Diarios de Futbol
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Junger Wilder schießt Tucumán zum Sieg - Cerrense verzweifelt an Flores

Wenn 42.527 Zuschauer im Estadio Monumental José Fierro aufstehen, dann hat das meist einen Grund - und der hieß an diesem Samstagabend Jorge Flores. Der 20-jährige Linksaußen des FC Tucumán war der Mann des Abends beim 2:0-Sieg seines Teams über CD Cerrense in der Gruppenrunde der Challenger League. Zwei Tore, ein Dauerlächeln und ein Gegner, der irgendwann nur noch den Kopf schüttelte.

"Ich wollte einfach Spaß haben", grinste Flores nach der Partie und schob mit einem Augenzwinkern hinterher: "Und Mason hat mir den Ball halt zweimal genau auf den Fuß serviert." Gemeint war Mason Hathaway, der Regisseur im Mittelfeld, der beide Treffer vorbereitete und sich damit vermutlich ein Getränk seiner Wahl in Tucumáns Altstadt verdient hat.

Schon früh machte der FC Tucumán klar, wer Herr im Haus ist. 19 Torschüsse sprechen eine eindeutige Sprache - im Gegensatz zu Cerrense, das mit sechs halbherzigen Versuchen immerhin den Torhüter Goran Nad einmal aus der Langeweile riss. In der 21. Minute war es dann soweit: Hathaway schickte Flores steil, der junge Argentinier narrte Cerrenses rechten Verteidiger Nani, schob den Ball mit einer Selbstverständlichkeit ins Eck - 1:0. Trainer Louis Noel riss die Arme hoch, als hätte er gerade die Meisterschaft gewonnen.

"Das war kein Zufall", erklärte Noel später mit ironischem Unterton. "Wir üben das im Training genau so: Ich sage, Jorge, lauf einfach schnell und triff. Und er macht’s."

Cerrense, trainiert vom nachdenklich wirkenden Leahcim Gnipeur, fand kaum Mittel gegen das offensive Pressing der Gastgeber. "Wir wollten eigentlich ruhig aufbauen", sagte Gnipeur, "aber Tucumán hat uns keine Luft gelassen. Und als wir endlich atmen konnten, stand’s schon 1:0." Immerhin hielt Cerrenses Keeper Joseba Mendes sein Team mit mehreren Glanzparaden im Spiel, vor allem gegen Diego Rodríguez, der gleich mehrfach aus aussichtsreicher Position scheiterte.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild kaum. Tucumán blieb offensiv, Cerrense blieb bemüht - und Jorge Flores blieb unverschämt gut drauf. In der 67. Minute wiederholte sich das Schauspiel: Hathaway chipte den Ball in den Strafraum, Flores nahm ihn direkt - 2:0. Der Jubel: eine Mischung aus jugendlicher Unbekümmertheit und dem Wissen, dass man gerade Geschichte schreibt, zumindest für einen Abend.

"Ich hab’s schon kommen sehen", meinte Innenverteidiger Domingo Morte später. "Der Kleine war heute einfach überall. Ich hab ihm irgendwann gesagt: ’Mach du mal, ich bleib hinten und schau zu.’"

Cerrense versuchte in der Schlussphase mit erhöhter Aggressivität - laut Statistik "STRONG" - noch einmal gegenzuhalten. Es half wenig. Nael Marques sah schon in der zweiten Minute Gelb, und als er in der 87. Minute noch einmal frustriert ausholte, rief der Schiedsrichter nur: "Noch einmal, und du duschst früher!" Tucumáns Verteidiger Morte und Teixeira hielten die Abwehr stabil, auch wenn sie sich jeweils eine Gelbe abholten, offenbar um nicht aus der Reihe zu tanzen.

Das Publikum hatte seinen Spaß. "¡Otra vez, Jorge!", hallte es durch die Arena, wenn Flores wieder einmal anzog. Zwischenzeitlich wurde sogar spekuliert, ob der Junge überhaupt müde werden kann. Trainer Noel lachte: "Wenn ich ihn nicht rausnehme, läuft er irgendwann bis nach Cerrense."

Am Ende blieb es beim 2:0 - ein Ergebnis, das den Verlauf des Spiels fair widerspiegelt. Tucumán hatte mit 51 Prozent Ballbesitz leicht die Nase vorn, gewann 55 Prozent der Zweikämpfe und wirkte in jeder Phase entschlossener. Cerrense wirkte wie ein Team, das zwar wusste, was es theoretisch tun sollte, aber nicht, wie man es praktisch umsetzt.

"Wir müssen lernen, solche Gegner zu bremsen", seufzte Gnipeur. "Oder wenigstens Flores die Schuhe zu binden, bevor er losläuft."

Tucumán dagegen darf träumen - von einer langen Challenger-League-Saison, von weiteren Galaabenden und vielleicht davon, dass Jorge Flores bald ein ganz großer Name wird.

Und wer weiß: Wenn er so weitermacht, muss man in Tucumán bald größere Trikots drucken - für die wachsende Legende eines 20-Jährigen, der an einem Samstagabend den Unterschied machte.

20.01.644003 00:15
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