El Peruano
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Galindo-Gala in Melgar - Academia Lima fegt Domino 4:0 vom Platz

Ein Abend zum Vergessen für Domino Melgar, ein Fest für Academia Lima: Vor 20.000 Zuschauern im heimischen Stadion wurde der 5. Spieltag der "1. Liga Peru" zu einer einseitigen Angelegenheit. 0:4 hieß es am Ende - und das schmeichelte den Gastgebern fast noch.

Schon nach fünf Minuten war die Richtung klar. David Galindo, der Mann mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks und der Kaltblütigkeit eines Eiskunstläufers, traf früh zum 0:1. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Galindo später, "aber dann dachte ich mir: Wenn er schon so schön fliegt, soll er auch reinfallen." Der Ball tat ihm den Gefallen.

Domino Melgar wirkte überrascht, als hätte niemand vorher erwähnt, dass Spiele mit Anpfiff beginnen. Während Lima mit schnörkellosem Offensivgeist anrannte, suchten die Hausherren noch den richtigen Schuh, um überhaupt einmal präzise nach vorne zu spielen. Die Statistik sagt alles: 3 Torschüsse für Melgar, 18 für Lima.

Der nächste Doppelschlag kam kurz vor der Pause - und er tat weh. Erst erhöhte Galindo in der 43. Minute nach feinem Zuspiel von Jukka Hietanen auf 0:2. Kaum hatte der Stadionsprecher den Namen verkündet, klingelte es schon wieder: Seppo Uusimäki nutzte eine Unsicherheit in Melgars Hintermannschaft zum 0:3. Zwei Tore in einer Minute - das Publikum schwieg, nur das Gästefeld jubelte.

"Wir waren in der Kabine eigentlich ganz zufrieden", sagte Melgars Keeper Felipe Marques hinterher. "Dann habe ich auf die Anzeigetafel geschaut." Und tatsächlich - 0:3 zur Halbzeit, obwohl die Ballbesitzwerte mit 49 zu 51 Prozent fast ausgeglichen wirkten. Nur: Wer ständig den Ball in der eigenen Hälfte hat, wird selten Meister.

Nach der Pause kam Hoffnung auf - für genau eine Minute. Direkt nach Wiederanpfiff (46.) machte Galindo mit seinem dritten Treffer alles klar. Ein Hattrick, trocken, effizient, ohne Firlefanz. "Ich wollte eigentlich ausgewechselt werden", lachte er im Interview, "aber Olli hat gesagt: ’Bleib drauf, Junge, du kochst noch!’" Trainer Olli Kahn, der sonst für seine stoische Miene bekannt ist, wirkte ausnahmsweise gelöst. "Wir haben vorne einfach zu Ende gespielt, was wir angefangen haben - das ist mir lieber, als wenn sie hinten rumtricksen."

Melgar versuchte es nun mit Schadensbegrenzung. Der junge Innenverteidiger Felipe Carcedo sah in der 73. Minute Gelb, nachdem er bei einem rustikalen Zweikampf wohl meinte, er sei beim Ringen gelandet. "Ich wollte nur zeigen, dass ich da bin", rechtfertigte er sich. Sein Trainer - der nach dem Spiel wortkarg blieb - dürfte das anders gesehen haben.

Academia Lima blieb auch in der Schlussphase spielfreudig, ließ Ball und Gegner laufen. Die Einwechslung des 22-jährigen Jordi Roy brachte frischen Wind, aber kein weiteres Tor. Luis Makukula, der schon in der 16. Minute für den verletzten Arnfinn Berg gekommen war, versuchte sich mehrfach aus der Distanz. Doch Keeper Marques verhinderte Schlimmeres.

Einziger kleiner Wermutstropfen für Lima: Matteo Pedivigliano sah in der 84. Minute Gelb nach einem taktischen Foul - vermutlich aus Langeweile. "Manchmal muss man zeigen, dass man noch wach ist", meinte er augenzwinkernd.

Taktisch spielte Lima von Beginn an offensiv, mit ausgewogenem Passspiel und sicherem Abschlussverhalten. Melgar blieb über das ganze Match hinweg bei seiner "balancierten" Ausrichtung, was in der Praxis eher nach "passiv und ratlos" aussah.

Am Ende stand ein 0:4, das so klar war wie die Sonne über Cusco. Galindo nahm den Ball nach Abpfiff mit - "für meine Mutter", wie er sagte - und Olli Kahn stapfte zufrieden Richtung Kabine. "Wir haben gezeigt, dass wir nicht nur laut jubeln können, sondern auch laut treffen."

Domino Melgar dagegen bleibt nach dieser Vorstellung vieles schuldig. Ein Fan auf der Tribüne brachte es auf den Punkt: "Wir hatten fast gleich viel Ballbesitz - aber was bringt dir ein Ball, wenn du nichts damit anfangen kannst?"

Ein bitterer Abend für Melgar, ein glorreicher für Lima. Und irgendwo im Stadion summte jemand die Melodie von "Always Look on the Bright Side of Life". Nur wusste keiner so recht, auf wessen Seite das Licht an diesem Abend wirklich stand.

04.12.644002 12:04
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