Diarios de Futbol
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Flamengo zündet Feuerwerk - Sud America stolpert tapfer aus der Copa

Es war einer dieser Abende im Maracanã, an denen selbst der Beton zu vibrieren scheint. 79.500 Zuschauer hatten sich eingefunden, um das Rückspiel des Copa-Libertadores-Achtelfinals zwischen CF Flamengo und Sud America zu sehen. Am Ende stand ein 2:1 für die Gastgeber - ein Ergebnis, das der Stimmung in Rio mehr glich als einem nüchternen Fußballresultat.

Schon in der Anfangsphase war klar: Das wird kein Spaziergang. Sud America, taktisch perfekt von Trainer Wilhelm Reich eingestellt, presste früh und hatte durch Diego Vazquez nach sieben Minuten die erste Duftmarke gesetzt - kein Tor, aber ein Warnschuss. Flamengo wirkte kurz überrascht, so wie jemand, dem der Caipirinha zu stark gemixt wurde.

Dann, in der 18. Minute, brandete das Stadion auf. Linksverteidiger Atabey Kaldirim, sonst eher für rustikale Grätschen bekannt, schlich sich nach vorne, bekam einen perfekten Pass von Fernando Coelho - und drosch den Ball mit links ins lange Eck. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Kaldirim später, "aber der Ball hatte wohl andere Pläne." Trainer Dino Ma kommentierte trocken: "Wenn er das so geplant hat, sollte er öfter planen."

Mit der Führung im Rücken kontrollierte Flamengo das Spiel. 58 Prozent Ballbesitz, ruhiger Aufbau, selbstbewusstes Kurzpassspiel - alles sah nach brasilianischer Leichtigkeit aus. Doch Sud America blieb gefährlich. Mateo Viana prüfte Torhüter Haim Tal in der 16. Minute, später vergab Marcio Hermenegildo gleich doppelt kurz vor der Pause. Die Gäste schossen am Ende sogar öfter aufs Tor (neun zu acht) - aber Effektivität ist eben keine Statistik.

Nach dem Wechsel kam Flamengo entschlossener zurück. Vielleicht hatte Dino Ma in der Kabine ein paar freundliche Worte gefunden, vielleicht war es auch nur der Zucker im Pausentee. Jedenfalls dauerte es keine zwei Minuten, bis Eric Jonsson, der flinke rechte Flügel, in Minute 47 auf 2:0 erhöhte. Vorbereitet wurde der Treffer von Pedro Veloso, der elegant durch die Abwehr tanzte. "Pedro hat mir den Ball auf dem Silbertablett serviert", sagte Jonsson später - und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: "Nur, dass das Tablett ein bisschen gewackelt hat."

Sud America steckte nicht auf. Trainer Reich wechselte dreimal, brachte frische Beine und ein bisschen Chaos - manchmal die beste Waffe. Und tatsächlich: In der 74. Minute schlug Esteban Melendez zu. Nach einem feinen Zuspiel von Xavi Derlei drosch der Mittelfeldveteran den Ball aus 18 Metern in die Maschen. 2:1, und plötzlich lag Spannung in der tropischen Luft.

"Ich dachte kurz, das Dach fliegt uns um die Ohren", erzählte Torwart Marcos Diez später und lachte. Er meinte natürlich das Stadiondach - nicht den eigenen Strafraum, auch wenn der in der Schlussphase ähnlich wackelte. Denn Flamengo drängte auf die Entscheidung, während Sud America verzweifelt nach dem Ausgleich suchte.

Die letzten Minuten waren ein kleiner Thriller. Eric Jonsson tauchte in der Nachspielzeit noch einmal frei vor Diez auf, verzog aber - vielleicht war das Adrenalin zu hoch. Auf der anderen Seite flog ein letzter Fernschuss von Nick Reinhardt knapp über die Latte. Dann pfiff der Schiedsrichter ab, und das Maracanã explodierte ein letztes Mal.

Statistisch war das Spiel fast ausgeglichen: 8:9 Torschüsse, 49 zu 51 Prozent gewonnene Zweikämpfe - aber im Fußball zählen keine Dezimalstellen, sondern Tore. Und die machte Flamengo.

Trainer Dino Ma fasste es nach dem Spiel zusammen: "Wir waren nicht brillant, aber effektiv. Manchmal reicht das." Sein Gegenüber Wilhelm Reich blieb gefasst: "Wir sind mit Stolz ausgeschieden. Und vielleicht mit einem leichten Sonnenbrand."

In der Mixed Zone scherzte Atabey Kaldirim noch mit einem Journalisten: "Wenn ich jetzt als Stürmer auflaufe, will ich Tantiemen!" - worauf Eric Jonsson trocken entgegnete: "Dann schreib dich erst bei den Torjägern ein."

Ein Abend also, der alles hatte: Emotionen, Tempo, ein bisschen Chaos und viel Herz. Flamengo darf weiter vom Titel träumen, Sud America vom nächsten Abenteuer. Und das Maracanã? Das summte noch lange nach - irgendwo zwischen Samba und Seufzen.

22.10.643996 17:55
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