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Gunners siegen knapp - Varelas Doppelschlag rettet London den Abend

Ein lauer Maiabend im Emirates, 31.428 Zuschauer, und die London Gunners lieferten wieder einmal das, was man von ihnen kennt: Drama, Tore, und ein paar Minuten, in denen man als Fan besser keine Pulsuhr trägt. Am Ende stand ein 3:2 (2:1) gegen Bournemouth FC - ein Ergebnis, das knapper klingt, als es phasenweise war, und doch genau das widerspiegelt, was sich auf dem Rasen abspielte: ein offener Schlagabtausch mit viel Herz, weniger Ordnung und einem Humberto Varela in Spiellaune.

Schon in der 15. Minute zündete der 34-jährige Portugiese den Turbo. Nach feinem Zuspiel von Jay Densham zimmerte Varela den Ball flach ins rechte Eck - 1:0. "Ich hab gesehen, dass der Keeper zuckt, aber nicht springt. Das war mein Moment", grinste Varela später, während er sich Eis aufs Knie legte. Bournemouths Trainer Raffael Vogelsang dagegen schüttelte am Spielfeldrand nur den Kopf und murmelte etwas, das sehr nach "Das war doch abseits" klang - war es aber nicht.

Bournemouth antwortete mit Wut im Bauch. In der 31. Minute nagelte James Combe, nach einer butterweichen Flanke von Innenverteidiger Harrison Barrymore (ja, der Mann kann mehr als grätschen), den Ball ins Netz. 1:1 - und plötzlich war das Stadion, das eben noch jubelte, so still, dass man Hubert Wetzel, den Gunners-Trainer, hörte: "Jungs, konzentriert euch, das ist kein Trainingsspiel!"

Doch die Gunners haben Varela. In der 42. Minute kam er wieder über links, diesmal nach Doppelpass mit Hrvoje Puljiz. Eine Körpertäuschung, ein Schlenzer - und schon rauschte der Ball ins lange Eck. 2:1, das Stadion tobte. Wetzel klatschte, als hätte er gerade den Titel gewonnen, und Varela winkte Richtung Tribüne, wo seine Familie stand. "Ich wollte meinem Sohn zeigen, dass ich noch Tore schießen kann", sagte er danach - und man nahm es ihm ab.

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste endete: mit Offensive pur. Beide Teams standen hoch, Bournemouth hatte etwas mehr Ballbesitz (knapp 52 Prozent), aber London schoss öfter aufs Tor - 17 Mal insgesamt, gegenüber 13 Versuchen der Gäste. In der 64. Minute machte Puljiz, der seit Wochen auf sein Tor wartete, endlich Nägel mit Köpfen. Nach einem feinen Pass von Frederic Pernet stand der Mittelstürmer goldrichtig und schob überlegt zum 3:1 ein.

Der Jubel war noch nicht ganz verklungen, da meldete sich Bournemouth zurück. In der 71. Minute setzte sich der agile Harrison Satchmore auf der rechten Seite durch, flankte - oder wollte flanken? - und der Ball senkte sich über den verdutzten Keeper Pienaar ins Netz. 3:2, und plötzlich roch es wieder nach Nervenschlacht. "Ich schwöre, das war Absicht", sagte Satchmore später lachend. Sein Trainer Vogelsang nickte nur trocken: "Wenn er das so geplant hat, dann ist er ein Genie."

Die Schlussphase war dann nichts für schwache Nerven. Bournemouth drückte, brachte frische Kräfte: Adam Bosworth und Ioan Mutu kamen, um das Unmögliche möglich zu machen. Doch die Gunners warfen sich in jeden Ball, verteidigten mit allem, was sie hatten - inklusive einiger wilder Grätschen, die Wetzel später "leidenschaftlich, aber grenzwertig" nannte.

In der 83. Minute wechselte Wetzel drei auf einen Streich: Der 17-jährige William Greenwald feierte sein Debüt, ebenso Youngster Lukas Wagner. "Ich wollte Energie reinbringen - und vielleicht ein bisschen Chaos", sagte der Coach mit einem Augenzwinkern. Die beiden Teenager liefen, als ginge es um ihr Leben, und sorgten dafür, dass Bournemouth kaum noch zum Abschluss kam.

Nach 94 Minuten war Schluss. Die Gunners jubelten, Bournemouth sank enttäuscht zu Boden. "Wir haben alles gegeben, aber am Ende war’s Varelas Abend", resümierte Vogelsang fair.

Statistisch gesehen war’s ein Duell auf Augenhöhe: 48 Prozent Ballbesitz für die Gunners, 52 für Bournemouth, dazu fast gleich viele Zweikämpfe. Doch entscheidend war die Effizienz - und die hatte London. "Manchmal reicht ein bisschen Routine und eine Prise Wahnsinn", sagte Wetzel mit einem Lächeln, das alles sagte.

Ein Spiel, das keiner so schnell vergisst. Es hatte Tempo, Tore, Taktik - und diese charmante Portion Chaos, die den Fußball so herrlich unberechenbar macht.

Und irgendwo in der Londoner Nacht sitzt Humberto Varela jetzt sicher bei einem Glas Rotwein, lächelt und denkt: "Vielleicht geht ja doch noch eine Saison."

06.04.644000 09:50
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Wir hatten viele Verletzte, aber das soll den Sieg der Freiburger in keinster Weise schmeicheln.
Andreas Brehme
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