Gazeta Sportowy
+++ Sportzeitung für Polen +++

Gormick Zabrze zaubert - 4:2-Spektakel gegen Katowice

Es war ein lauer Frühsommerabend in Zabrze, 20:30 Uhr, Flutlicht, 16.177 Zuschauer, und alles roch nach Fußball - nach echtem, ehrlichem, leicht chaotischem Fußball. Gormick Zabrze empfing den FC Katowice zum 6. Spieltag der 1. Liga Polen, und wer zu spät kam, der verpasste gleich das erste Ausrufezeichen.

Denn kaum hatte der Anpfiff verhallt, zappelte der Ball schon im Netz - allerdings im falschen. In der 6. Minute traf Callum Cromwell für Katowice, nach feiner Vorarbeit von Beniamin Nawalka. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", fluchte Zabrze-Keeper Ilias Lubanski später, "aber anscheinend dachte der Ball das nicht." 0:1, und die Gäste witterten Morgenluft.

Gormick wirkte zunächst fahrig, als hätten sie den Espresso vor dem Spiel vergessen. Zwar besaßen die Katowicer mit 53 Prozent den größeren Ballbesitz, doch die Hausherren schüttelten sich - und steigerten sich in einen regelrechten Offensivrausch. Trainer Jose Raul Capablanca, sonst ein Mann der kühlen Analyse, schrie seine Elf nach vorn, die Taktik blieb offensiv, das Pressing aus - aber der Mut groß.

Ab der 40. Minute kippte das Spiel. Erst schoss Javier Adao in der 43. Minute den Ausgleich - ein präziser Flachschuss, vorbereitet von Zbigniew Zarzycki, der über rechts alles kurz und klein dribbelte. Eine Minute später, ehe die Katowicer überhaupt Luft holen konnten, netzte Emil Musiala nach Doppelpass mit Adao zum 2:1 ein. Zwei Tore in 120 Sekunden - das Publikum tobte, Capablanca lachte: "Ich überlege, ob wir künftig erst ab der 40. Minute spielen."

Doch wer dachte, das sei’s gewesen, irrte. Direkt nach Wiederanpfiff, 47. Minute, schlug Katowice zurück. Kai Lockhart nutzte eine Unordnung in der Zabrzer Abwehr, bedient von Cromwell, und schob cool zum 2:2 ein. "Wir wollten zeigen, dass wir nicht nur zum Zuschauen da sind", sagte Lockhart, "leider haben wir das etwas zu wörtlich genommen."

Denn danach übernahm Gormick komplett. Trotz weniger Ballbesitz hatten sie deutlich mehr Zug zum Tor - 17 Torschüsse zu nur 10 von Katowice, und es war nur eine Frage der Zeit, bis sich das auszahlen sollte. Nach einer Gelben Karte für Szymon Hajto (61.) und einer ebenso berechtigten Verwarnung für Katowices Ricardo Nunez (68.) explodierte das Stadion erneut.

Amaury Maniche, der rechte Verteidiger mit mehr Offensivdrang als manchem Stürmer lieb war, leitete in der 69. Minute einen mustergültigen Angriff ein. Seine Flanke fand James Nolan, der im Strafraum mehr Platz hatte als ein Parkplatz am Montagmorgen - 3:2! Nolan riss die Arme hoch, Capablanca drehte sich zur Bank und grinste: "Sag ich doch, Flanken aus dem Halbfeld sind wieder modern."

Katowice versuchte zu reagieren, brachte frische Läufe über Inigo Fortunio, doch Zabrze blieb eiskalt. In der 82. Minute dann die Entscheidung: Wieder Maniche, wieder eine präzise Hereingabe, diesmal auf Patrik Petr - Kopfball, Tor, 4:2. Der Jubel war grenzenlos, und der Trainer der Gäste, der lieber anonym bleiben wollte, seufzte nur: "Wir hatten den Ball, sie hatten die Tore. Ist das jetzt Philosophie oder Pech?"

Die letzten zehn Minuten waren Schaulaufen. Zabrze verteilte die Pässe, als hätten sie plötzlich Spaß an Ballbesitz gefunden, und Katowice war bemüht, nicht noch mehr Gegentreffer zu kassieren. Gelbe Karte für Maniche in der 80. Minute - geschenkt, da war das Spiel ohnehin entschieden.

Statistisch ließ sich das Spiel kaum erklären: Katowice gewann den Ballbesitz, verlor aber die Nerven. Zabrze war direkter, aggressiver (Tacklingquote 52 Prozent) und schlicht effizient. "Wir schießen lieber viermal richtig als zehnmal fast", grinste Doppeltorschütze Adao in der Mixed Zone, während Musiala daneben nickte und ergänzte: "Das war heute Schach mit Beinen - und wir hatten Capablanca auf der Trainerbank."

Ein Satz, der an diesem Abend passte wie der Abschluss in den Winkel: elegant, präzise, schlitzohrig.

Am Ende blieb ein 4:2-Sieg für Gormick Zabrze, der Mut und Spielfreude belohnte. Die Zuschauer sangen, die Spieler feierten, und Capablanca notierte sich vermutlich schon die nächsten taktischen Züge. Denn wer so spielt, hat verstanden: Fußball ist kein Glücksspiel - aber manchmal sieht er verdammt danach aus.

16.12.644002 04:10
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Die Russen laufen schneller rückwärts als meine Spieler vorwärts!
Berti Vogts
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager