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Hannover ringt Papenburg nieder - Sargun trifft, Publikum tobt

52620 Zuschauer im ausverkauften Stadion erlebten an diesem kühlen Aprilabend ein Spiel, das weniger durch Glanz als durch Geduld glänzte. Hannover besiegte den SC Papenburg mit 1:0, und das Ergebnis spiegelt die Partie treffend wider: viel Aufwand, wenig Ertrag, aber am Ende drei Punkte - und darauf kommt es ja bekanntlich an.

Von Beginn an machte Hannover klar, wer hier das Heft in der Hand halten wollte. Trainer Daniel Dietrich hatte seine Elf auf Flügelspiel eingestellt, und schon in der dritten Minute prüfte Eric Lefebvre den gegnerischen Torhüter mit einem satten Linksschuss, der aber eher das Tornetz als die Statistik erzittern ließ. "Ich wollte gleich ein Zeichen setzen", grinste Lefebvre nach dem Spiel, "aber anscheinend war das Zeichen zu hoch angesetzt."

Papenburg, trainiert von Frank Helmbrecht, verlegte sich früh auf die Defensive. Die Taktik lautete: tief stehen, kontern, hoffen. Und tatsächlich kamen sie kurz vor der Pause zu ihrer besten Möglichkeit, als Thomas Lockwood aus spitzem Winkel abzog - Hannovers Keeper Ernesto Manuel parierte sehenswert und brüllte anschließend seine Abwehr zusammen: "Einer von euch darf auch mal mitdenken!" Das Publikum lachte, der Schiedsrichter lächelte - und die Null blieb stehen.

Nach einer ereignisarmen ersten Hälfte - 0:0, wie es im Lehrbuch steht - brachte Dietrich zur zweiten Halbzeit frische Beine: Dylan Carr kam für William Neville, später Max McGee für den glücklosen Jack Hathaway. Carr holte sich prompt in der 52. Minute Gelb, als er einen Papenburger Konter rustikal beendete. "Ich wollte nur den Ball treffen", sagte er hinterher treuherzig, "aber der Ball war schneller."

Das entscheidende Tor fiel in der 59. Minute, und es war so schön, dass man es zweimal sehen wollte - wenn man nicht gerade Papenburger war. Owen Macleod schickte Ediz Sargun mit einem feinen Pass in die Tiefe, und der 32-Jährige blieb eiskalt: flach ins lange Eck, 1:0 für Hannover. "Ich hab gesehen, dass der Keeper leicht nach links zuckte", erklärte Sargun später, "da wusste ich, wo der Ball hinmuss." Trainer Dietrich ergänzte trocken: "Das sah fast aus wie geplant."

Papenburg reagierte mit einem Doppelwechsel: Orhan Karaer kam für den jungen Rui Garcia, und Torhüter Daniel Cabrera musste verletzt raus, Miguel Tiago übernahm. Viel änderte sich nicht - Papenburgs Gegenwehr blieb brav, Hannovers Ballbesitz (52 Prozent) solide, und die Torschussstatistik (16:4) erzählte ohnehin ihre eigene Geschichte. Nur einmal, in der 63. Minute, wurde es noch brenzlig, als Jorge Martins aus 20 Metern abzog - doch erneut war Ernesto Manuel zur Stelle.

In der Schlussphase verwaltete Hannover das Ergebnis routiniert. Lefebvre probierte es noch mehrfach, aber seine Abschlüsse fanden eher die Werbebande als das Tornetz. "Wenn’s nicht läuft, läuft’s nicht", murmelte er beim Gang in die Kabine. Dietrich ließ in der 87. Minute noch Georges Carriere durch Nikolaj Grigorenko ersetzen, um Zeit von der Uhr zu nehmen - ein klassischer Trainerzug, der vom Publikum mit ironischem Applaus begleitet wurde.

Gästecoach Helmbrecht zeigte sich nach dem Spiel gefasst: "Wir haben das Maximum aus unseren Möglichkeiten gemacht. Leider war das Maximum heute ein einziger Schuss, der aufs Tor kam." Seine Mannschaft hatte in 90 Minuten ganze vier Abschlüsse, was zwar Effizienz andeutet, aber keine Gefahr.

Hannover hingegen durfte sich über einen Arbeitssieg freuen. Die Fans sangen, die Spieler klatschten, und Trainer Dietrich zog ein zufriedenes Fazit: "Keiner hat sich verletzt, wir haben zu null gespielt, und Ediz trifft wieder. Für mich ist das fast schon ein Feiertag."

Ob es nun ein spielerisches Feuerwerk war oder eher eine Pflichtaufgabe mit Funkenflug - das bleibt Geschmackssache. Fakt ist: Drei Punkte bleiben in Hannover, Papenburg fährt mit leeren Händen heim, und irgendwo zwischen Pressing und Passspiel hat der Fußball wieder einmal bewiesen, dass Schönheit nicht immer siegt, aber Einsatz meistens reicht.

Oder, wie ein älterer Fan beim Hinausgehen sagte: "War kein Spektakel, aber wenigstens haben sie diesmal das richtige Tor getroffen." Und irgendwie war das an diesem Abend schon die schönste Zusammenfassung.

08.12.643996 07:55
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