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Last-Minute-Drama in Parque del Plata: Santos rettet den Punkt

Ein Abend, wie ihn die 34.145 Zuschauer im Estadio Parque del Plata so schnell nicht vergessen werden: 90 Minuten lang kämpften sich Parque del Plata und CD Cerrense zu einem 1:1-Unentschieden, das erst in der Nachspielzeit seine ganze theatralische Wucht entfaltete. Zwei Teams, die sich nichts schenkten, ein Platz, der nach dem Schlusspfiff aussah wie ein Kartoffelacker, und ein 19-jähriger Held, der in der letzten Minute des Spiels sein Coming-out als Torjäger feierte.

Die Partie begann mit viel Energie, aber wenig Ertrag. Schon in der 7. Minute prüfte Ellis Haddock den gegnerischen Keeper mit einem satten Linksschuss - der Ball landete im Fangnetz, nicht im Tor. Trainerin Leahcim Gnipeur von Cerrense kommentierte später trocken: "Da wusste ich, heute wird’s ein langer Abend." Recht hatte sie. Denn Cerrense antwortete prompt: Joao Gomes und Christian Petrizzi feuerten innerhalb weniger Minuten zwei Warnschüsse ab, die den Keeper Carlos Mendo mehr beschäftigten als ihm lieb war.

Die erste Halbzeit war ein Lehrstück in verpassten Chancen. Cerrense hatte am Ende 13 Torschüsse - die meisten davon aus der Distanz, weil Parque del Plata mit 51 Prozent Ballbesitz und einer stabilen Defensive kaum Lücken ließ. "Wir wollten kompakt stehen", erklärte Innenverteidiger Daniel Philipp nach dem Spiel. "Und ehrlich gesagt: Das hat erstaunlich gut geklappt - bis zur 62. Minute."

Denn da kam der Moment des Christian Petrizzi. Nach einem schnellen Seitenwechsel legte Alejandro Nani den Ball perfekt in den Lauf des zentralen Mittelfeldmanns, der trocken ins rechte Eck vollendete - 0:1 für Cerrense. Der Jubel bei den Gästen war so laut, dass man ihn vermutlich bis zum Atlantik hörte. Trainerin Gnipeur strahlte: "Das war genau das, was wir trainiert hatten - eine von hundert Varianten, die endlich funktioniert hat!"

Parque del Plata wirkte kurz geschockt, versuchte dann aber mit Nachdruck, das Spiel zu drehen. Humberto Domingos, der rechte Flügelstürmer, übernahm die Rolle des Antreibers. In der 59. Minute drosch er den Ball knapp über die Latte, in der 76. Minute verfehlte der junge Iker Santos das Tor um Zentimeter. Auf den Rängen wurde es unruhig. Ein älterer Fan hinter der Pressetribüne brummte: "Wenn die den Ball noch einmal querlegen, schrei’ ich!"

Cerrense reagierte defensiv: Nael Marques wurde in der 66. Minute durch den 18-jährigen Joao Mendes ersetzt - frisches Blut für müde Beine. Doch statt Ruhe brachte der Wechsel Nervosität. Und so kam, was kommen musste: In der letzten Minute. Es war die 90., der Schiedsrichter hatte schon auf die Uhr geschaut. Humberto Domingos flankte von rechts, und dort stand Iker Santos - 19 Jahre alt, kaum älter als die Trikots, die er trägt - und köpfte den Ball unhaltbar ins Netz. 1:1! Das Stadion explodierte.

"Ich hab’ einfach die Augen zugemacht und gehofft, dass er reingeht", grinste Santos nach dem Spiel. Sein Trainer, dessen Stimme noch im Jubel unterging, meinte: "Manchmal braucht’s keine Taktik, nur Mut und gute Gene."

Cerrense versuchte noch einmal alles. Ryan Skene, der unermüdliche Linksaußen, zwang Keeper Mendo in der 92. Minute zu einer Glanztat. Dann war Schluss. Ein Punkt für beide - und irgendwie fühlte es sich an wie Sieg und Niederlage zugleich.

Statistisch betrachtet war Cerrense leicht überlegen: 13 zu 8 Torschüsse, dazu eine etwas bessere Zweikampfquote (52,9 Prozent). Doch Parque del Plata zeigte Herz, Kampfgeist und den unerschütterlichen Glauben an die späte Wende. "Wir haben nie aufgegeben", sagte Kapitän Philipp. "Und solange Iker trifft, darf er auch die Kabinenmusik aussuchen."

Trainerin Gnipeur nahm das späte Gegentor sportlich: "Ein 1:1 auswärts ist kein Weltuntergang. Aber wenn man in der 90. Minute den Sieg verliert, schmeckt selbst die beste Pasta nachher fad."

So blieb es beim gerechten Remis eines Spiels, das taktisch ausgewogen, kämpferisch intensiv und emotional höchst aufgeladen war. Und irgendwo zwischen dem Frust der Gäste und der Euphorie der Hausherren summte der Stadionsprecher beim Abpfiff das Lied, das man in diesen Momenten immer hört - leise, aber mit einem Augenzwinkern.

Vielleicht war es kein Fußballfest der Extraklasse, aber eines der Sorte, die man liebt: unvollkommen, unberechenbar und mit einem Helden, der sich das erste Mal in die Geschichtsbücher schoss.

Und während die Flutlichter erloschen, sagte ein Fan mit einem Lächeln: "Wenn man schon nicht gewinnt, dann bitte so."

19.12.643996 18:25
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Wir hatten viele Verletzte, aber das soll den Sieg der Freiburger in keinster Weise schmeicheln.
Andreas Brehme
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