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Jung, wild, gnadenlos - Kaiserslautern fegt Petersberg mit 4:0 vom Platz

4119 Zuschauer im Lauterer Stadion sahen an diesem Dienstagabend ein Spiel, das sie so schnell nicht vergessen dürften - zumindest die, die rot tragen. Kaiserslautern zerlegte die Gäste aus Petersberg nach einer torlosen ersten Halbzeit mit jugendlicher Frische und einer zweiten Hälfte, die an ein Lehrvideo über Offensivfußball erinnerte. Am Ende stand ein 4:0, das auch in dieser Höhe verdient war - und bei den Fans für stehende Ovationen sorgte.

"Ich hab den Jungs in der Pause gesagt, sie sollen einfach Spaß haben - und dann kam das dabei raus", lachte Trainer Kada Schmide hinterher, während sie mit einem Pappbecher Cola an der Seitenlinie stand. Spaß hatten sie, und wie: Zwischen der 53. und 75. Minute trafen gleich vier verschiedene Spieler, als wollten sie beweisen, dass Teamgeist nicht nur eine Worthülse aus der Kabinenpredigt ist.

Den Startschuss gab der 17-jährige Damian Boniek. Nach einem feinen Zuspiel des quirligen Rechtsaußen Vikentios Antoniou zog Boniek aus halbrechter Position ab - 1:0 in der 53. Minute. Der Jubel war fast so laut wie der Aufschrei des Petersberger Keepers Niklas Moll, der noch versuchte, den Ball mit der Fußspitze zu erwischen. "Ich wusste gar nicht, dass der Ball so fest kommen kann", murmelte Moll später, halb bewundernd, halb genervt.

Nur 14 Minuten später durfte sich Joao Moutinho in die Torschützenliste eintragen. Der 18-jährige Mittelstürmer, bereits zuvor mit mehreren Abschlüssen auffällig, nutzte eine Unsicherheit in der Gästeabwehr. "Ich hab einfach die Augen zugemacht und gehofft, dass er reingeht", grinste Moutinho - und genau das tat er: 2:0 in der 67. Minute.

Damit war der Bann endgültig gebrochen. Petersberg, bislang defensiv solide, verlor völlig die Ordnung. Innenverteidiger Duarte Garcia, normalerweise für das Grobe zuständig, schlich sich bei einem Eckball in den Strafraum und köpfte in der 73. Minute zum 3:0 ein. Die Vorlage kam von Maximilian Anders, der sich später selbst auf die Schulter klopfte: "Manchmal muss man einfach wissen, wo der große Kerl steht."

Zwei Minuten darauf setzten die Roten noch einen drauf: Luke Broderick, frisch eingewechselt und offenbar mit Jetlag aus einem anderen Spiel, verwandelte einen Pass von - wer sonst - Joao Moutinho eiskalt. 4:0. Der Rest war Schaulaufen, die Gäste aus Petersberg nur noch Passagier.

Statistisch war das Ganze so eindeutig wie das Ergebnis: 20 Torschüsse für Kaiserslautern, nur fünf für die Gäste. 53 Prozent Ballbesitz und eine Zweikampfquote von 56 Prozent - Werte, die zeigen, dass die Lauterer nicht nur schön, sondern auch hart gearbeitet haben. Petersberg dagegen wirkte zunehmend müde, fast resigniert. Als Ari Sainio in der 81. Minute frustriert die Gelbe Karte sah, war das sinnbildlich für den Abend.

Pattrick Ledig, Coach der Gäste, suchte nach Worten: "Wir wollten kompakt stehen, aber irgendwann standen wir nur noch." Dann zuckte er die Schultern - was soll man auch sagen, wenn die eigene Mannschaft in einer halben Stunde vier Tore kassiert?

Die Lauterer Fans feierten dagegen jeden Ballkontakt ihrer Youngsters. Es wirkte fast, als hätten die 17- bis 19-Jährigen vergessen, dass sie in der Oberliga und nicht in einem Videospiel stehen. Schmide brachte es später auf den Punkt: "Die Jungs sind jung, frech und haben keine Angst, Fehler zu machen. Das ist gefährlich - für den Gegner."

Selbst Torwart Max Breadalbane, der kurz vor Schluss für den 17-jährigen Manos Boutzikos weichen musste, grinste breit: "Ich hab heute kaum was zu tun gehabt. Aber das ist mir ehrlich gesagt lieber so." Seine Aussage fasst das Spiel perfekt zusammen - Petersberg hatte zwar ein paar harmlose Versuche, doch nichts, was den Lauterer Schlussmann ernsthaft gefordert hätte.

So bleibt unterm Strich ein Abend, an dem Kaiserslautern zeigte, dass Talent manchmal Erfahrung schlägt - und zwar deutlich. Vier Tore, vier Schützen, null Gegentreffer: eine Bilanz, die sich sehen lassen kann.

Schlusswort? Vielleicht dies: Wenn die jungen Lauterer so weitermachen, muss sich die Oberliga warm anziehen. Oder, wie ein älterer Fan auf der Tribüne beim Abpfiff sagte: "Früher war hier der Betze laut - heute sind’s die Teenager, die schreien." Und man möchte hinzufügen: völlig zu Recht.

17.04.644000 21:57
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Freundschaften zählen für mich sehr, aber nicht in diesem Geschäft. Ich habe Jürgen Gelsdorf vor die Tür gesetzt, der war sogar mein Trauzeuge.
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