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Flevo Boys zerlegen die Quick Boys - Fußballfest mit fünf Gängen

Es war kaum eine Minute gespielt, da jubelten die 37.769 Zuschauer im Flevostadion zum ersten Mal. Hanson Scranton, eigentlich linker Verteidiger und sonst eher in der Kategorie "Schienenspieler mit solider Defensivhygiene" zu finden, zimmerte den Ball aus der Distanz ins Netz. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Scranton später, "aber wenn der Ball so schön bittet, darf man auch mal egoistisch sein."

Damit war der Ton für diesen Abend gesetzt: Die Flevo Boys spielten, als hätten sie sich vorgenommen, die Quick Boys in ihre Einzelteile zu zerlegen. Und das taten sie dann auch - in 90 Minuten, fünf Toren und einer Menge Spielfreude, die irgendwo zwischen jugendlichem Überschwang und taktischer Präzision lag.

Trainer Franz Huber hatte seine Jungs offensiv ausgerichtet, und das sah man. 17 Torschüsse, 55 Prozent gewonnene Zweikämpfe, und das trotz leicht geringerem Ballbesitz (48,4 Prozent) - das sind Zahlen, die Fans lieben und Statistikfreunde glücklich machen. Quick-Boys-Coach Justin Ano hingegen verzichtete auf Pressing, vermutlich in der Hoffnung, dass seine Mannschaft im eigenen Ballbesitz für Entlastung sorgen würde. Doch das war, wie sich bald zeigte, ungefähr so effektiv wie ein Regenschirm im Sturm.

In der 41. Minute krönte Saweli Tregubow eine sehenswerte Kombination über Koenraad Vandermark mit dem 2:0. Der Flügelstürmer, ganz in seiner typischen Eleganz, nahm den Pass mit der Sohle mit, ließ zwei Gegenspieler tanzen und schob cool ein. "Das war kein Zufall", sagte Tregubow später mit einem Zwinkern, "das trainieren wir - manchmal."

Nach der Pause brachen alle Dämme. Nelson Morte erzielte in der 48. Minute das 3:0, nach Vorarbeit von Owen Corey, der auf der rechten Seite ein Dauerfeuerwerk abbrannte. Nur zehn Minuten später durfte auch Nelio Coluna ran - und wie! Sein Schuss aus 18 Metern schlug unhaltbar im linken oberen Eck ein. Corey, erneut mit der Vorlage, rief ihm danach lachend zu: "Du schuldest mir jetzt zwei Abendessen!"

Kurz darauf kam der Moment, den die Quick Boys als "Anschluss" verkaufen mussten. Wevers Raymer traf in der 61. Minute, nach schöner Vorlage von Louis Ashton. Es war ein sehenswerter Treffer, ein kleiner Trost in einem großen Debakel. "Wir wollten wenigstens zeigen, dass wir auch noch leben", sagte Raymer tapfer nach dem Spiel.

Doch Hoffnung keimte kaum auf, denn die Flevo Boys hatten längst Blut geleckt. Gelbe Karten für Vandermark, Tregubow und Barut zeigten zwar, dass die Gastgeber mit Leidenschaft dabei waren, doch an der Dominanz änderte das nichts. Und als Coluna in der 87. Minute erneut traf - wieder nach Vorlage von Corey, der an diesem Abend offenbar beschlossen hatte, den Ball lieber zu verschenken als zu behalten - war der 5:1-Endstand perfekt.

"Das war Fußball, wie ich ihn liebe: mutig, direkt, mit Spaß", schwärmte Trainer Huber. "Und wenn selbst mein linker Verteidiger trifft, dann weiß ich, dass der Plan funktioniert." Sein Gegenüber Justin Ano hingegen wirkte ratlos: "Wir hatten mehr Ballbesitz. Leider auch mehr Fehlpässe. Das war heute wie Schach gegen jemanden, der einfach die Figuren vom Brett fegt."

Das Publikum feierte seine Helden mit stehenden Ovationen, während sich die Quick Boys fragten, ob man beim nächsten Mal vielleicht doch ein bisschen pressen sollte.

Am Ende blieb ein Abend, der zeigte, dass Fußball manchmal ganz einfach ist: Wer Tore schießt, gewinnt. Wer fünf schießt, gewinnt mit Stil. Und wer das Ganze mit einem Lächeln tut, der sorgt dafür, dass man in Flevoland noch lange darüber spricht.

"Wir haben heute gezeigt, dass wir mehr wollen als nur mitspielen", sagte Doppeltorschütze Coluna beim Gang in die Kabine. "Nächste Woche geht’s weiter. Aber erst mal gönn’ ich mir ein Bier - der Trainer hat’s erlaubt."

Und so endete der 17. Spieltag der 1. Liga Niederlande mit einem klaren Statement: Die Flevo Boys sind in Torlaune - und die Quick Boys wissen jetzt, wie sich ein langer Abend anfühlt.

12.12.643999 15:15
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