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Feyenorth zerlegt die Jodan Boys - Pokalabend zwischen Hoffnung und Hilflosigkeit

Es war einer dieser Pokalabende, an denen man sich fragt, ob Romantik und Realität überhaupt noch zusammenpassen. 5000 Zuschauer hatten sich am Montagabend in Gouda eingefunden, um zu sehen, ob die tapferen Jodan Boys dem großen Feyenorth Rotterdam vielleicht ein Bein stellen könnten. Am Ende stand ein ernüchterndes 0:4 - und die Erkenntnis, dass Ballbesitz eben nicht gleich Bedeutung ist.

Dabei begann es gar nicht so hoffnungslos. Schon nach sieben Minuten hatten die Jodan Boys ihre große Szene: Gottfried Groesbeck zog von links ab, der Ball zischte gefährlich nah am Pfosten vorbei. Trainer Marco Schneider von Feyenorth soll da noch gemurmelt haben: "Wenn der drin ist, trinken wir heute lauwarmes Wasser statt Sekt." Es blieb beim Wasser - allerdings nur für die Gastgeber.

Denn ab der 13. Minute rollte der rot-weiße Express aus Rotterdam unaufhaltsam. Rikki Westerveldt, 18 Jahre jung, quirlig wie ein Espresso doppio, prüfte den Heimkeeper gleich mehrfach. In der 20. Minute war der Bann dann gebrochen: Henrick De Graff legte quer, Westerveldt schob eiskalt ein - 0:1. Der Gästeblock jubelte, die Hausherren schauten sich gegenseitig an, als wollten sie fragen: "War das wirklich erst das erste Tor?"

Bis zur Pause blieb es beim knappen Rückstand, auch weil Jodan-Torwart Claus Menzel sich mehrfach in die Schussbahn warf. Feyenorth hatte zu diesem Zeitpunkt schon sieben Torschüsse gesammelt, die Jodan Boys einen. Doch die Statistik ist geduldig - das Publikum weniger. "Wir haben den Ball, aber die Tore haben die anderen", seufzte ein älterer Fan in der Halbzeitpause, während er an seinem Pappbecher nippte.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig, außer dass Feyenorth nun endgültig ernst machte. In der 65. Minute kombinierten sich Hans Dirk und Wouter Buckhout so elegant über rechts, dass selbst der Linienrichter kurz abgelenkt war. Buckhout vollendete zum 0:2 - und nahm die Gratulation seines Passgebers mit einem Grinsen entgegen, das irgendwo zwischen jugendlicher Arroganz und berechtigtem Stolz lag.

Kaum zwei Minuten später wurde Feyenorths Mittelfeldmotor Carlos Vazques nach einem Zweikampf verletzt ausgewechselt. Trainer Schneider kommentierte später trocken: "Carlos wollte einfach mal sehen, wie Theo Fraser von der Bank aussieht." Humor hatte der Mann - und angesichts des Spielstands durfte er ihn sich leisten.

In der 82. Minute klingelte es wieder: Diesmal revanchierte sich Hans Dirk für die Vorlage seines Kollegen und traf selbst zum 0:3. "Wir verstehen uns blind", sagte Dirk nach dem Spiel, "vielleicht, weil wir beide denselben Friseur haben." Der Reporter nickte höflich, unsicher, ob das als Taktikanalyse gemeint war.

Kurz vor Schluss durfte dann auch Feyenorths Mittelstürmer Agafon Karpin noch ran. Nach feiner Vorarbeit von De Graff versenkte er den Ball humorlos zum 0:4. Die Jodan Boys standen da wie eingefroren - vielleicht aus Respekt, vielleicht aus Müdigkeit. "Da war bei uns einfach die Luft raus", gab Kapitän Gerrit Brinkerhoff später zu. "Wir hatten zwar 53 Prozent Ballbesitz, aber was bringt dir das, wenn du den Ball nur zwischen Innenverteidiger und Torwart hin- und herschiebst?"

Die Statistik bestätigte die bittere Wahrheit: 16 Torschüsse der Gäste, einer der Hausherren. Feyenorths Tacklingquote lag fast 20 Prozent höher. Selbst die beiden Gelben Karten - Ton Costar (62.) und Rikki Roorback (86.) - wirkten da eher wie kleine Schönheitsfehler in einem ansonsten souveränen Auftritt.

Trainer Schneider fasste es nach Spielende mit einem Lächeln zusammen: "Wir waren heute stark, aber die Jodan Boys haben uns das Leben schwerer gemacht, als es das Ergebnis zeigt." Man darf vermuten, dass er das aus purer Höflichkeit sagte.

Und was bleibt den Jodan Boys? Ein Pokalabend, der trotz 0:4 in Erinnerung bleibt - vielleicht, weil man gelernt hat, dass Mut und Wille allein nicht reichen, wenn der Gegner aus jeder Position zielen darf.

Beim Verlassen des Stadions hörte man einen Zuschauer sagen: "Na ja, wenigstens war das Flutlicht schön." Und irgendwie hatte er recht.

— Ende einer ungleichen Begegnung, aber ein schöner Abend für alle, die Fußball lieben, der ehrlich ist: manchmal grausam, manchmal großartig - aber nie langweilig.

18.05.643997 23:14
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Mit David Odonkor will ich mich dennoch nicht messen. Fußball ist nicht nur rennen, da ist auch der Ball dabei. Und es ist wichtig, dass man den trifft.
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