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Gela und Heerenveen liefern sich einen wilden Tanz des Unentschiedens

Es war einer jener Abende, an denen Fußballromantik und Nervenstärke eine Zwangsehe eingingen: 43.500 Zuschauer im ausverkauften Stadion von Gela sahen ein 2:2, das in seiner Dramaturgie irgendwo zwischen Shakespeare und Slapstick rangierte. Zwei Tore von Pablo Tarrega, zwei Antworten der Niederländer - und am Ende wusste niemand so recht, ob man jubeln oder den Kopf schütteln sollte.

Gela begann furios. Schon in den ersten zehn Minuten prüfte Javier Vazques zweimal den niederländischen Keeper Gabri Alcantara - allerdings ohne Erfolg. Trainer Michael Müller stand da mit verschränkten Armen und halb ironischem Lächeln: "Wir hätten das Ding schon nach 15 Minuten im Sack haben können. Aber dann hätten sich die Leute ja gelangweilt."

So kam es, wie es kommen musste: Nach einem wahren Feuerwerk an Torschüssen (Gela zählte am Ende stolze 20 Versuche, Heerenveen gerade mal sechs) fiel das 1:0 erst in der 32. Minute. Niels Wegener spielte einen Zuckerpass in den Lauf von Pablo Tarrega, der den Ball mit der Brust annahm und eiskalt vollendete. Während der Stadionsprecher noch nach Luft rang, notierte sich Heerenveens Coach Adam Kramer etwas in sein Notizbuch - vermutlich "Tarrega doppeln".

Doch Fußball wäre nicht Fußball, wenn Notizen reichen würden. Als Gela nach der Pause weiter stürmte, schlich sich jene Arroganz ein, die Müller später "künstlerische Selbstverliebtheit" nannte. Heerenveen, bis dahin eher Statist im Heimspiel der Italiener, kam mit einem Mal wie verwandelt aus der Kabine. In der 62. Minute tanzte der junge Koenraad Vandermark seinen Gegenspieler aus, flankte scharf nach innen - und Aljosa Benko köpfte zum Ausgleich.

Der Jubel der mitgereisten Niederländer war kaum verklungen, da schlug Tarrega erneut zu. Eine Minute später, fast im Gegenzug, wuchtete er eine Hereingabe von Innenverteidiger Tahsin Caliskan ins Netz. "Ich dachte eigentlich, ich sollte hinten absichern", grinste Caliskan nach dem Spiel, "aber manchmal ruft der Ball eben meinen Namen."

Doch der letzte Akt war ein niederländischer. In der 70. Minute kombinierte sich der FC Heerenveen über die linke Seite durch, und Wouter Wyman - der älteste der Wyman-Brüder - vollendete eiskalt nach Vorarbeit von Stefanos Kalafatis. 2:2, und plötzlich war es Gela, das wieder hinterherlief.

Die Schlussphase war ein einziger Sturmlauf. Müller brüllte seine Spieler nach vorn, Vazques schoss aus allen Lagen, und selbst Keeper Caio Nene rannte in der 93. Minute bei einer Ecke mit in den Strafraum. "Ich wollte einfach mal wieder was anderes sehen", witzelte er später. Doch der Ball wollte nicht mehr ins Tor.

Statistisch gesehen hätte Gela das Spiel gewinnen müssen: 56 Prozent Ballbesitz, doppelt so viele gewonnene Zweikämpfe und eine Schussbilanz von 20:6 sprechen eine deutliche Sprache. Doch Heerenveen zeigte, dass Effizienz manchmal lauter schreit als Schönheit. Trainer Kramer blieb nach dem Spiel ruhig: "Wir haben nicht dominiert, aber wir waren clever. Und im Europapokal gewinnt nicht der Schönste, sondern der Hartnäckigste."

Während die Fans von Gela noch über das Ergebnis diskutierten - irgendwo zwischen Frust und Faszination -, winkte Tarrega den Journalisten ab: "Zwei Tore sind schön, aber ich will Siege. Vielleicht hebe ich mir den Hattrick fürs Rückspiel auf."

Einige Gelbvermerke sorgten zwischendurch für erhitzte Gemüter: Niels Wegener und Mattias Lindström sahen Gelb, jeweils nach rustikalen Einsätzen, die ihren Trainern kurzzeitig die Gesichtsfarbe wechseln ließen. Müller kommentierte trocken: "Wir wollten zeigen, dass wir körperlich dagegenhalten können. Vielleicht ein bisschen zu sehr."

Als Schiedsrichter Petrovic schließlich abpfiff, war allen klar: Dieses 2:2 war mehr als nur ein Ergebnis - es war ein Versprechen. Das Rückspiel in Heerenveen dürfte zum Nervenkrimi werden. Und vielleicht, nur vielleicht, schreibt Pablo Tarrega dann das Ende dieser Geschichte selbst.

Oder, wie Müller es mit einem Augenzwinkern sagte, während er Richtung Kabine ging: "Wenn wir schon nicht gewinnen, dann wenigstens so, dass keiner das Spiel vergisst."

Ein Satz, den an diesem Abend wohl auch die 43.500 Zuschauer unterschrieben hätten - mit leicht zitternder Hand, aber einem breiten Grinsen.

19.02.644000 21:20
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Toni Polster
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