Sportexpress
+++ Sportzeitung für Deutschland +++

Jena schießt sich in den Frühlingsrausch - 4:2 gegen TuS Hordel

Es war einer dieser Abende in der 2. Liga, an denen man schon nach drei Minuten wusste: Hier wird nichts normal laufen. 26.976 Fans im Jenaer Stadion hatten gerade Platz genommen, da zappelte der Ball schon im Netz. Jan Alex - der 23-jährige Mittelstürmer mit dem Selbstbewusstsein eines gestandenen Torjägers - traf eiskalt nach Vorlage von Fernando Veloso. "Ich hab ihn gar nicht richtig gesehen, aber gespürt, dass er kommt", grinste Alex später, als hätte er gerade eine neue physikalische Gesetzmäßigkeit entdeckt.

Doch wer glaubte, Hordel würde sich ergeben, wurde eines Besseren belehrt. Keine fünf Minuten später schlug es auf der Gegenseite ein - und das gleich doppelt. Ernst Kunkel, 21, mit dem Gesicht eines Chorknaben und den Instinkten eines Raubtiers, traf in der 4. und 9. Minute. Zweimal eiskalt, zweimal nach schnellen Angriffen über die linke Seite. "Wir wollten Jena überraschen. Hat ja kurz geklappt", meinte Hordels Trainerin Ute Finkeldy trocken - ihr Blick sagte allerdings: *Kurz* war eindeutig zu kurz.

Denn Jena, unter der Leitung von Coach Martin Wegner, reagierte nicht mit Panik, sondern mit gepflegtem Offensivwahnsinn. In der 25. Minute schob Mark Pohl nach feiner Vorarbeit von Bruno Antunes zum 2:2 ein, und noch vor der Pause legte wieder Jan Alex nach. Diesmal flankte Karl Rose, der rechte Verteidiger, dessen Gelbe Karte fünf Minuten zuvor wohl eher als Warnung an die Grasnarbe gedacht war. Mit dem 3:2 ging es in die Kabinen - und in Jena roch es plötzlich nach Frühling und Aufstiegsplatz.

"Ich hab den Jungs gesagt: Bleibt dran, aber bitte nicht wieder so wild", verriet Wegner nach dem Spiel. Das mit dem *nicht so wild* funktionierte bedingt. Jena war in der zweiten Halbzeit das klar aktivere Team, auch wenn die Ballbesitzstatistik (45 zu 54 Prozent) etwas anderes behauptet. Hordel durfte den Ball haben - Jena machte die Tore.

In der 66. Minute war es Fernando Veloso selbst, der nach einer butterweichen Flanke von Mark Pohl zum 4:2 einköpfte. Ein Tor wie aus dem Lehrbuch, und Veloso reckte die Faust in den Abendhimmel, als wolle er dem Flutlicht danken. "Ich hab’s gespürt, dass der heute reingeht", sagte er später, während er sich den Schweiß aus den Haaren wischte.

Danach wurde es ruppiger. Robert Barth sah erst Gelb (67.) und dann Gelb-Rot (84.), eine Kombination, die man in Jena ab jetzt wohl als "Robert-Methode" kennt. "Ich hab doch gar nichts gemacht", rief er, als er vom Platz musste - ein Satz, der in der Fußballgeschichte ungefähr so glaubwürdig ist wie "Ich hab nur geguckt".

Trotz Unterzahl brachte Jena den Sieg souverän über die Zeit. Hordel versuchte es mit lang geschlagenen Bällen, Ernst Kunkel rannte, kämpfte, fluchte - vergeblich. Torwart Jesus Smith, der trotz des biblischen Namens kein Wunder vollbringen musste, hielt, was zu halten war.

Die Statistik sprach am Ende für die Gastgeber: 18 zu 9 Torschüsse, mehr Zweikämpfe gewonnen, weniger Nerven verloren. Nur im Ballbesitz blieb Hordel vorne - ein schwacher Trost, wie Finkeldy später zugab: "Wir hatten den Ball, aber sie hatten den Plan."

Der lauteste Jubel ertönte, als der Schlusspfiff kam. Trainer Wegner, sonst eher ein nüchterner Typ, riss die Arme hoch und jubelte Richtung Tribüne. "Das war heute ein Statement", sagte er später in der Pressekonferenz, "wir können auch dann gewinnen, wenn wir nicht die Schönsten sind auf dem Platz."

Hordel dagegen stand bedröppelt beisammen. Kunkel klopfte seinem Mitspieler Günther Pfeiffer auf die Schulter und murmelte: "Zwei Tore und trotzdem nix gewonnen - Fußball ist schon ein mieser Kumpel."

So ging ein packendes Spiel zu Ende, das alles bot, was man an einem Dienstagabend braucht: frühe Tore, reichlich Emotionen, ein bisschen Chaos und einen verdienten Sieger. Jena springt mit dem 4:2-Sieg weiter nach oben, während Hordel sich fragt, wie man zwei Tore schießen und trotzdem chancenlos sein kann.

Oder, wie es ein älterer Fan auf der Tribüne zusammenfasste, bevor er sein Bier hob: "So spielt man, wenn man Frühling im Fuß hat."

Und vielleicht hatte er recht - denn an diesem Abend tanzte Jena tatsächlich ein Stück Richtung Sonne.

23.06.643993 14:29
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Ich halte nix von Sex vor dem Spiel, besonders weil ich mir das Zimmer mit Salou teile.
Jan-Aage Fjörtoft
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager