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Es war ein lauer Sommerabend in Gela, 43.500 Zuschauer schwitzten auf den Rängen, und unten auf dem Rasen tobte ein Spiel, das alles hatte: Tempo, Emotionen, Drama - und am Ende ein Ergebnis, das irgendwie niemanden so richtig glücklich machte. 1:1 stand es nach 90 intensiven Minuten zwischen Gela und Real Milano - ein Spiel, das die Heimfans mit einem Gefühl zwischen Stolz und Fassungslosigkeit nach Hause schickte. Von Beginn an war Gela im Offensivmodus. Trainer Michael Müller hatte seine Elf klar offensiv ausgerichtet, und das merkte man: Schon in der 9. Minute prüfte Niels Wegener den Mailänder Keeper Emilio Ochoa mit einem satten Distanzschuss. "Ich dachte, der geht rein - aber der Ochoa hat wohl Magneten in den Handschuhen", grinste Wegener später. Gela blieb dran. Javier Vazques und Pablo Tarrega wirbelten in der Offensive, als hätten sie sich vorgenommen, die gesamte Real-Abwehr in Rente zu schicken. In der 27. Minute schließlich die Belohnung: Ignacio Barbosa, der rechte Mittelfeldmotor, zog nach feiner Vorbereitung von Julian Martins trocken ab - 1:0! Das Stadion bebte, Müller ballte die Faust, und Real Milano wirkte kurz wie ein Tourist, der ohne Stadtplan im Verkehrskreisel gelandet ist. "Wir haben die erste Hälfte komplett verschlafen", gab Real-Coach Dennis Hees später zu. "Vielleicht lag’s am Abendessen. Unsere Pasta war zu al dente." Auch nach der Pause drängte Gela weiter. Vazques scheiterte kurz nach Wiederanpfiff erneut an Ochoa, und selbst Linksverteidiger Mattias Lindstrom durfte mal draufhalten. Doch dann kam, wie so oft im Fußball, die kalte Dusche: In der 68. Minute verletzte sich Wegener bei einem Zweikampf unglücklich am Oberschenkel und musste raus. "Er hat sofort gespürt, dass da was gezwickt hat", erklärte Müller. "Ohne ihn fehlte uns ein bisschen das Herz im Zentrum." Und genau da schlug Real Milano zu. Kaum hatte der junge Emil Musiala den Ball am Fuß, zog er aus 20 Metern ab - zack, drin! 1:1 in der 69. Minute. Der Assist kam von Oliver Bancroft, dessen Pass so präzise war, dass man fast meinen konnte, er habe den Ball mit einem GPS-System gelenkt. "Ich hab einfach draufgehalten", sagte Musiala nach dem Spiel mit einem schelmischen Grinsen. "Manchmal hilft’s, wenn man gar nicht nachdenkt." Danach wurde es hektisch. Müller brachte György Miriuta für den müden Vazques, später noch David Martin für Julian Martins - frische Beine für den Schlussspurt. Hees reagierte mit Liam Carlsson, der prompt in der 76. Minute gefährlich abschloss. Gelas Torwart Caio Nene rettete mit einem Sprung, der wohl in jedem Turnunterricht als Lehrbeispiel dienen könnte. Dann die Szene des Spiels aus Sicht der Zuschauer: In der 93. Minute kam Pablo Tarrega noch einmal frei zum Schuss - ein Raunen ging durchs Stadion - doch wieder war Ochoa zur Stelle. Ein Reflex, ein Wunder, ein Albtraum für Gela. Statistisch gesehen war’s ein leichtes Übergewicht für Real Milano: 56 Prozent Ballbesitz, 8 Torschüsse gegenüber 13 von Gela - aber die Gäste wirkten abgeklärter, reifer in den entscheidenden Momenten. Gela kämpfte mit Herz, Real Milano mit System. "Wenn Herz auf Kopf trifft, ist meistens der Schiedsrichter der Leidtragende", flachste Müller auf der Pressekonferenz. Eine Gelbe Karte gab’s auch noch - Milanos Innenverteidiger Vitor Ibanez sah sie in der 78. Minute nach einem rustikalen Einsteigen gegen Tarrega. "Ball gespielt", brummte Ibanez nach dem Abpfiff, "aber der Ball war halt gerade weg." Am Ende blieb es beim 1:1. Ein Ergebnis, das Gela schmerzen dürfte, denn über weite Strecken hatten sie Real Milano am Rande einer Niederlage. "Wir nehmen den Punkt mit, aber wir hätten mehr verdient gehabt", meinte Ignacio Barbosa, der Torschütze, mit leichtem Schulterzucken. Real-Trainer Hees dagegen lächelte zufrieden: "Ein Punkt auswärts ist wie ein Espresso nach dem Essen - klein, aber belebend." Und so blieb den Fans aus Gela nur der Trost, dass ihre Mannschaft wenigstens das bessere Spiel gezeigt hatte - wenn auch nicht das bessere Ende. Beim Hinausgehen murmelte ein älterer Zuschauer: "Wenn wir so weiterspielen, brauchen wir bald keine Glücksbringer mehr." Vielleicht hat er recht. Aber bis dahin bleibt’s beim alten Fußballgesetz: Wer vorne nicht trifft, darf hinten nicht meckern. Ein gerechtes Unentschieden? Vielleicht. Ein spannendes Spiel? Auf jeden Fall. Und wer Ignacio Barbosa und Emil Musiala gesehen hat, weiß: Der Sommer in der "1. Liga Italien" fängt gerade erst an. 08.01.644003 11:25 |
Sprücheklopfer
Solange Karl-Heinz Rummenigge und ich etwas beim FC Bayern zu sagen haben, wird der bei diesem Verein nicht mal Greenkeeper im neuen Stadion.
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