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Ein Abend voller Sonne, Sand und Tore - zumindest für die Herzliya Yellows. Vor 43.500 begeisterten Zuschauern im heimischen Stadion feierte die Mannschaft von Trainer Kula Shaker einen furiosen 3:1‑Sieg gegen Tirat Carmel FC. Und wer zu spät kam, verpasste praktisch das ganze Spektakel: Nach zwölf Minuten stand es bereits 3:0. Der Held des Abends? Ganz klar: Carl Mendes, der Mittelstürmer mit der Ruhe eines Yogalehrers und der Kaltschnäuzigkeit eines Großwildjägers. In der 8. Minute traf er zum 1:0, ein elegant platzierter Schuss nach feinem Zuspiel von Rafael Brito. Kaum hatte das Publikum den Torjubel beendet, stand Mendes schon wieder parat - diesmal per Direktabnahme nach Flanke von Matan Ohayon. "Ich dachte, ich träume. Zwei Tore in einer Minute? Das passiert mir sonst nur bei Videospielen", grinste Mendes nach Abpfiff. Das 3:0 in der 12. Minute setzte dann Brito selbst. Nach einem Eckball, den Innenverteidiger Ingvar Anderson per Kopf verlängerte, drosch der rechte Mittelfeldmann den Ball kompromisslos unter die Latte. Anderson allerdings zahlte den Preis für seinen Einsatz: Nur zwei Minuten später musste er verletzt raus, für ihn kam Matthew Cromwell. "Da war richtig Feuer drin", lobte Coach Shaker später. "Unsere Jungs haben den Gegner in der Anfangsphase überrollt. Danach haben wir es etwas ruhiger angehen lassen - vielleicht zu ruhig." Denn in der 28. Minute meldete sich Tirat Carmel FC zurück, und das auf kuriose Weise: Rechtsverteidiger Jelle Brill, sonst für Defensivarbeit bekannt, zog einfach mal ab - und traf. Ein satter Schuss aus gut 20 Metern, der Keeper Joao Antunez keine Chance ließ. "Ich wollte eigentlich flanken", gestand Brill später lachend. "Aber wenn’s passt, dann passt’s." Leider passte es für Brill nicht lange: Direkt nach der Pause sah er Rot, nach einem rustikalen Einsteigen gegen Mendes. Trainerin Babsi Klemm schüttelte nur den Kopf: "Er hat zu viel Adrenalin und zu wenig Geduld - eine gefährliche Mischung." Mit einem Mann weniger war das Spiel der Gäste fortan ein Kampf gegen Windmühlen. Tirat Carmel bemühte sich redlich, besonders der eingewechselte Rahim Erkin brachte Schwung über links, doch die Defensive der Yellows stand stabil. 53 Prozent Ballbesitz und 16 Torschüsse sprechen eine deutliche Sprache. Herzliya dominierte, auch wenn die Präzision im zweiten Durchgang fehlte. "Wir hätten locker fünf oder sechs machen können", murmelte Ersatzstürmer Joseba Beto, der in der 72. Minute noch eine Großchance vergab. In der Schlussphase wurde’s nochmal hitzig: Gudmund Clausen, bereits Gelb‑verwarnt, sah in der 86. Minute Gelb‑Rot nach einem ungeschickten Foul. "Ich wollte nur helfen", verteidigte sich Clausen - woraufhin sein Trainer trocken meinte: "Das hast du, aber leider dem Gegner." Ein paar Minuten später humpelte Tirat Carmels Innenverteidiger Eugenio Conte verletzt vom Platz, und die Partie trudelte aus. Die Yellows verwalteten den Vorsprung souverän, auch wenn Bernard Lockwood sich in der Nachspielzeit noch eine Gelbe Karte abholte - wohl mehr aus Langeweile denn aus Notwendigkeit. Statistisch betrachtet war es eine klare Angelegenheit: 16 zu 6 Torschüsse, 53 zu 47 Prozent Ballbesitz, dazu eine Zweikampfquote von 53 Prozent für die Hausherren. Kula Shakers Mannschaft zeigte eine Mischung aus Zielstrebigkeit und Spielfreude, die an die besten Zeiten des Clubs erinnerte. "Wir wollten von Anfang an Zeichen setzen", erklärte Shaker. "Vielleicht haben wir es etwas übertrieben - aber lieber so als andersrum." Und sein Gegenüber Babsi Klemm fand trotz der Niederlage tröstende Worte: "Nach dem 0:3 hätten andere aufgegeben. Meine Jungs haben weitergespielt, das zählt." Ein fiktiver Fan auf der Tribüne fasste es wohl am besten zusammen: "Ich bin nur gekommen, um Sonne und Bier zu genießen - und dann kriege ich ein Feuerwerk!" So endete ein Abend, der für die Yellows goldgelb schimmerte und für Tirat Carmel FC eher wie ein Sonnenbrand fühlte. Drei Punkte, drei Tore, drei frühe Jubelstürme - Herzliya bleibt damit weiter im Rennen um die oberen Tabellenplätze. Und wer Mendes jetzt schon als "Mann der Stunde" bezeichnet, liegt wohl kaum daneben. Oder, wie der Stürmer selbst sagte, während er lächelnd den Spielball unter den Arm klemmte: "Wenn’s läuft, dann läuft’s - und heute lief’s wie geschmiert." 26.11.643996 12:32 |
Sprücheklopfer
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Toni Polster