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Foresters siegen trotz weniger Ballbesitz - Macclesfield hadert mit Effizienz

Ein lauer Aprilabend, 20:30 Uhr, Flutlicht über dem Moss Rose Stadium. 16.000 Zuschauer hatten sich eingefunden, um Macclesfield Town gegen die Nottingham Foresters zu sehen - und sie bekamen ein Spiel, das irgendwo zwischen Geduldsspiel und Chaos pendelte. Am Ende jubelten die Gäste über ein 2:1, obwohl sie weniger vom Ball, aber mehr vom Ziel hatten.

Macclesfield begann kontrolliert, mit fast 60 Prozent Ballbesitz, als hätte Trainer Samuell Harper (der an der Seitenlinie aussah, als wolle er das Spiel per Telepathie steuern) seinen Spielern das Motto "Ball ist Sicherheit" eingebläut. Sicherheit, ja - aber eben keine Tore. Evan Wiltshire prüfte in der 26. Minute den Foresters-Keeper Oscar Barros mit einem Distanzschuss, doch der kratzte den Ball aus der Ecke, als hätte er Saugnäpfe an den Fingern. Zwei Minuten später zeigten die Gäste, wie Effizienz funktioniert: Nevio Varela, quirliger Flügelmann mit Hang zur Theatralik, traf zum 0:1. Vorausgegangen war ein präziser Pass von Paulo Rielo, der sich im Strafraum drehte wie ein Tänzer im knappen Takt.

"Wir wollten das Spiel ruhig halten, dann hat uns dieser Treffer natürlich geholfen", grinste Foresters-Trainer Leon Löwe später. "Macclesfield hatte den Ball, wir hatten die Punkte - so einfach kann Fußball sein." Sarkastisch? Vielleicht. Aber falsch war’s nicht.

Die zweite Halbzeit begann mit einem Déjà-vu: Macclesfield kombinierte gefällig, die Foresters konterten gefährlich. In der 52. Minute schlug Julian Costa zu - 0:2. Der rechte Mittelfeldspieler nutzte eine Unordnung in der Hintermannschaft der Hausherren, die kurzzeitig so sortiert war wie ein Wäschekorb am Montagmorgen.

"Wir standen da zu weit auseinander", ärgerte sich Macclesfields Innenverteidiger Julian Assis, der später noch Gelb sah. "Manchmal denke ich, wir spielen Schach - nur dass keiner weiß, wer der König ist."

Doch die Gastgeber gaben nicht auf. Harper wechselte nicht groß, aber seine Mannschaft spielte nun mit mehr Wucht. Ethan Grantham, der erfahrene Linksaußen, trieb an, Mason Whitman - bis dahin eher unauffällig - setzte in der 72. Minute einen wuchtigen Schuss ins Netz. 1:2, und plötzlich bebte das Stadion. "Ich hab einfach draufgehalten, weil ich keine Lust mehr auf Pässe hatte", lachte Whitman nach Abpfiff. "Manchmal ist weniger Denken mehr Tun."

Die letzten zwanzig Minuten waren ein offener Schlagabtausch. Nottingham wechselte dreimal: Gabriel Cunningham machte Platz für Luís Ferreira, Callum Smith wurde durch Michael Lansbury ersetzt, und der junge Luke Gady durfte nach 70 Minuten duschen - Alexander Bostwick übernahm. Löwe wirkte dabei erstaunlich gelassen, als er an der Seitenlinie mit verschränkten Armen stand und seinem Team zurief: "Ruhig bleiben, Jungs - das ist kein Boxkampf!"

Macclesfield drückte, hatte durch Wiltshire und Whitman noch zwei gute Szenen, aber das Tor fiel nicht mehr. Stattdessen konterten die Foresters in der Nachspielzeit gleich dreimal über Paulo Rielo, der allerdings so oft an Keeper Aaron Gady scheiterte, dass dieser trotz der Niederlage als kleiner Held vom Platz ging. "Wenn ich noch einen Fuß gehabt hätte, hätte ich auch den vierten gehalten", scherzte Gady im Kabinengang.

Statistisch lässt sich Macclesfields Frust leicht erklären: mehr Ballbesitz (knapp 60 Prozent), mehr Pässe, aber weniger Zählbares. Die Foresters dagegen - nur 40 Prozent Ballbesitz, dafür sieben Torschüsse, zwei Tore. Der alte Lehrsatz "Effizienz schlägt Ästhetik" fand an diesem Abend seine Bestätigung.

Trainer Harper wirkte nach dem Abpfiff erstaunlich ruhig. "Wir haben gut gespielt, aber Fußball ist kein Schönheitswettbewerb. Wenn’s einer wäre, hätten wir gewonnen", sagte er mit einem schiefen Lächeln. Leon Löwe konterte trocken: "Schönheit vergeht, Punkte bleiben."

So endete ein Spiel, das kein Spektakel war, aber Geschichten schrieb - über vergebliche Dominanz, clevere Gäste und einen Torwart, der trotz Niederlage gefeiert wurde. Macclesfield bleibt nach dieser Pleite im unteren Mittelfeld hängen, Nottingham dagegen klettert weiter Richtung Aufstiegsplätze.

Und irgendwo in der stillen Umkleide des Moss Rose Stadiums dürfte ein Zettel an der Tafel hängen, auf dem steht: "Ballbesitz ist gut - Tore sind besser."

23.10.643996 02:25
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