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Ein lauer Frühlingsabend, 4.049 Zuschauer auf den Rängen des Betzenbergs - und ein Spektakel, das sich gewaschen hat. Kaiserslautern zerlegte den TSV Sulzfeld am 33. Spieltag der Oberliga E mit 6:0. Wer zu spät kam, verpasste nicht nur ein Torfestival, sondern auch die Geburtsstunde eines neuen Publikumslieblings: Dimas Eusebio, 17 Jahre jung, schoss gleich vier Tore und grinste nach Abpfiff so breit, dass man fast dachte, der Betze hätte sein eigenes Flutlichtsystem. "Ich hab einfach Spaß gehabt", sagte Eusebio schüchtern, während seine Mitspieler ihn in der Kabine mit Gesängen feierten. Dass der Spaß auf Sulzfelder Seite endete, bevor er angefangen hatte, war schnell klar. Schon in der zweiten Minute prüfte Vincent Adao den gegnerischen Keeper Bailey McGowan, der an diesem Abend der bedauernswerteste Mann auf dem Platz werden sollte. Kaiserslautern spielte von Beginn an offensiv, mutig, fast übermütig. Trainerin Kada Schmide hatte ihre Jungs auf Angriff eingestellt, und die hielten sich streng an den Plan. Zwar hatte Sulzfeld mit 58 Prozent Ballbesitz nominell mehr vom Spiel, aber das war in etwa so hilfreich wie ein Regenschirm in der Wüste. Denn während die Gäste den Ball zärtlich von links nach rechts schoben, drosch Lautern ihn gnadenlos ins Netz. Das 1:0 fiel in der 25. Minute: Maik Pohl steckte den Ball clever durch, Eusebio verwandelte trocken ins lange Eck. Nur dreizehn Minuten später schnappte sich der Youngster den Ball erneut - Zuspiel von Anselm Pettersson - und erhöhte auf 2:0. "Da war ich kurz davor, die Stoppuhr zu zücken", flachste ein Zuschauer auf der Tribüne, "so schnell geht das hier ja sonst nur im Internet." Und weil Eusebio offenbar keine Lust hatte, das Toreschießen anderen zu überlassen, legte er in der 41. Minute nach. Diesmal kam die Vorlage von Ricardo Gama, ebenfalls 17 Jahre alt - die Lautrer Jugend ließ grüßen. Halbzeitstand: 3:0, das Spiel im Grunde entschieden, Sulzfeld in Schockstarre. Wer dachte, die Gastgeber würden nun Kräfte schonen, lag daneben. Gleich nach Wiederbeginn verwandelte Eusebio in der 50. Minute seinen vierten Treffer - Vorlage Innenverteidiger Andres Garces, der kurz darauf ausgewechselt wurde. "Ich hatte schon überlegt, meine Schuhe auszuziehen", witzelte Eusebio später. "Vier Tore, das passiert mir nicht alle Tage - vielleicht nie wieder." Doch damit war das Feuerwerk noch nicht zu Ende. In der 81. Minute durfte auch Maik Pohl selbst jubeln, nachdem Noe Ferreira ihn mustergültig bedient hatte. Und kurz vor Schluss, in der 88. Minute, krönte Eusebio seinen Abend mit dem 6:0-Endstand - diesmal nach Vorlage von Joao Moutinho. Der Betzenberg bebte, und man hätte schwören können, dass sogar die Ersatzbank applaudierte. Dabei hatte Sulzfeld gar keinen schlechten Ball gespielt - nur eben nie dort, wo es gefährlich wurde. Vier Torschüsse, die meisten aus der Distanz, mehr ließ die Lautrer Defensive nicht zu. Torwart Vincent Aguas hätte sich theoretisch auch einen Liegestuhl aufstellen können. "Ich hab mir einmal die Handschuhe abgeklopft, damit sie nicht einrosten", grinste er nach dem Spiel. Einziger Wermutstropfen für die Gastgeber: In der 65. Minute verletzte sich Adao leicht am Knöchel. "Nichts Schlimmes", beruhigte Trainerin Schmide. "Er hat sich nur zu sehr über Eusebios viertes Tor gefreut." Und als wäre das nicht genug jugendlicher Überschwang, kassierte der 17-jährige Constantin Bronowicki in der Nachspielzeit noch Gelb - wohl mehr aus Langeweile als aus Notwehr. Statistisch liest sich das Spiel fast absurd: 24 Torschüsse für Lautern, nur 41 Prozent Ballbesitz - dafür 57 Prozent gewonnene Zweikämpfe. "Wir haben einfach den direkten Weg gesucht", erklärte Schmide, "und den auch gefunden. Sechsmal." Sulzfelds Trainer war nach dem Schlusspfiff weniger gesprächig. "Wir haben einen schlechten Tag erwischt", murmelte er, "und Lautern einen sehr guten. Vielleicht sollten wir das nächste Mal auf Torgröße spielen." Und so endete ein Abend, der in Kaiserslautern wohl noch lange erzählt werden wird - als jener Tag, an dem ein 17-Jähriger den Betze zum Leuchten brachte. Oder, wie ein Fan beim Verlassen des Stadions sagte: "Wenn das die Zukunft ist, dann lehn ich mich gern zurück - Hauptsache, der Junge bleibt hier." 13.02.643997 20:18 |
Sprücheklopfer
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