Sportske Novosti
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Hajduk Osijek lässt den Ball tanzen - und Medimurje schaut zu

Ein lauer Frühsommerabend in Osijek, 22.577 Zuschauer, die Sonne versinkt langsam hinter den Tribünen, und auf dem Rasen zündet Hajduk ein Feuerwerk, das Medimurje Cakovec schon in den ersten Minuten ins Wanken bringt. 3:1 heißt es am Ende - und das Ergebnis spiegelt ziemlich genau wider, was sich auf dem Platz abspielte: Ein dominantes Heimteam, ein überforderter Gast, und ein Innenverteidiger, der plötzlich Lust auf Tore bekommt.

Ivan Covic, normalerweise Herrscher des Strafraums, verwandelte sich in der Anfangsphase in einen verkappten Mittelstürmer. Schon in der 5. Minute netzte er nach Vorlage von Vlado Horvat ein. Zehn Minuten später wiederholte er das Kunststück - erneut nach Zuspiel des gleichen Kollegen. "Ich habe einfach gesehen, dass vorne keiner stand, also dachte ich mir: Dann mache ich es halt selbst", grinste Covic später. Trainer Tommek Dee schüttelte nach dem Spiel nur den Kopf: "Wenn mein Innenverteidiger zweimal trifft, dann ist das entweder ein taktisches Genie oder pures Chaos. Heute war’s wohl beides."

Medimurje Cakovec brauchte eine Weile, um sich zu fangen. Erst in der 21. Minute zeigte Ronald Lindemann, dass auch die Gäste Fußball spielen können. Nach einem feinen Pass von Mateo Alvaro tauchte er vor Hajduk-Keeper Josef Tadic auf und schob eiskalt zum 2:1 ein. Für einen Moment keimte Hoffnung auf im Gästeblock, in dem etwa 200 Fans ihre Stimmen gegen die übermächtige Heimkulisse erhoben. Doch der Aufschwung währte kurz.

Denn Lovre Jurcevic, der bis dahin vor allem durch seine flinken Beine und extravaganten Schuhfarben aufgefallen war, legte in der 37. Minute nach. Nach Pass von Nuno Cascon hämmerte er den Ball zum 3:1 ins Netz - ein Treffer, der das Stadion beben ließ. "Ich hab Nuno nur zugerufen: ’Mach ihn scharf!’, und er hat geliefert", lachte Jurcevic später.

Nach dieser turbulenten ersten Hälfte war das Spiel im Grunde entschieden. Die zweite Halbzeit bot dann eher gepflegtes Ballgeschiebe, ein bisschen Show fürs Publikum und ein gelbes Kärtchen für Medimurjes Abwehrchef Diego Cunha - wohl aus Frust über zu viele Osijek-Angriffe. Insgesamt standen am Ende 15 Schüsse auf das Tor für Hajduk, neun für Medimurje. Auch beim Ballbesitz hatte Osijek mit 55,6 Prozent die Nase vorn.

Trainer Rocky Pet versuchte nach der Pause zu retten, was zu retten war. Dreifachwechsel innerhalb von drei Minuten: Florenzi, Gosens und Jerkovic kamen, Tököli, Alvaro und Prieto gingen. "Ich wollte frischen Wind bringen", erklärte Pet später. "Leider war’s eher ein laues Lüftchen."

Hajduk dagegen spielte das Match souverän zu Ende, ohne die ganz große Gier nach mehr Toren zu zeigen. Sladan Bazina hatte noch ein paar Chancen, scheiterte aber entweder an Keeper Mike Ackermann oder an seiner eigenen Streuung - die Latte zittert wohl jetzt noch. "Ich wollte ihn mit Gefühl machen", murmelte Bazina, "aber mein Fuß hatte wohl andere Pläne."

Das Publikum nahm’s gelassen. Bei jedem gelungenen Pass brandete Applaus auf, und als Schiedsrichter Vukovic nach 92 Minuten abpfiff, war die Stimmung ausgelassen. Osijek feierte den zweiten Sieg im zweiten Spieltag der 1. Liga Kroatien - und das mit einer Spielfreude, die man hier schon länger vermisst hatte.

Coach Dee fasste es nach der Partie treffend zusammen: "Wir haben aggressiv, aber kontrolliert gespielt. Und dass Ivan Covic jetzt Toptorjäger ist, das wird ihm in der Kabine keiner so schnell vergessen."

Sein Gegenüber Pet hingegen wirkte resigniert: "Wir haben offensiv gespielt, aber ohne Biss. Wenn man 44 Prozent Ballbesitz hat, aber keiner weiß, wohin mit dem Ball, dann hilft auch kein schöner Spielaufbau."

Kurz gesagt: Osijek war zu stark, zu entschlossen, zu gut gelaunt. Medimurje Cakovec wird sich steigern müssen, wenn es in dieser Liga bestehen will. Aber an diesem Abend blieb nur die Erkenntnis: Gegen Hajduk Osijek darf man ruhig verlieren - solange man dabei wenigstens schön aussieht.

Und wer weiß - vielleicht träumt Ivan Covic heute Nacht nicht von Grätschen, sondern von seinem nächsten Doppelpack.

23.08.644000 08:19
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