Tuttosport
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Gela schlägt US Cittadella 3:1 - Effizienz trifft Leidenschaft

Ein lauer Aprilabend, 43.500 Zuschauer im Stadion, Flutlicht, Spannung - und am Ende ein Gela, das sich mit 3:1 gegen US Cittadella durchsetzt. Es war kein glattes Lehrbuchspiel, sondern eher eine Mischung aus Chaos, Cleverness und konsequenter Chancenverwertung. Trainer Michael Müller grinste nach dem Abpfiff: "Wir wollten kompakt stehen und dann zuschlagen - naja, es hat funktioniert, oder?"

Von Beginn an war Cittadella das aktivere Team, offensiv eingestellt und mit frühem Pressing. Schon in der dritten Minute prüfte Tim Goosens den Gela-Keeper Pattrick Gabriel - der reagierte mit einer Parade, die den Zuschauern ein erstes Raunen entlockte. "Da wusste ich, heute bin ich wach", scherzte Gabriel später. Doch das frühe Feuerwerk der Gäste blieb folgenlos.

Gela lauerte - und traf. In der 17. Minute kombinierte sich Linksverteidiger Jeno Lisztes über die Seite durch, flankte flach in die Mitte, wo Pablo Tarrega lauernd stand. Ein Kontakt, ein Schuss, ein Tor. 1:0. "Ich hab einfach gehofft, dass er den Ball reinbringt", sagte Tarrega trocken. "Und er hat’s getan."

Doch Cittadella antwortete prompt. Nur elf Minuten später, Ivan Baiao, der auffällig agile Mittelstürmer, nahm eine flache Hereingabe von Youngster Dennis Endres auf, drehte sich blitzschnell und vollendete zum 1:1. Der Gästeblock tobte, Trainer Michael Schuller ballte die Faust. "Das war genau die Reaktion, die ich sehen wollte", erklärte er.

Aber Gela ließ sich davon nicht beeindrucken. Im Gegenteil: In der 37. Minute spielte sich Niels Wegener, der zentrale Strippenzieher, durch Cittadellas Mittelfeld wie ein Dirigent mit Taktstock. Sein Pass fand rechts Filipe Meira - und der drosch den Ball humorlos ins lange Eck. 2:1. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Meira hinterher, "aber dann hab ich’s mir anders überlegt."

Mit diesem Spielstand ging es in die Pause. Die erste Hälfte war ein Spiegelbild der Statistik: 52 Prozent Ballbesitz für Gela, 17 Torschüsse zu 10 - kein Wunder, dass die Fans in der Halbzeit zufrieden ihr Bier nachbestellten.

Nach dem Seitenwechsel blieb Cittadella offensiv, aber ideenlos. Gela hingegen blieb seiner defensiv-kompakten Linie treu - und wartete auf den Moment. In der 61. Minute war er da: Wieder Wegener als Vorlagengeber, diesmal auf Lucas Cochran. Der 31-Jährige nahm Maß, der Ball zischte flach ins linke Eck - 3:1. Das Stadion explodierte. "Das war so ein Ball, den du einfach spürst, noch bevor du ihn triffst", schwärmte Cochran.

Danach war der Drops gelutscht. Zwar versuchte Cittadella mit frischen Kräften - Freddie Couture kam für Nathan Callaert, später Logan Edgecomb für Endres - noch einmal Druck zu machen, doch Gelas Abwehr stand wie eine Mauer auf einem guten italienischen Espresso. Nur einmal, in der 84. Minute, wurde es noch gefährlich, als Baiao aus 18 Metern abzog. Gabriel lenkte den Ball spektakulär über die Latte.

Die Schlussphase hatte dann fast etwas Theatralisches: Gelas Innenverteidiger Serhat Aydemir sah Gelb, wurde kurz darauf ausgewechselt - "Ich wollte kein Risiko, dass er noch Gelb-Rot sieht", erklärte Coach Müller. Sein Ersatz, Philippe Graves, brachte Ruhe ins Zentrum. Und ganz am Ende, in der 90. Minute, durfte Routinier Javier Garcia noch ein paar Sekunden Luft schnuppern - für den gefeierten Cochran.

Nach dem Spiel sprach Gästetrainer Schuller mit einer Mischung aus Frust und Galgenhumor: "Wir hatten den Plan, Gela unter Druck zu setzen. Aber sie haben einfach die Tore gemacht. Fußball ist manchmal grausam einfach."

Statistisch betrachtet war das Spiel nahezu ausgeglichen - 52,6 Prozent Ballbesitz für Gela, 47,4 für Cittadella. Doch die Effizienz sprach klar für die Hausherren: 17 Torschüsse, drei Treffer. "Wir haben heute fast alles richtig gemacht", resümierte Müller. "Fast - weil ich mich immer noch über das Gegentor ärgere."

Während die Fans noch sangen und die Flutlichter über das Stadion flimmerten, stand Tarrega mit seinen Teamkollegen an der Eckfahne und winkte in die Kurve. Ein Abend, der zeigte, dass Gela nicht nur verteidigen, sondern auch zaubern kann - wenn’s drauf ankommt.

Und irgendwo in den Katakomben hörte man Cittadellas Betreuer murmeln: "Gegen so eine Effizienz kannst du halt nix machen." Vielleicht hat er recht.

Am Ende bleibt: Gela 3, Cittadella 1 - und ein weiterer Beweis, dass Fußball selten gerecht, aber immer unterhaltsam ist.

14.11.643996 22:32
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Rainer Calmund
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