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Hapoel Ramat PKI bricht zusammen - Herzliya Yellows drehen das Viertelfinale

Es war ein Fußballabend, der in den ersten 45 Minuten so aussah, als würde Hapoel Ramat PKI die "Yellows" aus Herzliya mit wehenden Fahnen aus dem Pokal werfen. 56.843 Zuschauer sahen im Pokal-Viertelfinale einen Beginn wie aus einem Lehrbuch: Alfonso Djalo, der rechte Flügelblitz der Ramat-Elf, traf in der 8. Minute und legte in der 21. gleich noch einmal nach. Zwei Tore, beide nach Zuspiel des abgeklärten Innenverteidigers Joao de Gogorza - man könnte sagen, der Mann hat mehr Übersicht als ein Turmwächter.

"In dem Moment dachte ich, das wird ein Spaziergang", sagte Hapoel-Coach Marco Maciadi später mit einem bitteren Grinsen. "Aber im Fußball ist nichts gefährlicher als ein Gefühl der Sicherheit - außer vielleicht ein Elfmeter in der 93. Minute."

Tatsächlich war’s kein Elfmeter, der das Spiel drehte, sondern ein plötzlicher Energieschub der Herzliya Yellows. Kurz vor der Pause, in der 40. Minute, köpfte Carl Mendes nach Flanke von Kamil Nawalka den Ball ins Netz, während Keeper Simon Andresen noch gedanklich seinen Halbzeittee umrührte. 2:1 zur Pause, und die Gäste hatten wieder Blut geleckt.

Die Statistik sprach da noch eine deutliche Sprache: 55,6 Prozent Ballbesitz für Ramat, 17 Torschüsse gegen nur 6 der Yellows. Doch Zahlen gewinnen keine Pokale.

Nach dem Wiederanpfiff versuchte Ramat weiter, den Ball ins Tor zu tragen, als sei dies eine olympische Disziplin. Djalo, Travassos, Aslan - sie alle prüften den Gästetorwart Joao Antunez, der an diesem Abend eine Art menschliche Wand darstellte. "Ich hab irgendwann aufgehört zu zählen", grinste der Keeper später, "aber ich glaube, sie hätten mir auch aus drei Metern den Ball an den Helm geschossen, und ich hätte ihn trotzdem gefangen."

Dann kam die Wende, und sie kam in Gelb. Trainer Kula Shaker brachte in der 55. Minute Rafael Brito, der frischen Wind über rechts brachte, und in der 65. Minute Benyamin Neumann. Zwei Wechsel, die das Spiel auf den Kopf stellten.

In der 73. Minute war es eben jener Neumann, der nach Zuspiel von Robert Sebo das 2:2 erzielte - eiskalt, als hätte er nie etwas anderes getan. Kaum hatten die Zuschauer den Ausgleich verdaut, da schlug es wieder ein: nur eine Minute später, 74. Minute, Joseba Beto, ebenfalls nach Vorlage Sebo. 2:3 - das Stadion wurde still, und Maciadi trat gegen eine unschuldige Getränkekiste, die diese Ungerechtigkeit nicht verdient hatte.

"Wir wollten dann alles nach vorne werfen", sagte Djalo nach dem Spiel. "Aber irgendwie war der Tank leer - und die Ideen auch." Der Tank war tatsächlich leer, was sich in den letzten Minuten zeigte: Hapoel drückte, schoss, fluchte, doch der Ball wollte nicht mehr rein. Mosche Ben versuchte es in der 87., Argün Aslan in der 88. - vergeblich.

Und während Ramat verzweifelt rannte, schalteten die Yellows auf cleveres Zeitspiel um. "Wir haben Pressing gespielt", erklärte Shaker mit einem Augenzwinkern, "aber eher auf die Uhr als auf den Ball."

Argün Aslan sah in der 70. Minute noch Gelb, wohl aus Frust über die schwindende Führung, und die Körpersprache der Heimelf sagte alles: hängende Köpfe, schwere Beine, leere Blicke.

Als Schiedsrichter Erez Naim nach 94 Minuten abpfiff, jubelten die Yellows, als hätten sie gerade die Champions League gewonnen - und in gewisser Weise hatten sie das auch: den Glauben an ein Spiel, das schon verloren schien.

"Ich bin stolz auf meine Jungs", sagte Kula Shaker, der seinen Namen an diesem Abend Programm werden ließ - er schüttelte das Spiel kräftig durch. "Wir waren nie weg, wir haben nur auf den richtigen Moment gewartet."

Hapoel hingegen stand ratlos da. "Manchmal hast du 17 Schüsse und verlierst trotzdem", murmelte Maciadi, "vielleicht sollte ich die Statistik nächste Woche einfach weglassen."

Am Ende bleibt ein Pokalabend, der alle Zutaten hatte: Drama, Überraschung und eine Prise Ironie. Herzliya Yellows ziehen mit einem 3:2-Sieg ins Halbfinale ein - und Hapoel Ramat PKI bleibt nur die Erkenntnis, dass Ballbesitz zwar schön aussieht, Tore aber einfach mehr zählen.

Wie sagte ein älterer Fan beim Hinausgehen mit melancholischem Humor? "Wir hatten alles unter Kontrolle - bis das Spiel anfing."

03.11.643996 04:10
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Ja sicherlich waren die Irländer der erwartet starke Gegner.
Rudi Völler
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