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Feuerwerk in Weimar: SCW und Hennef liefern sich spektakuläres 2:2

Es war ein Freitagabend, wie ihn die 2. Liga liebt: Flutlicht, 25.980 Zuschauer im Stadion am Ilmpark, und zwei Mannschaften, die sich nichts schenken wollten. Der SC Weimar und der SC Hennef trennten sich nach 94 intensiven Minuten mit 2:2 - ein Ergebnis, das beiden Trainern irgendwie nicht passte, aber keinem so richtig schadete.

Kaum hatte Schiedsrichterin Wendt angepfiffen, da war die Partie auch schon in der Spur. Hennefs junger Flügelstürmer Lucas Marceau - zarte 19 Jahre, aber mit der Selbstsicherheit eines gestandenen Profis - traf in der sechsten Minute eiskalt nach feinem Zuspiel von Larry Vrooman. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Marceau nach dem Spiel, "aber dann dachte ich: Ach, warum nicht gleich treffen?"

Weimar schien kurz geschockt, doch nur zwei Minuten später antwortete Jannik Hildebrandt mit einem trockenen Linksschuss zum Ausgleich. Niclas Foerster hatte ihn wunderbar in Szene gesetzt - ein Pass, der fast schon nach Bundesliga roch. "Niclas hat mir den Ball auf den Teller gelegt", schwärmte Hildebrandt später, "ich musste ihn nur noch essen - äh, reinschieben."

Und die Thüringer hatten jetzt Blut geleckt. In der 11. Minute folgte der nächste Jubel: Luca Schneider, der flinke Rechtsaußen, zog nach Zuspiel von André Endres ab und drehte das Spiel. 2:1 für Weimar - das Stadion bebte, Trainer Pino Zimmermann sprang an der Seitenlinie wie ein Gummiball. "Wir wollten früh zeigen, dass wir hier zu Hause sind", sagte er danach mit einem verschmitzten Lächeln.

Doch wer dachte, Hennef würde sich ergeben, irrte gewaltig. Giovanni Diacos Team blieb ruhig, hatte leicht mehr Ballbesitz (52 Prozent) und lauerte auf den Moment. Der kam in der 50. Minute, als John Lockhart, der 20-jährige Wirbelwind auf rechts, nach einer butterweichen Flanke von Christian Zeni zum 2:2 einköpfte. Lockhart riss die Arme hoch, während Diaco an der Seitenlinie kurz so tat, als hätte er das genau so geplant. "Natürlich war das einstudiert", behauptete er später mit einem Zwinkern. "Na gut, fast."

Weimar drückte danach, schoss aus allen Lagen - 15 Torschüsse insgesamt, fast doppelt so viele wie Hennef. Besonders Oliver Winkler und der eingewechselte Walter Schreiner fielen durch unermüdliche Offensivläufe auf. Schreiner, gerade einmal 19, hatte in der 83. Minute sogar den Siegtreffer auf dem Fuß, zielte aber knapp vorbei. "Ich dachte, der Ball geht rein", murmelte er nach dem Spiel, "aber der Ball hatte wohl andere Pläne."

Hennef verteidigte mit Glück und Geschick, musste aber in der Schlussphase um den angeschlagenen Ignacio Hernandez bangen. Der 32-jährige Abwehrchef humpelte nach einem Zweikampf in der 82. Minute vom Platz. "Ich bin alt, aber nicht kaputt", rief er grinsend Richtung Tribüne, während Dror Revivo für ihn kam.

Die Partie blieb bis zur letzten Sekunde offen. Selbst in der Nachspielzeit versuchte Jorge da Costa noch einmal, Weimars Keeper Daniel Mohr zu prüfen. Der aber parierte sicher - und trommelte danach mit den Fäusten auf den Rasen, als wolle er sagen: "Nicht mit mir!"

Am Ende stand ein 2:2, das sich fast wie ein Sieg für beide Seiten anfühlte. "Ein bisschen verrückt war’s schon", meinte Weimars Trainer Zimmermann. "Wir hätten gewinnen können, aber vielleicht haben wir einfach zu schön gespielt." Diaco hingegen sah’s pragmatisch: "Ein Punkt in Weimar ist wie ein warmer Pullover im Winter - man beschwert sich nicht, man ist einfach froh, dass man ihn hat."

Statistisch betrachtet, war Weimar das aktivere Team, Hennef dafür das kontrolliertere. Beide Mannschaften agierten mit ausgewogener Taktik, kaum Pressing, aber viel Mut zum Risiko. Die Zuschauer bekamen jedenfalls ein Spektakel - mit Tempo, Emotion und einer Prise Chaos.

Und als die Flutlichter erloschen, blieb das Gefühl: Hier wachsen zwei Teams heran, die mehr wollen als Mittelmaß. Vielleicht war dieses 2:2 nur der Anfang einer kleinen Rivalität, die uns noch viel Freude bereiten wird. Weimars Fans sangen jedenfalls noch lange nach Abpfiff, und irgendwo in der Mixed Zone hörte man Jannik Hildebrandt sagen: "Wenn wir so weiterspielen, muss man uns irgendwann ernst nehmen."

Ein Satz, der nachhallt - genau wie das Ergebnis. 2:2, aber mit Ausrufezeichen.

21.04.643987 20:32
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