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Hamburger SC siegt knapp - Villa und Klose glänzen, Dresden hadert

Hamburg. Freitagabend, Flutlicht, 22.178 Zuschauer - und ein Spiel, das alles hatte, was die 2. Liga so liebenswert macht: jugendliche Unbekümmertheit, taktisches Chaos und den einen oder anderen Moment, in dem man sich fragt, ob beide Teams den Ball vielleicht lieber einfach mal festhalten sollten. Am Ende siegte der Hamburger SC mit 2:1 (1:0) gegen Dinamo Dresden. Ein Ergebnis, das nach nüchterner Statistik fast ein Unentschieden hätte sein müssen - aber Fußball wird bekanntlich nicht auf Excel gespielt.

Der Abend begann mit einem Paukenschlag: Schon in der 23. Minute schlenzte der 18-jährige Filippo Villa den Ball nach schöner Vorarbeit von Wladimir Gorgon ins lange Eck - und ließ die Hamburger Fans jubeln, als wäre gerade der Aufstieg perfekt gemacht. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Villa hinterher, "und gehofft, dass er reingeht. Heute war das Glück wohl mal auf meiner Seite."

Bis dahin war es ein munteres Hin und Her. Beide Teams suchten den Weg nach vorne, beide fanden ihn aber selten bis ganz zum Tor. 13 Schüsse verzeichnete Hamburg, 9 Dresden - das klingt gefährlicher, als es oft aussah. Der Ballbesitz war nahezu ausgeglichen (49,9 zu 50,1 Prozent), aber das Momentum lag in der ersten Hälfte klar bei den Hanseaten.

Dresdens Trainer Maikma Nauskas, stets ein Mann der klaren Worte, schnaubte zur Pause: "Wir haben gespielt, als wäre das hier ein Freundschaftsspiel auf dem Dorfplatz." Und er handelte: Gleich nach Wiederbeginn kam Marco Beto für Helmut Hummel - und tatsächlich, plötzlich war Feuer drin.

Nur drei Minuten nach der Pause traf Christopher Hammer (49.) zum Ausgleich, nach kluger Vorlage von Fernando de Freitas. Der Jubel der rund 800 mitgereisten Dresdner war ohrenbetäubend; die Hamburger Defensive dagegen wirkte, als hätte sie kurzzeitig beschlossen, kollektiv in die Halbzeitverlängerung zu gehen.

Doch Bernd Happel, der Hamburger Coach, blieb gelassen. "Ich hab den Jungs gesagt, sie sollen einfach weitermachen. Wenn wir schon Chaos veranstalten, dann wenigstens spektakulär." Und genau das taten sie.

In der 67. Minute schlug erneut die Stunde des HSV - pardon, des HSC. Ausgerechnet Rechtsverteidiger Nico Klose, bis dahin eher durch rustikale Zweikämpfe aufgefallen (und später mit Gelb belohnt), stürmte nach vorne und wuchtete den Ball nach einer butterweichen Flanke von, na klar, Wladimir Gorgon zum 2:1 ins Netz. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Klose später lachend zu, "aber dann war der Ball drin. Auch nicht schlecht."

Dresden warf danach alles nach vorne - teilweise sogar den eigenen Busfahrer, so schien es - doch die Hamburger Hintermannschaft hielt stand. Torhüter Lionel Carvalho parierte mehrfach glänzend, besonders in der 87. Minute, als Anders Kristinsson aus spitzem Winkel abzog. "Der Ball war heiß wie Frittenfett", schnaufte Carvalho später, "aber ich hab ihn gesehen. Irgendwie."

Die letzten Minuten wurden zur Nervenprobe. Gelbe Karten, hektische Wechsel, und ein Schiedsrichter, der offenbar beschlossen hatte, Nachspielzeit nach Gefühl zu geben. Julius Buchholz sah noch Gelb (92.), während Happel an der Seitenlinie wild gestikulierte. "Ich wollte nur zeigen, dass ich noch fitter bin als meine Spieler", witzelte der Trainer nach dem Spiel.

Statistisch betrachtet war alles ausgeglichen - doch der Unterschied lag in der Entschlossenheit. Während Hamburg mit jugendlichem Selbstvertrauen angriff (durchschnittsalter der Torschützen: 20 Jahre!), wirkte Dresden oft gehemmt, suchte zu früh den Abschluss ("ANYTIME" trifft’s laut Taktikbericht ziemlich genau).

Nach Abpfiff ging es im Kabinengang laut zu. Maikma Nauskas donnerte eine Trinkflasche gegen die Wand ("Nicht wegen der Niederlage, sondern weil sie leer war"), während Happel grinsend einen Schluck aus seiner nahm. "Zwei Tore, drei Punkte, ein guter Abend. Jetzt fehlen uns nur noch 31 Siege zum Aufstieg."

Die Fans feierten ihre jungen Helden, und Filippo Villa wurde wie ein Rockstar verabschiedet. "Filippo! Filippo!", hallte es durch das Stadion, während der 18-Jährige sichtlich verlegen abwinkte. "Ich geh jetzt erstmal Mathe lernen", sagte er lachend.

Fazit: Ein Spiel mit allem, was Zweitliga-Fußball verspricht - Kampf, Chaos, Charakter. Der Hamburger SC bleibt oben dran, während Dresden trotz ansprechender Leistung mit leeren Händen dasteht. Und irgendwo auf der Tribüne saß wohl jemand, der dachte: "Das war kein schönes Spiel - aber ein herrlich ehrliches."

Oder, wie Trainer Happel es zusammenfasste: "Schön spielen können andere - wir wollen nur gewinnen."

07.08.643990 10:15
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Die hab ich noch nicht probiert, aber im Allgemeinen mag ich Geflügel.
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