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Gela stürmt zum 6:3 - Vazques zündet den Turbo gegen Pivara Celarevo

Ein Champions-League-Abend, der selbst erfahrene Reporter sprachlos machte - und das will etwas heißen. 43.500 Zuschauer im ausverkauften Stadion von Gela sahen am Mittwochabend ein Fußballfest zwischen Kunst und Chaos. Am Ende stand ein 6:3-Spektakel, das so wild war, dass selbst der Stadionsprecher kurz den Überblick verlor.

Dabei begann alles ganz harmlos - zumindest für die ersten fünf Minuten. Dann schlich sich Jamie MacLean von Pivara Celarevo in der sechsten Minute in den Strafraum, bekam die Flanke von Adam Ross und hämmerte den Ball ins Netz. "Da war unsere Abwehr wohl noch beim Einlaufen", knurrte Gelas Trainer Michael Müller später mit einem ironischen Lächeln.

Doch Gela wäre nicht Gela, wenn sie sich davon beeindrucken ließen. Statt Panik gab’s Pressing, statt Nervosität eine Portion südländischen Wahnsinns. Filipe Meira rannte die rechte Seite hoch und runter, als hätte er zwei Lungen. Pablo Tarrega prüfte den gegnerischen Torwart mehrfach, aber der Ball wollte nicht rein - bis kurz vor der Pause.

In der 42. Minute war es dann soweit: Javier Vazques, der Mann mit dem eleganten Bart und der linken Klebe, traf zum 1:1. Nach einer Ecke von Francisco Dominguez reagierte Vazques am schnellsten. "Ich habe nur gesehen, dass der Ball kommt - und dachte: Jetzt oder nie", grinste der Spanier später.

Nach der Pause wurde aus Fußball dann endgültig Feuerwerk. Kaum war die zweite Halbzeit angepfiffen, legte Vazques nach. In der 51. Minute verwandelte er eine butterweiche Flanke von Julian Martins zum 2:1. Das Stadion tobte, die Luft vibrierte - und Pivara Celarevo wirkte plötzlich wie ein Team, das sich an die falsche Adresse verirrt hatte.

Und als wäre das nicht genug, erhöhte Lucas Cochran in der 67. Minute nach Vorlage von Meira auf 3:1. Müller riss die Arme hoch, die Ersatzbank jubelte - doch das Spiel war noch lange nicht entschieden.

Denn Celarevo, tapfer wie ein angeschlagener Boxer, schlug zurück. In der 70. Minute traf Adam Ross nach feinem Zuspiel von Ognjen Ristic, drei Minuten später netzte Pascal Kohl zum 3:3 ein. Auf der Gästebank sprang Trainer Andreas Go wie von der Tarantel gestochen auf. "Da war plötzlich wieder alles möglich", sagte er hinterher.

Aber Gela hatte anderes im Sinn. Nur eine Minute nach dem Ausgleich antwortete - natürlich - Javier Vazques. Nach einer Flanke des eingewechselten David Martin köpfte er das 4:3. Und weil es offenbar ein persönlicher Feiertag war, legte Vazques in der 82. und 86. Minute noch zwei Tore nach. Beide Male stand er da, wo ein Stürmer stehen muss - und beide Male sah die Abwehr von Celarevo aus, als würde sie lieber in Deckung gehen.

Sechs Tore für Gela, fünf davon durch einen einzigen Mann. "Ich habe mir heute nichts Besonderes vorgenommen", sagte Vazques mit gespielter Bescheidenheit. "Vielleicht nur, nicht schon wieder die Latte zu treffen."

Während die Fans noch sangen, humpelte Filipe Meira in der Nachspielzeit vom Platz - eine Verletzung nach 91 kampfbetonten Minuten. "Er wollte nicht raus", erklärte Müller, "aber sein Bein hatte eine andere Meinung."

Statistisch gesehen war das Ganze fast absurd: Gela hatte weniger Ballbesitz (nur 44 Prozent), aber 18 Torschüsse. Celarevo dominierte den Ball, aber nicht das Spiel. Der Unterschied? Effizienz und ein gewisser Herr Vazques.

Andreas Go fasste es trocken zusammen: "Wenn einer fünfmal trifft, kann man die Taktik auch gleich im Bus lassen." Sein Team hatte durchaus Momente, doch die Defensive blieb löchrig wie ein alter Trainingspulli.

Müller dagegen zeigte sich versöhnlich: "Wir haben ein paar Dinger zugelassen, klar - aber wer sechs Tore schießt, darf Fehler machen." Dann grinste er und fügte hinzu: "Ich überlege, Vazques künftig in die Abwehr zu stellen - da trifft er wenigstens ins richtige Tor."

So endete ein Abend, der weniger an Champions-League-Taktik als an Straßenfußball erinnerte - wild, emotional, unberechenbar. Gela steht nach diesem 6:3 mit einem Bein im Achtelfinale, während Celarevo wohl den Bus nach Hause in nachdenklicher Stimmung bestieg.

Und irgendwo im Stadion, zwischen leeren Bechern und euphorischen Fans, murmelte ein älterer Zuschauer: "Früher hatten wir Stürmer mit Instinkt. Heute haben wir Vazques." Man kann ihm kaum widersprechen.

19.11.643999 11:20
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