Tuttosport
+++ Sportzeitung für Italien +++

Galili schockt Brescia früh - Udinese siegt glücklich mit 1:0

Wer am Donnerstagabend im Stadio Mario Rigamonti pünktlich kam, hat das Wichtigste gesehen. Wer zu spät war, durfte sich immerhin über 87 Minuten leidenschaftlichen, aber torlosen Kampf freuen. Der FC Udinese entführte beim 1. Liga-Italien-Spieltag Nummer elf mit einem 1:0-Sieg gegen US Brescia drei Punkte - dank eines frühen Treffers von Daniel Galili in der dritten Minute. Danach war’s ein Festival der verpassten Chancen, der verzweifelten Gesten und des gepflegten Kopfschüttelns.

"Wir wollten eigentlich ruhig beginnen", grinste Udinese-Coach Emiliano Dicetutto nach dem Spiel und konnte sich das Lachen kaum verkneifen. "Aber Daniel hat wohl die Uhr falsch eingestellt." In der Tat: Nach einem rasanten Vorstoß über die rechte Seite von Jeno Bene landete dessen Flanke punktgenau bei Galili, der aus gut 20 Metern trocken abzog. Der Ball zischte an Brescias Keeper Nicola Degano vorbei ins linke Eck - 1:0, und das Stadion verstummte kurz wie nach einer Strompanne.

Brescia brauchte ein paar Minuten, um zu begreifen, dass das Spiel wirklich begonnen hatte. Danach aber entwickelte sich ein Einbahnstraßen-Fußball in Richtung Udinese-Strafraum. Luca Falconara prüfte den gegnerischen Torwart mehrmals, Theo Long schoss aus allen Lagen, und selbst Rechtsverteidiger Luigi Cicala wagte sich in die Offensive. 17 Schüsse aufs Tor, 53 Prozent Ballbesitz - das liest sich nach Dominanz. Nur das Tor fehlte.

"Wir hätten heute drei Spiele gewinnen können", knurrte Heimtrainer Patras Egomanis und hielt sich demonstrativ die Stirn. "Aber anscheinend war das Tor zu klein, oder wir zu groß." Sein Pendant Dicetutto konterte charmant: "Manchmal ist Fußball wie ein Pokerspiel - du brauchst nicht die besseren Karten, nur das bessere Gesicht."

Die 30.474 Zuschauer bekamen jedenfalls einiges geboten: Gelbe Karten für Brescias Marek Dobias (65.) und Theo Long (67.), eine Verletzung von Alfie Kenny (80.) - und eine taktische Meisterleistung des Udinese-Abwehrblocks. Bailey Munro und Lionel Couto räumten hinten alles ab, was in Weiß und Blau anrollte. Besonders Couto blockte gleich zwei gefährliche Distanzschüsse kurz nach der Pause und feierte danach, als hätte er selbst getroffen.

In der 80. Minute musste Kenny verletzt raus; Egomanis brachte ausgerechnet Stürmer Orhan Gönül für den rechten Verteidiger. "Ja, das war Absicht", erklärte der Coach später mit einem süffisanten Lächeln. "Wenn die Defensive nicht funktioniert, versuchen wir’s eben mit Angriff." Doch auch diese Maßnahme blieb ohne Wirkung - Udineses Keeper Luca Lange pflückte alles herunter, was in seine Nähe kam.

In den letzten zehn Minuten wurde das Spiel wild. Fabio Castellani kam für Falconara (88.), und kaum hatte der 20-Jährige den Rasen betreten, wurde er gleich wieder ausgewechselt - Egomanis schickte den 17-jährigen Leandro Girifalco aufs Feld (89.). "Er wollte mir wohl den jüngsten Rekordspieler schenken", scherzte Girifalco nach dem Spiel, "aber leider ohne Ballkontakt."

Udinese verteidigte mit zehn Mann im eigenen Strafraum, Dicetutto gestikulierte wild an der Seitenlinie, und der Schlusspfiff fühlte sich für seine Spieler an wie ein geglückter Raubzug. "Manchmal reicht ein Tor, wenn man es früh genug macht", meinte Galili, der Held des Abends, beim Verlassen des Platzes. "Und manchmal reicht auch Glück - wir hatten beides."

Brescia dagegen bleibt ratlos. 17 Schüsse, kein Treffer - eine bittere Statistik. Immerhin: Einsatz und Moral stimmten. Die Fans verabschiedeten ihr Team mit Applaus, wohl wissend, dass an diesem Abend weniger fehlte als ein bisschen Zielwasser.

Und so bleibt der Abend in Brescia als Lehrstück in Sachen Effizienz in Erinnerung: Udinese schießt achtmal, trifft einmal - Brescia schießt doppelt so oft und trifft gar nicht. Fußball kann so einfach sein - und so gemein.

Patras Egomanis fasste es am Ende trocken zusammen: "Wir haben alles richtig gemacht, außer Tore geschossen." Ein Satz, der vermutlich in der Kabine noch öfter fallen wird. Und wer weiß - vielleicht kommt das Glück beim nächsten Spiel ja pünktlicher. Heute jedenfalls war es schon in der dritten Minute da - nur leider auf der falschen Seite.

07.03.643994 06:13
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Man sollte die Presse nicht wichtiger machen, wie sie wichtig gemacht wird.
Lothar Matthäus
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager