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Junge Wilde zünden Feuerwerk: Kaiserslautern fegt Klafeld-Geisweid 3:0 vom Platz

Ein lauer Maiabend, Flutlicht, 4085 Zuschauer im Stadion und ein Hauch von Aufbruchsstimmung: Kaiserslautern zeigte beim 3:0 (2:0) gegen Klafeld-Geisweid, dass Jugend manchmal keine Ausrede, sondern ein Versprechen ist. Trainer Kada Schmide ließ gleich eine Handvoll Teenager ran - und bekam dafür eine Vorstellung, die man so eher auf einem Playstation-Controller erwartet hätte.

Bereits nach fünf Minuten klingelte es im Netz der Gäste. Der 18-jährige Dimas Eusebio zog nach einem Pass des quirligen Vincent Adao von links in die Mitte und schloss trocken ab. 1:0 - und der Abend nahm Fahrt auf. "Ich wollte einfach zeigen, dass wir mutig spielen können", grinste Eusebio später, während er sich noch die Schweißperlen aus den Locken strich. "Trainer Schmide meinte vor dem Spiel: Wenn du schießt, dann richtig. Also hab’ ich geschossen."

Klafeld-Geisweid wirkte von diesem frühen Schock erkennbar irritiert. Der Plan, mit einer ausgewogenen, "balancierten" Taktik (wie es im Trainerjargon heißt) das Spiel ruhig zu halten, verpuffte spätestens, als Kaiserslautern die Flügel fand. Nach 34 Minuten war es Anselm Pettersson, 19 Jahre jung, der nach feinem Pass von Javier Eusebio - ja, Bruder von Dimas - auf 2:0 erhöhte. Die Tribüne tobte, die Ersatzspieler sprangen in einer Art synchronisiertem Freudentanz auf.

"Wir haben uns viel vorgenommen", seufzte Gästetrainer Branko Matic nach der Partie (sein Gesichtsausdruck sprach Bände, auch wenn ihn niemand offiziell zitierte). "Aber wenn du nach einer halben Stunde merkst, dass selbst deren 17-Jähriger mehr Wucht hat als deine halbe Mannschaft, dann weißt du, es wird ein langer Abend."

Und ein langer Abend wurde es. Kaiserslautern spielte weiter nach vorn, fast übermütig offensiv. 16 Torschüsse, 52 Prozent Ballbesitz, eine Zweikampfquote von über 57 Prozent - das waren Zahlen, die den Charakter des Spiels gut beschrieben. Klafeld-Geisweid kam in 90 Minuten auf drei ernsthafte Abschlüsse, alle von Wolfgang Weiss, der sich redlich mühte, aber gegen die dicht gestaffelte Innenverteidigung kaum Land sah.

Kurz nach der Pause hätte es schon 3:0 stehen können, doch Joao Moutinho, der jüngste der drei Angreifer, setzte den Ball zunächst noch über die Latte. "Er wollte wohl Spannung reinbringen", witzelte Trainer Schmide später. "Ich hab’ ihm gesagt: Wenn du schon so heißt, dann darfst du auch mal treffen wie ein Portugiese." Der junge Moutinho nahm sich das offenbar zu Herzen - in der 66. Minute schloss er nach Vorarbeit von Rechtsaußen Vikentios Antoniou trocken zum 3:0 ab.

Danach war der Drops gelutscht. Kaiserslautern spielte weiter munter nach vorn, aber ohne die letzte Gier. Klafeld-Geisweid zeigte immerhin Haltung: Juan Castano holte sich in der 76. Minute die einzige Gelbe Karte seiner Mannschaft, nachdem er versuchte, das Spieltempo mit rustikalen Mitteln zu bremsen. "Da wollte ich einfach mal kurz Hallo sagen", meinte er später mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Selbstironie und Resignation pendelte.

Kurz vor Schluss sah auch Lauterns Owen Kober Gelb - wohl mehr aus Übermut als Notwendigkeit. Er grinste dabei so breit, dass man fast dachte, er wolle den Schiedsrichter um ein Erinnerungsfoto bitten.

Als der Abpfiff ertönte, standen die 4085 Zuschauer auf und applaudierten minutenlang. "Das war einfach schön anzusehen", bekannte eine ältere Dame mit rotem Schal auf der Haupttribüne. "Endlich wieder Fußball mit Herz - und nicht nur mit Sicherheitsabstand."

Trainer Schmide wirkte zufrieden, aber nicht euphorisch: "Das war ein Schritt in die richtige Richtung. Wir haben gezeigt, dass wir Talent und Tempo haben. Jetzt müssen wir nur noch lernen, wie man damit umgeht, wenn der Gegner mal trifft."

Das tat Klafeld-Geisweid an diesem Abend zwar nicht, aber immerhin: Sie hielten durch, ohne auseinanderzufallen. Bei allem Spott - die Gäste kämpften bis zum Schluss, auch wenn die Statistik (3:0 Tore, 16:3 Torschüsse, 51:49 Prozent Ballbesitz) wie ein kleines Lehrstück über die Hierarchie in der Oberliga E las.

Und so blieb am Ende ein Abend, den man in Kaiserslautern als Hoffnungsschimmer verbuchen darf. Junge Spieler, mutige Trainerentscheidungen, drei sehenswerte Tore - und ein Publikum, das mit einem Lächeln in die Nacht ging.

Oder, wie Dimas Eusebio es ausdrückte, bevor er in Richtung Kabine verschwand: "Wir sind jung, wir machen Fehler - aber heute waren’s halt die richtigen."

14.10.643999 04:39
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Wenn ich natürlich bei meinen Sechs-Minuten-Einsätzen bis zur Winterpause 30 Tore schieße, werde ich vielleicht nicht gehen dürfen.
Jan-Aage Fjörtoft
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