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Heerenveen fegt Ayax mit 4:0 vom Platz - Eine Gala der Flügel

Was war das denn bitte? Der FC Heerenveen hat am Samstagabend im mit 52.340 Zuschauern rappelvollen Abe-Lenstra-Stadion Ayax Amsterdam regelrecht filetiert - anders kann man das 4:0 (4:0) kaum nennen. Und das Kuriose: Heerenveen hatte gar nicht mehr Ballbesitz. Die Gäste hielten mit 51,7 Prozent den Ball länger, aber Heerenveen schoss ihn viermal ins Ziel, während Ayax ihn viermal auf den Torwart drosch.

Schon in der vierten Minute war klar, dass dieser Abend nicht der der Amsterdamer werden würde. Wouter Wyman, der 32-jährige Linksaußen mit der Dynamik eines Espresso-Doppels, nutzte gleich seine erste Chance. Nach einem schnellen Flügelspiel über Koenraad Vandermark zog Wyman aus halblinks ab - 1:0. "Ich dachte, das Spiel fängt erst jetzt an", grinste Wyman später, "aber anscheinend war’s da schon halb entschieden."

Ayax versuchte es mit gepflegtem Kombinationsfußball, aber Heerenveen hatte die einfachere Idee: Flügel, Tempo, Abschluss. In der 32. Minute wieder Wyman, diesmal ohne Umwege. Ein trockener Schuss aus 18 Metern, der Keeper Henry Besson sah dabei aus wie ein Mann, der sich fragt, warum er eigentlich die Hände hat.

Und als ob das nicht genug wäre, legte Heerenveen noch vor der Pause doppelt nach: In der 40. Minute traf Vandermark selbst - nach schöner Vorarbeit von Esteban Melendez, der kurz zuvor schon zweimal aufs Tor gezimmert hatte. Nur drei Minuten später dann der junge Leon Bailey, gerade einmal 20 Jahre alt, mit einem frechen Abschluss aus spitzem Winkel. 4:0 zur Pause. Das Stadion bebte, und auf der Ayax-Bank klang es nach leisen Seufzern.

Trainer Jochen Eichhorst, sonst ein ruhiger Mann, wirkte da schon, als würde er innerlich die nächsten Trainingseinheiten umschreiben. "Wir wollten offensiv spielen, ja", sagte er nach der Partie sichtlich bemüht um Fassung. "Aber wenn du offensiv spielst und keiner verteidigt, dann wird’s halt schwierig."

Heerenveens Coach Adam Kramer dagegen blieb fast nüchtern. "Das war heute einfach eine Frage der Konsequenz. Wir haben gesagt: Wenn wir pressen, dann richtig. Wenn wir flanken, dann gefährlich. Und wenn wir schießen, dann bitte aufs Tor." Ein Satz, der in seiner Banalität fast philosophisch klang, aber nach 20 Torschüssen und vier Treffern durchaus als Spielzusammenfassung taugt.

Die zweite Halbzeit? Ein Schaulaufen. Heerenveen verwaltete das Ergebnis, Ayax mühte sich, als wolle man wenigstens den Ehrentreffer erzwingen. Lauritz Keese versuchte es zweimal (34., 52.), aber Torwart Gerard Van Keuren blieb unüberwindlich - und hatte dabei noch genug Zeit, sich über seine makellose Frisur zu freuen.

Vier Gelbe Karten kassierte Ayax, die Frustration wuchs. Espen Coeyman meckerte in der 42. Minute so laut, dass selbst der Schiedsrichter kurz lächelte, bevor er ihm Gelb zeigte. Iker Caballero folgte fünf Minuten später, Hans De Groot in der 59. - es war, als wolle man wenigstens in der Statistik führen.

In der 89. Minute gönnte sich Heerenveen dann den Luxus von gleich drei Wechseln. Joris Van Schoonhoven, 19 Jahre jung, durfte noch rein und sogar einen Schuss abgeben. Sein Versuch in der Nachspielzeit verfehlte das Tor zwar knapp, wurde aber vom Publikum gefeiert, als hätte er das 5:0 gemacht. "Ich war so aufgeregt, ich hab gar nicht gemerkt, dass der Ball vorbei ging", lachte der Teenager nach Abpfiff.

Und Ayax? Nun ja, die Statistik sagt: mehr Ballbesitz, weniger alles andere. Vielleicht die bitterste Sorte Fußball, wenn man das Spiel dominiert - aber nur auf dem Papier.

Als der Schlusspfiff ertönte, schien selbst der Stadionsprecher kurz sprachlos. 4:0, und alles schon zur Halbzeit erledigt. "Das war heute ein Statement", sagte Wyman beim Gang in die Kabine. "Wir wollten zeigen, dass man gegen Ayax nicht nur bestehen, sondern sie auch vernaschen kann."

Ob man das in Amsterdam ähnlich sieht, darf bezweifelt werden. Trainer Eichhorst versprach, "daraus zu lernen". Vielleicht beginnt er ja damit, das Wort "Offensive" im Wörterbuch noch einmal nachzuschlagen.

Und Heerenveen? Die Fans sangen, die Spieler grinsten, und irgendwo in der VIP-Lounge dürfte Adam Kramer still ein Glas Wasser gehoben haben - auf einen Abend, an dem seine Elf den großen Ayax schlicht deklassierte.

Ein Abend also, der in Heerenveen noch lange erzählt werden wird. Und in Amsterdam? Da wohl eher verschwiegen.

06.05.643997 05:25
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Gerade diesen Nike-Spot sehe ich sehr negativ. Es beginnt jetzt die Reisezeit. Stellen Sie sich nur vor, die Kinder beginnen jetzt auf den Flughäfen mit Bällen herumzudribbeln.
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