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Ein Freitagabend in Marzahn, Flutlicht, Bierdunst, 31.031 Zuschauer - kurz: alles war angerichtet für ein solides Zweitligaspiel. Was folgte, war ein Auftritt des FC Marzahn, der so präzise wie bissig war - und ein Caio Gome, der sich mit drei Treffern endgültig in die Herzen der Berliner Vorstädter schoss. Am Ende hieß es 3:1 (2:0) gegen den SV Warnemünde, und selbst die Bratwurstverkäufer grinsten zufrieden. Das Spiel begann, wie es sich für einen Heimsieg gehört: mit Druck, Mut und einem frühen Paukenschlag. Bereits in der sechsten Minute schnappte sich Jake Carsley den Ball auf der rechten Seite, sah den startenden Gome - und der Brasilianer vollendete eiskalt. "Ich hab’ einfach nur gespürt, dass der Ball reingehen muss", erklärte Gome später mit einem Lachen, das so selbstbewusst war, wie sein linker Fuß präzise. Warnemünde wirkte kurz geschockt, und als sich die Nordlichter gerade wieder sortiert hatten, schlug Gome erneut zu. In der 24. Minute war es diesmal Innenverteidiger Kian Lewis, der einen langen Ball nach vorn drosch - Gome nahm ihn an, drehte sich, schoss, Tor. 2:0. Trainer Frank Henning sprang an der Seitenlinie in die Luft, als hätte er selbst gerade das Siegtor erzielt. "Wir haben die Räume gut bespielt, die Jungs waren hellwach", sagte er hinterher - und fügte mit einem Zwinkern hinzu: "Ich hätte fast selbst eingewechselt werden wollen." Warnemünde, das laut Statistik zwar 9 Torschüsse, aber wenig Zielwasser hatte, versuchte, durch Maik Stephan und Julian Ze Castro Struktur ins Spiel zu bringen. Doch Marzahn hielt mit 55 Prozent Ballbesitz und 15 Abschlüssen den Druck hoch. "Wir wollten nicht nur reagieren, sondern agieren", erklärte Henning später. Und das taten seine Spieler. Die zweite Halbzeit brachte kurz Spannung, als Warnemünde sich tatsächlich zurückmeldete. In der 58. Minute kombinierten sich Stephan und Günter Kunze sehenswert durch die Marzahner Abwehr - Kunze vollendete zum 2:1. "Da haben wir kurz geschlafen", knurrte Henning. Auf der Gästebank dagegen brandete Jubel auf, Trainer Horst Horstmann klatschte in die Hände und schrie: "Jetzt geht’s los, Jungs!" Doch es ging nicht los. Nur vier Minuten später stellte - wer sonst - Caio Gome den alten Abstand wieder her. Nach feinem Zuspiel von Roman Bytschkow schlenzte er den Ball in die lange Ecke, unhaltbar für Keeper Kai Wild. 3:1. Das Stadion tobte, und im Fanblock sang man schon von der "Gome-Gala". Danach spielte Marzahn die Partie souverän herunter. Tove Jepsen prüfte in der 89. Minute noch einmal den Gästetorwart, ansonsten blieben die Berliner ruhig, fast abgeklärt. Warnemünde brachte in der Schlussphase noch drei frische Leute - Stumpf, Gabriel und Noack -, aber der frische Wind blieb aus. Stattdessen holte sich Ze Castro in der 84. Minute noch Gelb, vielleicht aus Frust, vielleicht aus Verzweiflung. "Der Schiri hat mich einfach nicht verstanden", murmelte er nach Abpfiff. Statistisch war die Sache klar: mehr Ballbesitz, mehr Schüsse, bessere Zweikampfquote (52,7 Prozent). Marzahn dominierte nicht mit Zauberfußball, sondern mit klarer Linie, Disziplin und einem Sturm, der jede Lücke roch. "Das war ein Statement", sagte Henning stolz. "Wir wollten zeigen, dass Marzahn mehr ist als graue Plattenbauten." Horstmann dagegen suchte Trost in der Offensive: "Wir haben’s probiert, offensiv waren wir mutig. Aber Mut schießt halt keine Tore, wenn der Gegner so effektiv ist." Tatsächlich: Warnemünde spielte von Beginn an offensiv, mit ausgewogenem Angriffsspiel, aber es fehlte der letzte Biss. Erst in der Schlussphase griffen sie zu langen Bällen und aggressivem Pressing - da war das Kind längst in den Brunnen gefallen. Nach dem Abpfiff klatschte Gome in Richtung der Tribüne, drei Finger in der Luft, ein breites Grinsen im Gesicht. "Ich widme das meinen Eltern in Recife", sagte er - dann verschwand er im Kabinentrakt, begleitet von rhythmischem Trommeln der Fans. Marzahn feiert, Warnemünde hadert - und die 2. Liga hat einen neuen Torhelden. Wenn Caio Gome diesen Lauf hält, wird es in Marzahn bald schwer, noch ein Trikot mit seiner Nummer zu ergattern. Oder wie ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions sagte: "So einen hatten wir hier seit Ewigkeiten nicht mehr - und diesmal war’s kein Zufallstreffer." 07.08.643990 14:18 |
Sprücheklopfer
He, Brrrand, du - du bist doch bolitisch, bist du doch, du Grüner, machst auf sozial und hetzt hier den Schirri gegen uns auf.
Lothar Matthäus im Pokalhalbfinale Bayern gegen Rostock zu Christian Brand: