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Gela schlägt Brugg 2:1 - Offensivfeuerwerk mit Nervenflattern in der Schlussphase

Wenn 43.500 Zuschauer an einem lauen Aprilabend in Gela ein Champions-League-Spiel sehen wollen, dann bekommen sie meist Drama, Leidenschaft und mindestens einen Spieler, der seine Gelbe Karte als Souvenir mitnimmt. Diesmal war es gleich doppelt packend: Gela siegte 2:1 gegen den FC Brugg, doch wer nach dem 2:0 zur Pause schon den Grill angeworfen hatte, musste am Ende noch um die Kohle zittern.

Gelas Trainer Michael Müller hatte vor dem Spiel ein "mutiges Offensivkonzept" angekündigt - und das meinte er offenbar wörtlich. Schon ab der ersten Minute rückten die Außenverteidiger so weit auf, dass man im Pressetribünenblock kurz überlegte, ob die Abseitslinie neu definiert wurde. Brugg-Trainer Stefan Schreiner stand derweil mit verschränkten Armen an der Seitenlinie, als wollte er sagen: "Na gut, dann schauen wir uns das mal an."

In der 12. Minute klingelte es zum ersten Mal. Julian Martins, Gelas Dauerläufer auf links, schlug eine butterweiche Flanke in den Strafraum, wo Pablo Tarrega lauerte. Der 30-jährige Mittelstürmer nahm den Ball direkt und jagte ihn flach ins rechte Eck - 1:0. "Ich hab’ gar nicht groß nachgedacht, einfach draufgehalten", grinste Tarrega später. "Wenn ich nachdenke, fliegt der Ball meist auf den Parkplatz."

Nur sechs Minuten später legte Gela nach. Diesmal war es eine Co-Produktion aus dem Mittelfeld: Charlie Smith steckte den Ball durch, Corey Staunton rauschte heran und schob überlegt ins lange Eck - 2:0. Der Jubel hallte noch durch das Stadion, als Staunton auf dem Rückweg zu seiner Hälfte mit einem breiten Grinsen an Müller vorbeilief. "Ich hab’ gesagt, das war doch geplant, oder?", erzählte der Trainer hinterher lachend. "Er meinte nur: ’Na klar, wie immer.’"

Danach ließ Gela Ball und Gegner laufen - zumindest bis zur 45. Minute, als der FC Brugg zu begreifen schien, dass man auch mitspielen darf. Vor allem der junge Bradley Allington prüfte Gelas Keeper Pattrick Gabriel mehrfach aus allen Lagen. Der Torhüter zeigte sich aufmerksam, auch wenn er nach einem strammen Schuss in der 45. Minute kurz fluchend auf seinen Handschuh schaute, als hätte der ihn verraten.

Zur Pause war alles klar: 2:0, Ballbesitz knapp 52 Prozent, zwölf Torschüsse bis dahin - Müller dürfte zufrieden gewesen sein. Brugg dagegen wirkte, als hätte man den Matchplan im Bus vergessen.

Doch Schreiner reagierte. "Wir wollten Gelas Spiel ins Zentrum lenken und selbst über die Außen kommen", erklärte er später mit professioneller Ruhe. In der 65. Minute zahlte sich das aus: Nach einem schnellen Angriff über rechts flankte Fabian Müller präzise in den Rückraum, wo Kyriakos Kalitzakis - eigentlich Rechtsverteidiger - plötzlich auftauchte und den Ball trocken unter die Latte knallte. 2:1. "Ich weiß auch nicht, was ich da oben gemacht habe", lachte Kalitzakis nach Abpfiff. "Vielleicht war’s der Sauerstoffmangel."

Von da an wurde es wild. Brugg drückte, Gela wankte. Allington feuerte noch zweimal gefährlich aufs Tor, während Gelas Defensive zunehmend Gelb trug - im wörtlichen Sinne. Samuel Perlman sah seine Karte schon in der 29. Minute, Silvestre Veloso legte in der 86. nach. "Wir wollten halt zeigen, dass wir auch kämpfen können", knurrte Müller süffisant.

In der 88. Minute wechselte Schreiner gleich dreimal - als wolle er den Spielbericht aufblähen. Busch, Lindemann und Rupp kamen, aber der große Ausgleich blieb aus. Stattdessen hatte Lucas Cochran auf der Gegenseite gleich dreimal die Entscheidung auf dem Fuß (80., 81., 82.), scheiterte aber an Bruggs Keeper Luka Cvitanovic, der mit jeder Parade ein Stück größer wirkte.

Als Schiedsrichter Brandt nach 93 Minuten endlich abpfiff, fiel Müller seinem Co-Trainer um den Hals, während Schreiner mit einem ironischen Schulterzucken in die Kabine verschwand. "Wenn wir so anfangen, wie wir aufgehört haben, dann wird’s noch was", murmelte er Richtung Presse.

Statistisch gesehen war’s ein ausgeglichenes Spiel - 12:8 Torschüsse, 51,7 Prozent Ballbesitz für Gela, aber das Ergebnis sprach eben eine klare Sprache. Müller bilanzierte trocken: "Wir haben’s spannend gemacht, damit die Zuschauer wiederkommen."

Und ehrlich gesagt: Wer nach diesem Abend nicht wiederkommt, hat Fußball nie geliebt.

22.07.643996 01:10
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So schnell wie ich heute gelaufen bin, konnte mich keine Kamera einfangen.
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