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Franja Danubio tanzt mit Cerrense Tango - und zwar im Vier-Viertel-Takt

Es gibt Fußballspiele, die sind wie ein lauwarmer Mate: nett, aber unspektakulär. Und dann gibt es Begegnungen wie die zwischen Franja Danubio und CD Cerrense am 15. Spieltag der 1. Liga Uruguay - ein Auftritt, bei dem die Gastgeber am Mittwochabend einen 4:0-Tango aufs Parkett legten, während die Gäste aus Cerrense eher wie unbeholfene Tanzschüler wirkten. 38.448 Zuschauer im Stadion erlebten eine Vorstellung, die man so schnell nicht vergisst.

"Wir wollten Spaß haben - und ja, das ist uns wohl gelungen", grinste Danubio-Trainer Chucky Mandu nach dem Abpfiff, als er mit einem Matebecher in der Hand in die Kameras lächelte. Spaß hatte vor allem seine Offensivabteilung, die mit 23 Torschüssen ein Feuerwerk abbrannte, das die Gäste-Torhüter und Verteidiger in Schockstarre versetzte.

Die Partie begann zwar mit einem frühen Warnschuss von Cerrenses Hugo Pacos (6. Minute), aber das war es dann im Grunde auch schon mit den Offensivbemühungen der Gäste. Danach übernahm Franja Danubio die Kontrolle - 55 Prozent Ballbesitz, 58 Prozent gewonnene Zweikämpfe, und eine Körpersprache, die sagte: "Heute gehört das hier uns."

In der 36. Minute fiel schließlich das längst überfällige 1:0: Christopher Ruthven, der rechte Mittelfeldmotor, verwandelte nach Vorlage des 18-jährigen Ricardo Contreras eiskalt. Der Teenager hatte zuvor mit einer Drehung am Mittelkreis zwei Gegenspieler ins Leere rutschen lassen - sehr zur Begeisterung der Fans, die rhythmisch "Olé!" skandierten. "Ich hab einfach nicht nachgedacht, nur gespielt", sagte Contreras später - und das klang fast schon philosophisch.

Nach dem Seitenwechsel versuchte Cerrense, das Spiel mit mehr Aggressivität zu drehen. Trainer Leahcim Gnipeur hatte offenbar in der Kabine die verbale Peitsche ausgepackt: "Ich habe ihnen gesagt, sie sollen endlich zeigen, dass sie Männer sind." Das Ergebnis: drei Gelbe Karten und eine Gelb-Rote für den 18-jährigen Ricardo Manuel (77.), der nach einem Frustfoul unter dem höhnischen Applaus der Heimfans vom Platz trottete.

Da stand es allerdings schon 2:0. In der 71. Minute traf der junge Xabier Deco aus halblinker Position, wieder eingeleitet von - richtig - Ricardo Contreras. Zwei Minuten später machte Ruthven mit seinem zweiten Treffer (73.) endgültig den Deckel drauf. "Ich wusste gar nicht, dass ich so gut mit dem Kopf bin", witzelte der Doppeltorschütze, der sonst eher für seine Flankenläufe bekannt ist.

Den Schlusspunkt setzte Nevio Bermudo in der 79. Minute. Der 32-jährige Rechtsaußen nahm eine butterweiche Flanke von Gudbrand Mogensen direkt und schweißte den Ball unter die Latte - ein Tor, das so schön war, dass selbst einige Cerrense-Fans kurz applaudierten.

"Wenn du vier kassierst und selbst kaum aufs Tor schießt, musst du nicht lange über Ballbesitz reden", brummte Cerrense-Coach Gnipeur hinterher. Seine Mannschaft hatte ganze zwei Schüsse auf das Tor zustande gebracht - beide harmlos, beide von verzweifelten Einzelaktionen geprägt.

Danubio hingegen wirkte, als spiele man in einem Trainingsspiel. Selbst die taktischen Anweisungen von Mandu, laut Datenblatt stets "offensiv und ausgewogen", schienen eher Empfehlung als Pflicht zu sein. "Ich hab ihnen gesagt: Wenn ihr Spaß habt, kommt der Rest von allein", so der Trainer - und man glaubt es ihm nach diesem Abend sofort.

In der 84. Minute hätte es sogar noch schlimmer für Cerrense werden können, als Ruthven nach einem Solo den Pfosten traf. Der Ballbesitz pendelte sich am Ende bei 55 zu 45 Prozent ein - ein fast schmeichelhafter Wert für die Gäste.

Was bleibt? Ein überlegener Auftritt eines Teams, das mit jugendlicher Spielfreude und erfahrener Abgeklärtheit glänzte. Und ein Gegner, der wohl noch eine Weile über diese Lehrstunde nachdenken wird.

Oder, wie es Danubios Kapitän Pablo Nene mit einem Augenzwinkern formulierte: "Manchmal ist Fußball eben einfach Kunst - und Cerrense war heute unser Publikum."

Wenn der Fußball ein Tanz wäre, dann hat Franja Danubio an diesem Abend den Taktstock geführt. Cerrense hingegen - die haben den Rhythmus nie gefunden. Und so blieb am Ende nur höflicher Applaus für die Gastgeber und das stille Versprechen der Gäste: Beim nächsten Mal tanzen wir mit.

(600 Wörter)

19.11.643999 12:42
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Ich habe mit Erich Ribbeck telefoniert, und er hat zu mir gesagt, ich stehe für die Maltareise nicht zur Verfügung.
Andreas Möller
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