Tuttosport
+++ Sportzeitung für Italien +++

Gela zerlegt Valenzana: 4:0 und ein Abend voller Spielfreude

Es gibt Fußballabende, an denen sich selbst der Stadionsprecher ein Grinsen nicht verkneifen kann. Der gestrige 6. Spieltag der 1. Liga Italien gehörte dazu. 43.500 Zuschauer in Gela sahen eine Mannschaft, die in Spiellaune war - und einen Gegner, der schon nach einer halben Stunde eher an einen verschreckten Kaninchenhaufen erinnerte. Am Ende hieß es 4:0 für Gela, und das Ergebnis war fast noch schmeichelhaft für Valenzana.

Schon in der 7. Minute setzte Gawriil Tregubow den Ton des Abends. Nach einem feinen Zuspiel von Julian Martins - der später noch mehrfach Regie führte - drosch der rechte Flügelstürmer den Ball wuchtig ins lange Eck. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Tregubow nach dem Spiel und fügte augenzwinkernd hinzu: "Wenn du so einen Pass bekommst, kannst du gar nicht daneben schießen - außer du spielst bei Valenzana."

Die Gäste wirkten da schon überrascht, wie leicht Gela durch ihre Reihen kombinierte. In der 22. Minute folgte das 2:0 - diesmal durch Linksverteidiger Mattias Lindstrom, der offenbar beschlossen hatte, sein Abendessen lieber im gegnerischen Strafraum zu nehmen. Wieder war es Martins, der die Vorlage lieferte. Lindstrom, sonst eher für rustikale Grätschen bekannt, zirkelte den Ball überlegt ins Netz. "Ich wollte eigentlich flanken", gab er später lachend zu. "Aber manchmal hat man halt Glück, wenn man schlecht zielt."

Nur fünf Minuten später war die Partie im Prinzip entschieden: Tregubow traf erneut, diesmal nach Vorlage von Niels Wegener. 3:0 nach 27 Minuten - und Trainer Michael Müller hätte sich in dem Moment wohl auch eine Sonnenbrille gewünscht, so hell leuchtete die Spielfreude seines Teams. "Wir haben das umgesetzt, was wir trainiert haben: den Ball nicht verlieren und vorne einfach Spaß haben", erklärte Müller später mit einem Schulterzucken.

Valenzana versuchte, wenigstens ein Lebenszeichen zu senden. Ein Schuss des 17-jährigen Valerio Cedro in der 31. Minute verfehlte das Tor knapp - die erste ernsthafte Aktion der Gäste. Danach folgten zwei Gelbe Karten (Ralf Geiger, 39., und Jean Barnier, 41.), die mehr Frust als Kampfgeist ausdrückten. Trainer Jupp Kaiser stand derweil an der Seitenlinie und blickte in den Abendhimmel, als wolle er dort eine taktische Eingebung finden.

Nach der Pause hofften die mitgereisten Fans aus Valenzana auf ein Wunder. Stattdessen kam die kalte Dusche: 48. Minute, 4:0 durch Javier Vazques - natürlich wieder nach Vorarbeit von Julian Martins, der in dieser Partie mehr kreative Ideen hatte als ein ganzes Kunstseminar. "Julian war heute wie ein Dirigent - und ich durfte die Trompete spielen", lachte Vazques, der mit seinem Tor endgültig den Deckel draufsetzte.

Danach nahm Gela einen Gang raus, ohne den Gegner auch nur ansatzweise ins Spiel kommen zu lassen. 24 Torschüsse gegenüber 5 - die Statistik spricht Bände. Selbst beim Ballbesitz (52,7 zu 47,3 Prozent) hatte Gela leicht die Nase vorn, obwohl die Mannschaft längst im Verwaltungsmodus war.

Trainer Müller nutzte die komfortable Führung, um in der 61. Minute Tregubow durch Eric Jonsson zu ersetzen - ein Wechsel, den das Publikum mit Applaus begleitete. Jonsson fügte sich nahtlos ein und prüfte den Keeper mehrfach, während Valenzana nur noch auf Schadensbegrenzung bedacht war.

In der 86. Minute sah Lindstrom noch Gelb - vielleicht, weil er sich an seine eigentliche Rolle als Verteidiger erinnerte und etwas zu beherzt zugriff. Kurz darauf durfte er unter Standing Ovations raus, für ihn kam David Martin.

Nach dem Schlusspfiff klatschten die Spieler von Gela in die Kurve, während Valenzanas Akteure wortlos in den Kabinengang trotteten. "Wir haben es einfach verschlafen", sagte Kaiser später, "und wenn du gegen so eine Mannschaft schläfst, wirst du eben überrollt."

Martins, der Mann des Abends mit drei Assists, fasste es nüchtern zusammen: "Fußball ist einfach, wenn alle laufen - und kompliziert, wenn nur ich laufe."

Am Ende blieb ein Abend, der für Gela fast schon Routine war und für Valenzana eine Lehrstunde. 4:0, vier verschiedene Geschichten, ein klarer Trend: Gela spielt derzeit wie eine Mannschaft, die an mehr glaubt als nur an drei Punkte.

Vielleicht war das schönste Bild des Abends, wie Trainer Müller nach Abpfiff seinen Arm um Tregubow legte und beide lachten. Auf die Frage, worüber, antwortete Müller trocken: "Darüber, dass ich ihn morgen trotzdem wieder sprinten lasse."

Und so ging ein Spiel zu Ende, das in Erinnerung bleiben wird - nicht, weil es knapp war, sondern weil es zeigte, wie schön Fußball sein kann, wenn eine Mannschaft einfach Spaß hat.

16.12.644002 03:50
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Ich lerne nicht extra französisch für die Spieler, wo dieser Sprache nicht mächtig sind.
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