare hatte mehr Ballbesitz (52,6 Prozent) und witterte die Sensation. Skupzig brachte frische Kräfte mit Pekka Aaltonen und Georgi Putin, um den Druck zu erhöhen. Flamengo reagierte mit Routine - Trainer Ma schickte Georges Jürgens auf den Platz, um die rechte Seite zu stabilisieren.

Als alles nach einem wilden, aber gerechten 3:3 aussah, schlug Flamengo eiskalt zu. In der 90. Minute war es der junge Emilio Helguera, der nach einem Pass von Frederik Laursen den Ball flach ins linke Eck schob. "Ich habe einfach nicht nachgedacht", sagte Helguera, "und das war wohl das Beste, was ich tun konnte."

Petare war geschlagen - aber nicht gebrochen. "Das war kein verlorenes Spiel, das war ein Versprechen fürs Rückspiel", sagte Trainer Skupzig trotzig. Sein Gegenüber Dino Ma grinste: "Wenn beide Teams so weitermachen, braucht der Rückflug nach Rio extra Sauerstoffmasken."

Statistisch gesehen lag Petare knapp vorn, auch im Zweikampf (50,6 Prozent) - aber Fußball wird nun mal nicht nach Prozenten entschieden, sondern nach Toren. Und die hatte Flamengo eben eines mehr.

Ein kleiner Wermutstropfen blieb: Die Verletzung von Verteidiger Oscar Stack (29. Minute), der humpelnd vom Platz musste. "Nur eine Prellung", gab Skupzig später Entwarnung. "Er hat mehr gelitten, als sein Knie."

Und so endete dieser Abend, wie er begonnen hatte - mit Lärm, Leidenschaft und leichtem Wahnsinn. Die Fans verabschiedeten ihre Mannschaft mit stehenden Ovationen, während Flamengo in der Kabine Samba sang und Petare schwor, in Rio zurückzuschlagen.

Wenn das Rückspiel nur halb so turbulent wird wie dieses 3:4-Spektakel, darf man sich schon jetzt Popcorn bereitlegen. Oder besser: ein Beruhigungstee.

14.08.643996 07:03
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Ich habe nur immer meinen Finger in Wunden gelegt, die sonst unter den Tisch gekehrt worden wären.
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