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Funebreros Buceo siegt spät - zwei Hammerschläge in den letzten Minuten

Es war einer dieser Abende im Estadio Buceo, an denen 33.334 Zuschauer glauben konnten, dass Fußball ein Drama in 90 Akten ist. Funebreros Buceo besiegte CD Cerrense mit 2:1 (0:0) - aber das sagt nur die halbe Wahrheit. Die ganze Geschichte handelt von Geduld, vergebenen Chancen, einem wütenden Trainer und einem Publikum, das erst in der 81. Minute aus seiner Sitzstarre erlöst wurde.

Die erste Halbzeit? Man könnte sagen, sie fand statt. Beide Teams spielten "balanciert", wie es in den Statistikbögen so schön heißt, was in der Praxis bedeutete: viel Mittelfeldgeplänkel, wenig Erleuchtung. Buceo hatte mehr Zielwasser im Tank - 15 Schüsse aufs Tor gegenüber 10 der Gäste -, aber keiner davon wollte den Weg hinter die Linie finden. "Ich dachte schon, der Ball hat heute sein eigenes Schutzprogramm", witzelte Linksverteidiger Eyal Tal später.

CD Cerrense hielt dagegen, meist über die Flügel, wo Joao Gomes und Duarte Galindo für Betrieb sorgten. Einmal in der 15. Minute zischte ein Schuss von Gomes so knapp am Pfosten vorbei, dass Buceos Keeper Moshe Galili kurzzeitig den Herzschlag überprüfte. "Ich hab ihn kommen hören, aber nicht gesehen", grinste der Torwart nach dem Spiel - ein Satz, der wohl in keiner Torwartschule als Lehrbeispiel taugt.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich zunächst: nichts. Trainer Leahcim Gnipeur von Cerrense schickte seine Männer mit "stärkerer Aggressivität" zurück aufs Feld - die Daten belegen es, und die Gelbe Karte für Gerd Vilhelmsen in Minute 43 war wohl der Vorgeschmack. Funebreros-Coach (dessen Name die Presseabteilung wie üblich geheim hielt - "Er will die Schlagzeilen den Spielern überlassen", hieß es) blieb gelassen.

Dann kam die 81. Minute und mit ihr der Moment, in dem Özer Cora, der flinke Linke mit dem Hang zu theatralischen Flanken, einen Ball perfekt in den Strafraum zirkelte. Bruno Mendes, 25 Jahre jung und bis dahin eher unauffällig, sprang hinein, als hätte er eine Feder im Schuh, und köpfte das Leder unhaltbar ins Netz. 1:0 - der Buceo-Block explodierte. "Ich hab nur die Augen zugemacht und gehofft, dass keiner ruft: Abseits!", lachte Mendes später.

Aber Cerrense antwortete schneller, als man "Mate-Tee" sagen konnte. Fünf Minuten später, in der 86., setzte sich Rechtsverteidiger Joshua Rose auf seiner Seite durch, legte quer, und Christian Petrizzi hämmerte den Ball aus zentraler Position zum 1:1 unter die Latte. Der Auswärtsblock jubelte, Trainer Gnipeur drehte sich zur Bank und brüllte: "Hab ich doch gesagt, Jungs, Geduld!"

Das Spiel schien auf ein gerechtes Unentschieden zuzusteuern, als sich in der Nachspielzeit plötzlich wieder Cora in Szene setzte. Der Mann war überall - diesmal auf rechts, als wolle er beweisen, dass Seitenflügel nur eine Empfehlung sind. Sein Pass in den Rückraum fand Fabian Schade, der in der 90. Minute trocken abschloss. 2:1. Stadion im Ausnahmezustand.

"Ich hab’s gar nicht kapiert, dass der drin war", gestand Schade mit einem Lachen, das irgendwo zwischen Erleichterung und Ungläubigkeit lag. "Aber dann hat mich Özer umarmt, und ich wusste: irgendwas Gutes ist passiert."

Statistisch war’s ein Duell auf Augenhöhe - 49,6 Prozent Ballbesitz für Buceo, 50,3 Prozent für Cerrense, Zweikampfquote leicht zugunsten der Gastgeber. Doch was zählen Zahlen, wenn Emotionen übernehmen? Die Zuschauer tanzten, sangen und zündeten Fackeln, als wäre der Titel schon sicher.

Cerrense-Coach Gnipeur hingegen stand nach Schlusspfiff regungslos an der Seitenlinie. "Wir haben gut gespielt, aber das Spiel wollte uns nicht", sagte er, lakonisch wie ein Mann, der weiß, dass Fußball manchmal einfach nur ein grausamer Witz ist.

Funebreros Buceo hingegen feierte ausgelassen. "Zwei Vorlagen, zwei Tore - was will man mehr?", grinste Özer Cora und zeigte auf die Fans: "Das war für sie."

Ein Spiel mit späten Explosionen, einer Prise Ironie und dem Beweis, dass Geduld im Fußball manchmal doch belohnt wird. Oder, wie ein Zuschauer beim Hinausgehen murmelte: "Warum nicht gleich so?"

Und damit bleibt nur zu sagen: Wer zu früh geht, verpasst das Beste - in Buceo gilt das jetzt offiziell als Lebensweisheit.

11.05.644000 03:38
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Ich weiß nicht, ob wir mit der Variante 6A, 17C oder 2B spielen.
Rainer Bonhof zur möglichen Aufstellung gegen das damalige Jugoslawien bei der WM 98
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