Tuttosport
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Gela schießt sich in einen Rausch - 5:3 gegen Doria Genua

Es war ein lauer Maiabend in Gela, 43.500 Zuschauer im Stadion, und wer zu spät kam, verpasste eine dieser Partien, bei denen man sich fragt, ob die Abwehrreihen kollektiv beschlossen haben, den freien Tag auf dem Rasen zu genießen. Am Ende hieß es 5:3 für die Hausherren - ein Ergebnis, das so wild klang wie das Spiel selbst.

Von Beginn an war klar: Hier würde niemand abwarten. Beide Teams traten offensiv auf, beide Trainer hatten ihre Mannschaften auf Attacke eingestellt. Michael Müller, der Coach Gelas, grinste nach dem Schlusspfiff: "Ich hab den Jungs gesagt: Wenn wir schon schwitzen müssen, dann wenigstens fürs Publikum." Und das Publikum bekam einiges geboten.

Nach rund einer halben Stunde explodierte die Partie förmlich. In der 32. Minute sorgte Lucas Cochran, der drahtige Rechtsaußen, für das 1:0, nachdem Serhat Aydemir aus der Abwehr einen Pass spielte, der so präzise war, dass man kurz dachte, er hätte einen Laser im Fuß. Nur eine Minute später legte Julian Martins nach - 2:0. Bernardo Ochoa hatte ihn glänzend in Szene gesetzt, und Martins drosch den Ball unter die Latte, als wollte er ein Loch hineinprügeln.

"Da wusste ich, dass wir Spaß haben würden", erzählte Cochran später lachend. "Julian hat mich danach gefragt, ob wir jetzt aufhören dürfen. Ich hab ihm gesagt: Wir sind doch keine Italiener beim Mittagsschlaf."

Nach der Pause kam Doria Genua plötzlich mit Energie zurück. Xavi Ziganda, 22 Jahre jung und offenbar unbeeindruckt vom Rückstand, verkürzte in der 51. Minute auf 2:1 - ein Schuss aus halbrechter Position, den Gela-Keeper Caio Nene nur noch hinter sich aus dem Netz holen konnte. Trainer Gurkennose Gurk - ja, der Name ist echt - brüllte an der Seitenlinie: "Endlich! So wollte ich das von Anfang an sehen!"

Doch Gelas Antwort ließ kaum drei Minuten auf sich warten. Javier Vazques stellte nach Vorarbeit von Ochoa den alten Abstand wieder her, 3:1. Und nur vier Minuten später machte Daniel Fabbri das 4:1 - diesmal nach Vorlage von Martins. Gela spielte wie entfesselt, Doria wie benommen.

In der 62. Minute setzte Vazques mit seinem zweiten Treffer das 5:1 drauf. Das Stadion bebte, und Trainer Müller vergrub sich lachend in den Armen seines Co-Trainers. "Ich hab kurz überlegt, ob ich den Schiedsrichter frage, ob wir jetzt pfeifen dürfen", witzelte er später.

Aber Doria hatte noch nicht genug. In der 66. Minute traf Joan Marin zum 5:2, und nur eine Minute danach ließ Rafael Weis die Gäste wieder hoffen - 5:3. Beide Tore fielen in einer Phase, in der Gelas Defensive etwas zu sehr damit beschäftigt war, ihr eigenes Tor zu feiern. Müller brüllte von der Seitenlinie: "Ihr dürft euch freuen, aber bitte erst nach dem Abpfiff!"

Die Schlussphase war dann ein wilder Schlagabtausch - Torschüsse hier, Rettungstaten da. Insgesamt 16 Schüsse aufs Tor für Gela, 8 für Doria, Ballbesitz fast gleich verteilt (50 zu 50 Prozent). Ein Spiel also, das man statistisch kaum klar deuten konnte, aber emotional eindeutig: Gela hatte einfach mehr Biss.

In der 89. Minute durfte Fabbri unter Applaus vom Platz, ersetzt von Vitorino Postiga. "Ich hätte gern noch ein drittes Tor gemacht", meinte Fabbri schmunzelnd, "aber Trainer Müller meinte, meine Frisur sähe schon fertig aus."

Bei Doria wechselte Gurk in der Nachspielzeit gleich dreimal - vielleicht, um noch ein Zeichen zu setzen, vielleicht aber auch, um den Schlusspfiff schneller zu erreichen. Der junge Antonio Catanzaro, gerade mal 19, bekam noch ein paar Minuten, ebenso der 17-jährige Leandro Gutierrez. "Das ist unsere Zukunft", sagte Gurk, "auch wenn sie heute ziemlich kurz war."

Zwei Gelbe Karten für Doria - Rafael Weis (21.) und Vahap Bayraktar (77.) - rundeten das Bild einer Mannschaft ab, die viel wollte, aber an diesem Abend einfach zu spät aufwachte.

Fazit: Gela gewinnt verdient mit 5:3, weil sie in den entscheidenden Momenten schneller, wacher und humorvoller waren. Dass sie am Ende trotzdem noch zwei Tore herschenkten, passt zu diesem Spiel voller Energie und kleiner Dramen.

Oder wie es Lucas Cochran am Ende zusammenfasste: "Wir hätten acht machen können. Aber dann hätten die Fans ja beim nächsten Mal nichts mehr zu erwarten."

Ein Satz, der wohl sinnbildlich für diesen Abend steht - voller Tore, Lächeln und einem Hauch von Chaos. Gela lacht, Genua lernt. Und die 43.500 Zuschauer gingen mit dem Gefühl nach Hause, Zeugen eines Fußballfestes gewesen zu sein, das wohl noch ein paar Tage in der Stadt besprochen wird - vorzugsweise bei einem Glas Rotwein und einem breiten Grinsen.

22.09.643999 15:32
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