Voetbal International
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Heerenveens kühle Effizienz besiegt Den Haags sterile Dominanz

Manchmal ist Fußball einfach ein grausamer Spiegel: Der FC Den Haag sah aus wie die dominierende Mannschaft - und stand am Ende mit leeren Händen da. 0:2 hieß es am Freitagabend im Cars Jeans Stadion gegen einen FC Heerenveen, der weniger Ballbesitz, aber deutlich mehr Zielstrebigkeit zeigte. 34 954 Zuschauer sahen, wie die Gäste aus Friesland den Hausherren demonstrierten, dass Statistiken keine Tore schießen.

Dabei begann alles so vielversprechend für Den Haag. Trainer Xurxo Zabajone hatte seine Elf defensiv geordnet, aber mit Spielwitz ausgestattet. "Wir wollten ruhig aufbauen, den Ball laufen lassen", erklärte der galizische Coach nach der Partie und klang dabei wie ein Mann, der noch an die Schönheit des gepflegten Kurzpassspiels glaubt. 55 Prozent Ballbesitz bestätigen das. Nur: Tore gab es dafür keine.

Heerenveen dagegen kam mit offensiver Körperhaltung und nordischer Gelassenheit. Schon nach einer Minute prüfte Wouter Wyman den Haager Keeper Juriaan van Buren, der sich früh die Handschuhe warm fangen durfte. Es folgten weitere Angriffe im Fünf-Minuten-Takt, bis in der 30. Minute Vidar Nilsson zuschlug - und zwar eiskalt. Aus halbrechter Position zog der Norweger ab, der Ball zischte flach ins Eck. 1:0, und plötzlich sah man bei den mitgereisten Fans in Blau-Weiß kleine Papierschnipsel durch die Luft fliegen.

"Ich hab einfach draufgehalten", grinste Nilsson später im Kabinengang. "Wenn du zu viel nachdenkst, landest du beim Handball."

Den Haag reagierte mit Wut, aber ohne Fortune. Dejan Dordevic und William Kirkwood scheiterten an Gerard van Keuren, dem Heerenveener Torwart, der an diesem Abend wahrscheinlich selbst eine Fliege im Winkel gefangen hätte. "Er hat uns verrückt gemacht", stöhnte Den-Haags Mittelfeldmotor Theofanis Theotokis. "Der Typ hatte Magneten in den Handschuhen."

Nach der Pause das gleiche Bild: Den Haag kombinierte gefällig, Heerenveen lauerte auf Konter. Und als Zabajone um die 60. Minute die Zügel etwas lockern ließ, kam der Gegner genau richtig aus der Box. Heerenveens Trainer Adam Kramer, stets mit dem Ausdruck eines Mannes, der seine Pizza lieber lauwarm isst, brachte den jungen Leon Bailey für den müden Jozef Oklestek. Eine Viertelstunde später zahlte sich das aus: In der 80. Minute passte Stefanos Kalafatis quer, Bailey schob lässig zum 2:0 ein.

"Ich hab nur das gemacht, was der Trainer gesagt hat - schnell, direkt, keine Faxen", erklärte der 19-jährige Bailey hinterher, während Kramer im Hintergrund trocken hinzufügte: "Manchmal hilft es, wenn jemand zuhört."

Kurz darauf - Ironie des Schicksals - musste Heerenveens Innenverteidiger Ingo Chalana nach Gelb-Rot runter. Statt hektisch zu werden, zog der Gast sich noch weiter zurück, stellte auf Betonfußball um und ließ Den Haag ins Leere laufen. Selbst eine späte Gelbe für Miguel Coelho brachte keine Spannung mehr ins Spiel.

Am Ende stand eine Statistik, die fast grotesk wirkte: 14 Torschüsse für Heerenveen, 7 für Den Haag. Mehr Ballbesitz, mehr Pässe, mehr Mühe für die Hausherren - aber null Zählbares. "Das ist das Bittere am Fußball", meinte Zabajone, "du machst alles richtig und verlierst trotzdem." Sein Kollege Kramer grinste nur: "Oder du machst alles falsch und gewinnst."

Die Fans der Gastgeber verabschiedeten ihre Mannschaft mit höflichem Applaus - vielleicht auch aus Mitleid. Heerenveen dagegen konnte ausgelassen jubeln. Nilsson tanzte mit Bailey eine improvisierte Version des "Friesischen Walzers", während Chalana aus der Ferne resigniert winkte.

Ein Spiel, das keine neuen Taktikbücher schreiben wird, aber umso mehr für Stammtischdiskussionen taugt. Warum Den Haag trotz Überlegenheit kaum zwingend wurde, bleibt ebenso rätselhaft wie Kramers Pressingphilosophie ("Nur, wenn’s knapp ist"). Doch am Ende zählt das Ergebnis - und das lautet 0:2.

Vielleicht sollte Den Haag künftig weniger an die Ästhetik denken und mehr an den Torabschluss. Oder, wie es Zabajone mit einem Seufzer formulierte: "Wir haben schönen Fußball gespielt. Leider war er für die Galerie."

Und irgendwo in Friesland wird Adam Kramer leise gelacht haben - wahrscheinlich kurz, trocken, und mit einem zweiten Espresso in der Hand.

23.01.643997 12:43
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