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Foresters verlieren den Faden - und Wrexham tanzt durch Nottingham

Nottingham, 15. Mai 2026 - Für die 12.500 Zuschauer im City Ground begann der Freitagabend mit Hoffnung, endete aber mit höflichem Applaus und dem Gefühl, dass die Foresters an diesem 23. Spieltag der 2. Liga England mehr Bäume als Ideen im Kopf hatten. Wrexham Dragons gewann verdient mit 2:0 - und das bereits nach einer halben Stunde war die Messe gelesen.

Die Partie begann mit einem Feuerwerk der Gäste. Schon in der zweiten Minute prüfte Filipe Conceicao den jungen Foresters-Torhüter Luke Cochran, der gerade einmal 17 Jahre alt ist und vermutlich noch überlegte, wie man "Wrexham" eigentlich richtig ausspricht. "Ich dachte, das geht jetzt so weiter - und das tat es dann auch", grinste Wrexhams Trainer Viktor Kazyrow nach dem Spiel.

Wrexham ließ keine Zweifel an seiner Überlegenheit. 22 Torschüsse, 56 Prozent Ballbesitz und eine Passquote, die schon fast nach Lehrbuch aussahen. Besonders auffällig: die Innenverteidiger. In der 21. Minute war es ausgerechnet Jaime Rivilla, der nach einer Ecke seines jungen Kollegen Kai Sterling am höchsten stieg und den Ball wuchtig ins Netz köpfte. "Ich wollte eigentlich nur den Ball klären, aber dann war er drin", scherzte Rivilla später mit einem breiten Grinsen.

Nur sechs Minuten später der nächste Nadelstich: Filipe Conceicao, der schon von Beginn an auffällig aktiv war, schloss einen feinen Doppelpass mit Salvador Mendilibar trocken ab - 0:2. Trainer Leon Löwe der Foresters war zu diesem Zeitpunkt bereits um einige graue Haare reicher. "Wir haben uns vorgenommen, kompakt zu stehen. Das Problem war nur: wir standen kompakt, aber falsch", erklärte er nach der Partie mit einem bitteren Lächeln.

Als wäre das nicht genug, kam in der 25. Minute Pech hinzu: Der 17-jährige Taylor Prinsloo musste verletzt raus, für ihn kam John Donovan. Löwe klatschte ihm ermutigend auf die Schulter - vielleicht auch, um sich selbst Mut zu machen.

Wrexham blieb dominant, spielte mit kurzen Pässen, geduldig und abgeklärt. Nottingham dagegen suchte sein Glück in langen Bällen, die selten einen Mitspieler fanden. Luis Ferreira, der linke Flügelstürmer der Foresters, hatte immerhin drei der vier Torschüsse seiner Mannschaft - was auch alles über die Offensivbemühungen sagt.

Kurz vor der Pause wechselte Löwe den Torwart: Oscar Barros kam für den jungen Cochran. "Ich dachte, vielleicht bringt’s ja Glück", sagte der Coach später, "aber Wrexham hätte auch gegen einen Oktopus im Tor Wege gefunden."

In der zweiten Halbzeit versuchten die Foresters noch einmal, das Spiel zu drehen. Einsatz war da - das zeigte sich allein daran, dass die Heimmannschaft in den taktischen Daten auf "vollen Einsatz" umstellte. Nur fehlte das Präzise, das Überraschende, das Gefährliche. Stattdessen konterte Wrexham weiter routiniert. Thomas Anderson, Sean Hunt und Joan Henriquez scheiterten gleich mehrfach an Barros, der immerhin verhinderte, dass es ein Debakel wurde.

In der 70. Minute dann ein Schreckmoment bei den Gästen: Sam Mercator, der 30-jährige Linksverteidiger, musste verletzt raus. Für ihn kam Bradley Wiltshire, der eigentlich ein Stürmer ist - und prompt für Verwirrung in der Foresters-Abwehr sorgte. "Ich wusste nicht, ob ich ihn decken oder bewundern soll", meinte Verteidiger Elliot Armstrong später halb im Spaß.

Die letzten 20 Minuten waren dann ein Lehrstück in Spielkontrolle. Wrexham verwaltete, Nottingham verzweifelte. Die Dragons standen tief, ließen nichts mehr anbrennen und spielten die Partie mit der Selbstsicherheit einer Mannschaft, die genau weiß, dass sie an diesem Abend einfach besser war.

"Wir haben im Zentrum dominiert, das war der Schlüssel", analysierte Kazyrow nüchtern. Filipe Conceicao, der Spieler des Abends, grinste nur: "Ich hätte gern noch ein drittes gemacht, aber Barros hat mich geärgert."

Trainer Löwe hingegen suchte nach positiven Ansätzen: "Unsere jungen Spieler brauchen solche Spiele. Lehrstunden sind manchmal schmerzhaft, aber sie bringen dich weiter. Hoffentlich bis nächste Woche."

Am Ende blieb es beim 0:2 - einem Ergebnis, das die Kräfteverhältnisse genau widerspiegelt. Wrexham Dragons mit Präzision, Ruhe und Spielfreude; Nottingham Foresters mit viel Willen, aber wenig Wirkung.

Vielleicht tröstet die Fans der Foresters, dass man im Wald bekanntlich nicht sofort wächst, sondern mit Geduld. Doch wenn man weiterhin so spielt, könnte bald der Förster kommen und die Tabelle zurechtstutzen.

Schlusswort eines Fans beim Verlassen des Stadions: "Immerhin - diesmal sind wir nicht untergegangen, nur verblasst." Ein Satz, der diesen Abend treffender beschreibt als jede Statistik.

02.03.644000 15:20
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In diesem Drecksspiel hätte ich zehn Akteure auswechseln können.
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