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Rotterdam - 33.866 Zuschauer waren gekommen, um Feyenorth Rotterdam am 14. Spieltag der 1. Liga Niederlande zu sehen. Gekommen sind sie als Optimisten, gegangen als ratlose Statistiker: 54 Prozent Ballbesitz, zwei Torschüsse - null Tore. Am Ende stand ein bitteres 0:3 gegen ein Sparta Nijkerk, das so abgeklärt auftrat, als spiele es schon seit Jahren in der Champions League. Dabei begann alles ganz harmlos. Feyenorth kontrollierte den Ball, ließ ihn sicher durch die eigenen Reihen laufen, wie ein Beamter den Stempel über ein Formular zieht - korrekt, aber ohne Esprit. Sparta dagegen lauerte. Trainer Markus Kuzmich hatte seine Elf offensiv eingestellt, aber nicht übermütig. Flügelspiel, klare Kante, schnelles Umschalten - und das mit Erfolg. In der 24. Minute spielte Joonas Hietanen einen präzisen Pass in die Schnittstelle, Zeeman Voores nahm den Ball mit der ersten Bewegung an und mit der zweiten unter die Latte. 0:1 - und die Heimfans schauten sich verwundert an, als müssten sie überprüfen, ob das Drehbuch des Abends nicht vielleicht vertauscht wurde. "Wir haben sie laufen lassen, bis sie müde waren", grinste Voores später in der Mixed Zone, als hätte er gerade eine Partie Schach gewonnen. Und er hatte recht. Feyenorth lief - und lief ins Leere. Trainer Marco Schneider versuchte von der Seitenlinie zu ordnen, doch seine Spieler schienen auf Autopilot gestellt. "Wir haben den Ball gut bewegt", sagte Schneider nach dem Spiel, "aber leider nur im Kreis." Die zweite Halbzeit begann, wie die erste endete: mit einem gefährlichen Sparta und einem ideenlosen Feyenorth. In der 50. Minute war es erneut Zeeman Voores, der nach einem feinen Zuspiel von Matthew Cabell eiskalt vollendete. Zwei Schüsse, zwei Treffer - Effizienz in Reinform. "Ich hatte das Gefühl, die Latte hat gezittert, bevor der Ball kam", scherzte Cabell, der sich später selbst noch in die Torschützenliste eintrug. Denn in der 69. Minute krönte er seine starke Leistung mit dem 0:3. Nach Vorarbeit des jungen Zeeman Vanderbilt schlenzte Cabell den Ball aus halbrechter Position ins lange Eck. Da half auch kein 55-Prozent-Ballbesitz mehr - Feyenorth war geschlagen. Und während Sparta weiter munter auf das Tor schoss - insgesamt 18 Mal - kam Feyenorth gerade einmal zu zwei zarten Versuchen. Michel Scranton in der 55. Minute und Hans Dirk in der 87. sorgten für die einzigen Momente, in denen Gästetorwart Gaspar Hirzer seine Handschuhe benutzen musste. Ansonsten hätte er sie vermutlich unversehrt wieder einpacken können. "Wir wollten ruhig bleiben, kompakt stehen und unsere Chancen nutzen", erklärte Kuzmich hinterher mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Genugtuung und Verwunderung lag. "Dass es so gut klappt, überrascht mich selbst ein bisschen." Seine Mannschaft hatte nicht nur den besseren Plan, sondern auch die bessere Zweikampfquote - 58 Prozent gewonnene Duelle sprechen eine deutliche Sprache. Feyenorth dagegen wirkte über weite Strecken wie eine Mannschaft auf der Suche nach einem Gedankenblitz. Stattdessen gab es Gelb für Ruben Östergaard (39.), als er nach einem verlorenen Zweikampf frustriert in die Hacken trat. "Das war ein Reflex", meinte er später kleinlaut. "Aber wenigstens habe ich mal ein Zeichen gesetzt." Ein Zeichen, das allerdings eher an Verzweiflung erinnerte. Die Schlussviertelstunde wurde zum Schaulaufen für Sparta. Kuzmich wechselte munter durch, brachte den 18-jährigen Bram Knickerbacker und den gleichaltrigen Joao Pauleta. Die beiden Youngster fügten sich nahtlos in das dominante Spiel ein - und der Trainer grinste: "Wenn die so weitermachen, bin ich bald arbeitslos." Während die Gäste nach Schlusspfiff ausgelassen jubelten, blieb Feyenorths Trainer Schneider noch lange an der Seitenlinie stehen. Vielleicht suchte er dort zwischen den Rasenfurchen nach Antworten. "Wir müssen lernen, dass Ballbesitz allein keine Tore schießt", sagte er, bevor er in den Katakomben verschwand. Und so endete ein Abend, an dem Sparta Nijkerk zeigte, dass Fußball manchmal ganz einfach sein kann: Lauf weniger, schieß öfter - und triff. Feyenorth dagegen wird diese Lektion wohl erst in der nächsten Trainingswoche verarbeiten. Oder, wie ein Fan auf der Tribüne trocken bemerkte: "Schöner Ballbesitz, aber das Tor stand halt woanders." 18.03.644003 18:12 |
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