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Was für ein Fußballabend in Fulnek! 37.140 Zuschauer verwandelten das kleine Stadion in ein Tollhaus, als der 20-jährige Rene Zemlik mit einem Doppelpack innerhalb von sechs Minuten den 0:1-Rückstand in einen 2:1-Sieg gegen Palilulac drehte. Ein Viertelfinal-Hinspiel der Conference League, das von Nervenkitzel, jugendlicher Frechheit und einem Schuss Chaos lebte - genau so, wie wir es lieben. Dabei begann alles ganz unspektakulär. Die erste Halbzeit war ein Paradebeispiel für gepflegte Langeweile: Ballbesitz für Fulnek (55 Prozent), aber kaum zwingende Aktionen. Trainerin Anja Kaiser winkte an der Seitenlinie ab, als ihr Stürmer Iker Zapatero in der 17. Minute den Ball ins Fangnetz drosch. "Ich glaube, der Ball hatte mehr Angst vor der Eckfahne als der Torwart vor dem Schuss", witzelte sie später. Palilulac dagegen lauerte, spielte diszipliniert, und wenn sie mal nach vorne kamen, dann mit Wucht. Besonders der flinke Callum Perlman über die linke Seite beschäftigte die Abwehr von Martin Hauser und Co. Bereits in der 13. Minute prüfte er Torwart Ghalib Arens, der den Ball mit den Fingerspitzen über die Latte lenkte. "Da war mehr Schmackes drin als in manchem Abendessen", grinste Arens nach dem Spiel. Nach dem Pausentee kam die Explosion - und das gleich doppelt. Keine 60 Sekunden waren gespielt, da flankte Sasa Babovic butterweich in den Strafraum, Perlman stieg höher als alle anderen und köpfte zum 0:1 (46.). Die rund 400 mitgereisten Palilulac-Fans jubelten, als hätten sie gerade den Henkelpott gewonnen. Doch Fulnek zeigte, warum sie in dieser Saison so schwer zu knacken sind. Nur drei Minuten später stürmte der junge Zemlik nach einem Pass von Marco Soverato durch die Mitte, täuschte einmal an, zog ab - 1:1! Die Fans sprangen von den Sitzen, die Stadionuhr blinkte, und Trainerin Kaiser riss die Arme hoch. "Rene ist noch grün hinter den Ohren, aber wenn er den Ball hat, riecht er das Tor", sagte sie mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Stolz und Ungläubigkeit lag. Sechs Minuten später wiederholte sich das Schauspiel fast identisch: Wieder Soverato als Vorbereiter, wieder Zemlik eiskalt - 2:1 (55.). Der Youngster rannte jubelnd zur Kurve, rutschte auf den Knien, und die Fans sangen seinen Namen bis in die Nacht hinein. "Ich hab gar nicht nachgedacht. Ich hab einfach geschossen", sagte Zemlik später, noch halb im Adrenalinrausch. "Vielleicht ist das mein Geheimnis." Palilulac, geschockt aber nicht gebrochen, warf alles nach vorn. Trainer Peter Patrick stellte um, brachte Weller für Koroman und Rakic für Herrero - mehr Offensivkraft ging kaum. Die Gäste feuerten aus allen Lagen: 16 Torschüsse insgesamt, mehr als Fulnek, doch der Ball wollte nicht mehr rein. Evan Neil traf in der 89. Minute nur das Außennetz, und in der Nachspielzeit köpfte Rakic knapp vorbei. Als Mateja Drulic in der 87. Minute noch Gelb sah, schien auch der Schiedsrichter zu ahnen, dass er lieber pünktlich abpfeifen sollte, bevor die Emotionen überkochen. Statistisch gesehen hätte das Spiel auch 2:2 oder 3:3 enden können - die Zweikampfquoten (49 % zu 51 %) und das offene Visier beider Teams machten es zu einem echten Leckerbissen. Doch das Glück wohnte an diesem Abend in Fulnek, genauer: im rechten Fuß von Rene Zemlik. Trainer Patrick gab sich nach dem Spiel trotzig: "Wir haben das Auswärtstor, und zu Hause drehen wir das. Fulnek war heute einfach effizienter." Nun ja - wenn Effizienz heißt, zwei Chancen zu nutzen und den Gegner zur Verzweiflung zu bringen, dann hat Fulnek seine Hausaufgaben gemacht. Trainerin Kaiser blieb dagegen bodenständig: "Das war nur das Hinspiel. Wir wissen, wie schnell der Fußball sich dreht. Aber heute dürfen die Jungs feiern." In der Mixed Zone sah man Zemlik mit einem Schokoriegel in der Hand grinsend sagen: "Ich hab mir den verdient." Niemand widersprach. Man darf gespannt sein, ob Fulnek den knappen Vorsprung im Rückspiel verteidigen kann. Aber falls nicht - diesen Abend nimmt ihnen keiner mehr. Ein Viertelfinale, das aus einem Nobody einen Helden machte. Und wenn der Fußballgott Humor hat, dann trägt er heute ein Fulnek-Trikot. 24.11.643996 21:47 |
Sprücheklopfer
Gerade diesen Nike-Spot sehe ich sehr negativ. Es beginnt jetzt die Reisezeit. Stellen Sie sich nur vor, die Kinder beginnen jetzt auf den Flughäfen mit Bällen herumzudribbeln.
Berti Vogts