Sportske Novosti
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Hajduk Osijek stolpert daheim - Hsuhopolje nutzt eiskalt die Chancen

Osijek - Es war einer dieser Abende, an denen Fußballromantik und Frustration Hand in Hand durchs Stadion spazieren. 24.949 Zuschauer hatten sich am 6. Spieltag der 1. Liga Kroatien eingefunden, um Hajduk Osijek zu einem Heimsieg zu treiben - und gingen am Ende mit hängenden Köpfen und der ernüchternden Erkenntnis nach Hause: Ballbesitz schießt keine Tore. NK Hsuhopolje entführte mit einem 2:1-Sieg eiskalt drei Punkte aus Osijek.

Dabei hatte alles so gut begonnen - zumindest optisch. Schon in den ersten Minuten drosch Vladimir Krizanac gleich zweimal den Ball in Richtung gegnerisches Tor, als wolle er die Latte persönlich testen. "Ich hab den Ball gut getroffen, aber der Torwart noch besser", murmelte der 19-Jährige später mit einem Grinsen, das halb Scham, halb Stolz verriet. Hajduk drückte, kombinierte, presste - und verpasste.

Dann kam die 15. Minute. Hsuhopolje hatte bis dahin kaum den Ball gesehen, aber wenn, dann wusste Gordon Horvat genau, was damit anzustellen war. Nach schöner Vorarbeit von Routinier Marcus Heinze zog der 31-Jährige ab - und ließ Josef Tadic im Tor keine Chance. 0:1. Ein Treffer aus dem Nichts, aber mit Ansage: "Wir wollten ruhig bleiben und auf unsere Momente warten", erklärte Heinze später fast entschuldigend, "und die kamen dann eben schneller als gedacht."

Osijek reagierte mit wütenden Angriffen, der Ballbesitz stieg auf über 47 Prozent - in Zahlen also fast ausgeglichen, in Wirkung jedoch eher folgenlos. Die Defensive von Hsuhopolje stand so kompakt, dass man fast vergessen konnte, dass dort keine Betonmischer, sondern Fußballer am Werk waren. Und während Hajduk anrannte, folgte in der 40. Minute der nächste Nackenschlag: Dino Simunic, links außen mit reichlich Platz, nahm eine Flanke von Ivica Kasalo direkt - 0:2. Ein Tor, das so sauber herausgespielt war, dass selbst einige Heimfans kurz klatschten.

Trainer Tommek Dee verschwand zur Pause ohne Umwege in der Kabine, vermutlich um die Kreidetafel neu zu erfinden. Nach der Pause kam dann die erwartete Wechseloffensive: Bazina, Baiao und Budan hinein - und mit ihnen frischer Schwung. "Ich hab ihnen gesagt: Wir spielen jetzt nicht mehr schön, wir spielen jetzt dringend", verriet Dee später mit jener Mischung aus Galgenhumor und Erschöpfung, die nur Trainer nach einer Niederlage beherrschen.

Und tatsächlich: In der 61. Minute belohnte sich Osijek endlich. Lovre Jurcevic tankte sich über links durch, legte quer, und Nelio Baiao drückte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie. 1:2, die Arena erwachte. "Da dachte ich: Jetzt kippt das Spiel!", rief ein Fan euphorisch von der Tribüne, bevor er sich wieder setzte, weil es dann doch nicht mehr kippte.

Baiao drehte auf, schoss in der 64. und 76. Minute erneut aufs Tor, doch Keeper Mario Boksic wurde zur Wand in Handschuhen. "Ich hab einfach gehofft, dass keiner von denen links oder rechts schießt - in der Mitte stand ich ja", witzelte Boksic nach dem Spiel, ein Lächeln unter dem Rauschebart. Selbst als Osijek zum Schluss alles nach vorn warf - Innenverteidiger Warzycha inklusive -, blieb Hsuhopolje cool. Ball weg, Zeit runter, Sieg gesichert.

Die Statistik zum Kopfschütteln: 13 Torschüsse für Hajduk, nur 7 für Hsuhopolje. Doch die Gäste brauchten eben nur zwei, um die Entscheidung zu erzwingen. Das Mittelfeld um Heinze und Horvat spielte schnörkellos, während Osijek sich in langen Bällen und Halbfeldflanken verlor. Der Versuch, mit Aggressivität und Offensivgeist den Gegner zu erdrücken, endete in einem Lehrstück der Effizienz.

Nach Abpfiff fasste es Trainer Dee trocken zusammen: "Wir spielen 70 Minuten den schöneren Fußball und verlieren. Vielleicht sollte ich den Platz mit Linien nach vorne kürzer machen lassen." Auf der anderen Seite grinste Hsuhopoljes Coach - dessen Name in den Unterlagen mysteriöserweise fehlte, aber dessen Taktik klar war: kompakt, geduldig, erfolgreich.

Der verletzte Zlatko Sokota humpelte nach dem Schlusspfiff mit Eisbeutel vom Feld. "Ich hab keine Ahnung, wie das passiert ist. Wahrscheinlich vom vielen Verteidigen", meinte er, halb ernst, halb schmerzverzerrt.

So endete ein Abend, der den Gastgebern als verschwendete Gelegenheit in Erinnerung bleiben dürfte. Hsuhopolje dagegen reist mit breiter Brust heim - und wohl mit dem Gefühl, den Fußballgöttern für diesen Sieg zumindest eine Runde Rakija zu schulden.

Oder, wie ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions seufzte: "Wenn Schönheit Punkte gäbe, hätten wir gewonnen. Aber leider zählt immer noch das Tor."

16.12.644002 10:17
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Der Trainer wird uns schon auf den Boden zurückholen. Morgen wird es den längsten Waldlauf der Geschichte geben!
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