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König trifft, Germania regiert: Ilmenau ringt Bad Kleinen mit 1:0 nieder

Es war ein Abend, wie ihn die Fans von Germania Ilmenau lieben: Flutlicht, 41.563 Zuschauer im Stadion, und am Ende ein dreckiges, aber verdientes 1:0 gegen den tapferen Aufsteiger aus Bad Kleinen. Ein Spiel, das weniger ein Feuerwerk der großen Fußballkunst war, sondern eher ein Beispiel für die alte Weisheit: Wer hinten sicher steht und vorne einen König hat, kann alles gewinnen.

Tatsächlich war es ausgerechnet Innenverteidiger Georg König, der in der 27. Minute zum entscheidenden Treffer ansetzte. Nach einer Ecke landete der Ball irgendwie, zwischen Beinen, Schienbeinschonern und einem halben Dutzend Abwehrversuchen, bei König. Der 33-Jährige zog einfach mal ab - und siehe da, der Ball zappelte im Netz. "Ich wollte eigentlich nur klären", grinste der Torschütze nach dem Spiel. "Aber wenn’s halt passt, dann passt’s."

Trainer Thorben Hartung hatte sein Team von Beginn an offensiv eingestellt, das sah man. Germania presste, kombinierte, und ließ Bad Kleinen kaum Luft zum Atmen. Zehn Torschüsse für die Ilmenauer, einer für die Gäste - das spricht Bände. "Wir wollten mutig sein", erklärte Hartung, "aber manchmal sieht Mut eben so aus, dass man mit fünf Mann im gegnerischen Strafraum steht und hofft, dass einer den Fuß richtig hinhält."

Bad Kleinen dagegen versuchte, sich mit einer defensiven Grundordnung über Wasser zu halten. Trainer Cw WC - ja, der Mann heißt tatsächlich so, und nein, es war kein Scherz der Stadionregie - gestikulierte unermüdlich an der Seitenlinie. "Wir wollten kompakt bleiben", sagte er nach dem Spiel, "aber Ilmenau hat uns immer wieder zwischen den Linien erwischt." Und dann fügte er mit einem Seufzer hinzu: "Das Durchschnittsalter meiner Startelf war 19. Da ist ein Abend wie dieser einfach Lehrgeld."

Das Spiel selbst bot wenig Aufregung nach dem Treffer. Jari Vuorinen und Lucas Reimann prüften den Gästetorhüter mehrfach - der junge Michael Metzger, später durch Daniel Zimmer ersetzt, hielt, was zu halten war. Besonders in der 81. Minute, als Reimann aus kurzer Distanz abzog, riss der 18-Jährige die Hände hoch und lenkte den Ball spektakulär über die Latte. Das Publikum spendete Applaus - Ilmenau-Fans sind fair, wenn sie nicht gerade den Schiedsrichter beleidigen.

Apropos Schiedsrichter: Der hatte an diesem Abend einiges zu tun, vor allem mit Christopher Schultz. Der Ilmenauer Rechtsverteidiger holte sich erst in der 75. Minute Gelb und legte in der Nachspielzeit noch eine zweite Verwarnung nach. Gelb-Rot, Abgang. "Ich hab ihm nur gesagt, dass seine Pfeife klemmt", murmelte Schultz später mit einem Grinsen. Trainer Hartung sah das weniger humorvoll: "Das war unnötig. Wir führen 1:0, und er diskutiert über die Lautstärke der Pfeife. Da kann man schon mal die Stirn kraulen."

Taktisch blieb Ilmenau über 90 Minuten hinweg ihrem offensiven Stil treu. Pressing, Flügelangriffe, viel Laufarbeit - und das bei sommerlichen Temperaturen. Bad Kleinen hingegen stand tief, versuchte, mit kurzen Pässen Ruhe ins Spiel zu bringen, doch der Ballbesitz von 44 Prozent fühlte sich eher nach 20 an.

In der zweiten Halbzeit wechselte Hartung fröhlich durch: Pereira raus, Schultz rein (der später den Platz verließ, ironischerweise), Haase runter, Funk rein, später noch Soldo für den abgekämpften Grantham. "Wir wollten frische Beine bringen", erklärte Hartung, "und ein bisschen Routine rausnehmen - hat ja fast geklappt."

Am Ende jubelte Germania Ilmenau über drei Punkte, die sich wie sechs anfühlten. Ein Pflichtsieg, ja, aber einer mit Charakter. "So Spiele musst du einfach über die Linie bringen", sagte König noch in der Mixed Zone, während er sich ein isotonisches Getränk genehmigte. "Wenn’s schön sein soll, geh ich auf den Jahrmarkt."

Und Bad Kleinen? Sie fuhren mit hängenden Köpfen, aber erhobenem Stolz nach Hause. "Wir haben viel gelernt", meinte Kapitän Pfeifer, "zum Beispiel, dass man gegen Ilmenau nicht einschlafen darf, wenn eine Ecke kommt."

Fazit: Germania Ilmenau bleibt oben dran, Bad Kleinen unten drin. Ein Spiel, das niemanden vom Hocker riss, aber genau das war vielleicht das Beeindruckende daran. Fußball ohne Glanz, aber mit Wirkung - und am Ende ein König, der seinem Namen alle Ehre machte.

Vielleicht wird man in Ilmenau eines Tages sagen: Das war das Spiel, in dem König regierte und Schultz rebellierte. Und wer weiß - vielleicht hängt irgendwann ein Transparent über der Tribüne: "1:0 - unser Lieblingsresultat."

16.12.644002 07:27
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Solange Karl-Heinz Rummenigge und ich etwas beim FC Bayern zu sagen haben, wird der bei diesem Verein nicht mal Greenkeeper im neuen Stadion.
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