Diarios de Futbol
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Galindo dreht das Spiel: Academia Lima schlägt Flamengo mit 2:1

Was für ein Abend in Lima! 59.000 Zuschauer verwandelten das Stadion in ein rot-blaues Tollhaus, als Academia Lima nach 90 intensiven Minuten den brasilianischen Giganten CF Flamengo mit 2:1 niederkämpfte. Es war ein Spiel, das mit seiner Dramaturgie jedem Drehbuchautor Schweißperlen auf die Stirn getrieben hätte: ein zäher Beginn, ein Rückstand, ein Doppelschlag - und am Ende ein Triumph, der sich wie eine Befreiung anfühlte.

Trainer Olli Kahn, sonst eher für seine kühle Mimik bekannt, grinste nach dem Abpfiff wie ein Mann, der gerade eine Wette gewonnen hat. "Ich hab den Jungs gesagt: Wenn wir heute nicht laufen, laufen wir morgen doppelt. Offenbar wollten sie lieber heute laufen", lachte der deutsche Coach, noch ehe er von einer Bierdusche überrascht wurde.

Dabei sah in der 50. Minute alles nach einer brasilianischen Samba-Nacht aus. Frederic Marchand, Flamengos quirliger Linksaußen, schlenzte den Ball nach feinem Zuspiel von Nelio Caneira unhaltbar ins lange Eck - 0:1. Die Gäste jubelten, die Fans pfiffen, und Olli Kahn trat wütend gegen eine Trinkflasche, die daraufhin das Weite suchte.

Doch wer gedacht hatte, Academia würde nun einknicken, wurde eines Besseren belehrt. Sechs Minuten später schlug David Galindo zu. Der bullige Mittelstürmer nahm eine butterweiche Flanke von Luís Makukula direkt - und traf mit einem satten Volley ins kurze Eck. "Ich hab den Ball perfekt getroffen. Wenn der nicht reingeht, hör ich auf mit Fußball", grinste Galindo später, als würde er’s ernst meinen.

Flamengo war plötzlich verunsichert. Die Brasilianer, die mit aggressivem Pressing und viel Tempo gestartet waren, wirkten überrascht von der neuen Lässigkeit der Peruaner. "Nach dem 1:1 haben wir kurz aufgehört zu denken", gab Gästetrainer Dino Ma später unumwunden zu. "Und wenn du gegen ein Team spielst, das Olli Kahn trainiert, ist das keine gute Idee."

Academia Lima dominierte fortan Ball und Gegner. 14 Torschüsse gegenüber 7 von Flamengo sprechen eine klare Sprache, ebenso das leicht bessere Ballbesitzverhältnis (52 zu 48 Prozent). Besonders auffällig: Makukula, der zweimal Galindo mustergültig bediente, war der heimliche Dirigent des Abends. Sein zweiter Assist in der 78. Minute sorgte für den entscheidenden Treffer: Wieder Galindo, wieder eiskalt. Ein kurzer Sprint, ein cleverer Haken, ein Abschluss mit der Präzision eines Uhrwerks.

"Das war pure Freude", sagte Makukula später, während er sich ein Trikot über den Kopf zog. "David und ich haben das im Training genauso geübt - allerdings gegen Pylonen."

Flamengo versuchte in der Schlussphase alles, wechselte offensiv (Ukkonen kam für einen Linksverteidiger!), zog das Pressing an, doch Lima stand. Selbst als Tamas Fekete in der 80. Minute nach einer übermotivierten Grätsche Gelb sah, schien das Feuer der Brasilianer erloschen. Die letzten Minuten gehörten dem Jubel - und einem gewissen Paulo Benito, der in der 90. Minute für Doppel-Torschütze Galindo eingewechselt wurde. Der junge Mittelfeldspieler durfte noch zwei Minuten Libertadores-Luft schnuppern - und strahlte danach, als hätte er das Siegtor selbst erzielt.

"Das war ein Sieg der Mentalität", bilanzierte Kahn sachlich, "und vielleicht auch ein kleines Lehrstück in deutscher Disziplin." Sein Gegenüber Dino Ma antwortete trocken: "Wenn Olli Kahn deutsche Disziplin sagt, dann meinst du besser, du hörst zu."

Die Fans sangen noch lange nach Abpfiff, während Galindo und Makukula Arm in Arm eine Ehrenrunde drehten. Ein Spiel, das mit einem Rückstand begann, endete mit einer Liebeserklärung an Kampfgeist, Geduld - und ein bisschen Wahnsinn.

Ein Reporter neben mir murmelte: "Kahn wird heute Nacht lächeln, und das ist gefährlich - dann plant er schon das nächste Wunder." Vielleicht hat er recht. Denn wenn Academia Lima so weiterspielt, könnte dieses Märchen in der Copa Libertadores noch einige Kapitel bekommen.

Und Flamengo? Die werden sich an diesen 8. Juni 2026 erinnern - als den Tag, an dem sie in Lima tanzten, aber die Musik plötzlich nicht mehr ihnen gehörte.

11.02.644003 19:08
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