Football Today
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Hucknall Town verliert turbulentes 2:3 gegen clevere Saints

Es war ein Abend, wie ihn die Fans von Hucknall Town so schnell nicht vergessen werden - leider aus den falschen Gründen. 27.000 Zuschauer sahen im heimischen Stadion ein Fußballspiel voller Tempo, Emotionen und kleiner Dramen, das am Ende mit 2:3 (1:3) gegen den favorisierten FC Southampton endete. Während die Zuschauer in der zweiten Halbzeit fast ununterbrochen zwischen Hoffen und Haareraufen pendelten, zeigte Southampton, warum man sie besser nicht früh führen lässt.

Bereits in der 21. Minute eröffnete Adam Hennessy das Torfestival. Nach einem perfekten Pass von Liam Allington blieb der bullige Mittelstürmer eiskalt und schob den Ball mit der Selbstverständlichkeit eines Mannes ein, der sein Frühstück wohl regelmäßig mit Toren garniert. "Ich hab nur den Fuß hingehalten", grinste Hennessy später - was ungefähr so glaubwürdig klang, als würde ein Bäcker sagen, Brötchen backen sei Zufall.

Sechs Minuten später durften die Gäste wieder jubeln. Ausgerechnet Linksverteidiger Matthew Finnan, sonst eher für die Defensivarbeit zuständig, donnerte den Ball nach einem Zuspiel von Van Cortlandt in den Winkel. Trainer Michael Böning lachte später: "Wir trainieren das nicht. Ich schwöre! Vielleicht sollten wir’s aber anfangen."

Doch Hucknall wäre nicht Hucknall, wenn sie sich so einfach ergeben hätten. Nur drei Minuten später hielt das Stadion kollektiv den Atem an, als Oscar Dennehy nach Vorarbeit des agilen Bradley Primes zum 1:2 einschob. Der Treffer weckte Hoffnung - und kurzzeitig auch den Eindruck, dass das Spiel kippen könnte. "Da war Feuer drin, da haben wir sie fast am Kragen gepackt", meinte Trainer Maddes Kaiser nach dem Spiel. Leider kam dann in der 34. Minute Gabriel Nilsson und löschte das Feuer mit einem kalten Guss Realität - 1:3. Wieder war Allington der Passgeber, wieder sah Hucknalls Abwehr aus, als hätte sie kurzzeitig beschlossen, lieber Zuschauer zu sein.

Die zweite Hälfte begann mit drei Wechseln bei den Hausherren - Kaiser brachte frische Beine und frischen Optimismus. Southampton nahm’s gelassen, stellte hinten kompakter und schien zeitweise auf Autopilot zu spielen. Hucknall rannte an, dominierte nun öfter die Szenen, auch wenn der Ballbesitz (48,6% zu 51,3%) am Ende ausgeglichen blieb. Zehn Torschüsse der Hausherren standen fünfzehn der Saints gegenüber - eine Statistik, die das Spiel fair zusammenfasst: Chancen waren da, aber die Effizienz wohnte an diesem Abend eindeutig im Gästehotel.

In der 73. Minute wurde es dann doch wieder laut. Erneut war es Dennehy, der nach einer schönen Kombination über Daniel Winfield das 2:3 erzielte. Das Stadion tobte, die Fans standen, und plötzlich roch es nach einer späten Wende. "Ich dachte, jetzt reißen wir’s noch", sagte Dennehy später - mit einem leicht verlegenen Lächeln, das andeutete, dass er selbst nicht so ganz dran geglaubt hatte.

Die Schlussphase bot dann alles, was englischer Fußball verspricht: lange Bälle, fliegende Grätschen und eine gelbe Karte für Filipe Alves, der in der 87. Minute offenbar beschloss, dass der Gegner einfach zu schnell war. "Ich hab den Ball getroffen - irgendwann", murmelte der Stürmer nach Schlusspfiff mit einem Schulterzucken.

Kaiser gestikulierte wild an der Seitenlinie, forderte seine Männer immer wieder nach vorne, doch Southampton brachte das Ergebnis clever über die Zeit. Böning wechselte spät noch Theo Whitman für den müde gelaufenen Hennessy ein - eine Maßnahme, die mehr Zeit von der Uhr nahm, als sie sportlich bewirkte.

Nach dem Abpfiff fasste Kaiser das Spiel gewohnt trocken zusammen: "Wir haben in der ersten Halbzeit geschlafen und in der zweiten geackert. Leider gibt’s dafür keine Punkteverteilung halbe-halbe." Sein Kollege Böning grinste nur: "Wir haben früh getroffen, und dann das gemacht, was Engländer am besten können - verteidigt, geschwitzt, geflucht."

So bleibt am Ende ein spannender Abend mit viel Einsatz und einer Prise Ironie. Hucknall Town hat sich teuer verkauft, Oscar Dennehy darf sich als Mann des Spiels im eigenen Lager fühlen, und Southampton nimmt drei Auswärtspunkte mit, die sie im Rennen um die oberen Tabellenplätze dringend brauchten.

Oder, wie ein Fan beim Hinausgehen seufzte: "Wenn wir jedes Spiel so verlieren würden, würd’s wenigstens Spaß machen." Und genau das war’s - ein Spiel, das verloren ging, aber das man trotzdem gern gesehen hat.

22.05.644000 17:12
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Ich glaube nicht, daß wir das Spiel verloren hätten, wenn es 1:1 ausgegangen wäre.
Uli Hoeneß
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