La Razon
+++ Sportzeitung für Argentinien +++

Last-Minute-Schock: Estudiantes La Plata stiehlt Tucuman den Sieg

Ein Spiel, das in Tucumán begann wie ein warmer Frühlingsabend und endete wie ein Drama in drei Akten: FC Tucuman verliert zuhause mit 1:2 gegen Estudiantes La Plata - und das nach einer Führung, die man im Stadion schon fast bejubelnd in Stein gemeißelt sah. 49.311 Zuschauer erlebten ein Wechselbad der Gefühle - und Luca Vandervliet wurde an diesem Samstagabend zur Reizfigur für die einen und zum Helden für die anderen.

Dabei fing alles recht gemächlich an. Tucuman, unter der Leitung von Trainer Louis Noel, startete mit breiter Brust und offensiver Ausrichtung. Estudiantes-Coach Roman Pilgram hatte seine Elf zunächst defensiv eingestellt, wartete auf Fehler - und bekam sie auch fast geliefert. In der 6. Minute prüfte Sergio Valentin erstmals den Gästekeeper Isidoro Quaresma mit einem wuchtigen Schuss, der die Latte streifte. "Da dachte ich mir: Der Ball gehört mir! Leider dachte die Latte das auch", grinste Valentin später bitter.

Die Hausherren hatten in der ersten Halbzeit mehr vom Spiel - 52 Prozent Ballbesitz und neun Abschlüsse zeugen davon -, aber wirklich zwingend wurde es selten. Tucuman spielte gefällig, doch immer ein Pass zu viel, ein Querball zu zaghaft, ein Schuss zu zentral. "Wir wollten mit Köpfchen spielen, aber manchmal braucht man halt einfach den Fuß", kommentierte Trainer Noel trocken.

Estudiantes dagegen blieb ruhig, lauerte auf Konter. Luca Vandervliet, der 32-jährige Flügelflitzer aus Belgien, war schon vor der Pause mehrfach auf und davon, scheiterte aber ebenso regelmäßig an Tucumans Torhüter Goran Nad, der mit spektakulären Paraden glänzte - und gelegentlich theatralisch übertrieb. Nach einer Rettungstat in der 32. Minute küsste er demonstrativ den Pfosten. "Das war für meine Mutter", erklärte er später mit ernstem Blick.

Nach torloser erster Hälfte kam endlich Bewegung ins Spiel. Tucuman blieb offensiv, während Estudiantes nach der Pause etwas mutiger wurde. In der 66. Minute dann die Explosion im Stadion: Rechtsverteidiger Leandro Camara zog auf seiner Seite durch, flankte scharf in den Strafraum - und Sergio Valentin drosch den Ball volley ins Tor. 1:0! Das Stadion bebte, der Stadionsprecher verschluckte sich fast beim Jubelruf.

Aber Fußball wäre nicht Fußball, wenn er nicht gnadenlos wäre. Estudiantes reagierte, Pilgram brachte den jungen Freddie Ramsay, der sofort für Wirbel sorgte. In der 74. Minute legte Ramsay den Ball perfekt auf Vandervliet, der diesmal eiskalt blieb. 1:1 - und Tucumans Defensive schaute sich gegenseitig an, als wollte man klären, wer das Licht ausgemacht hatte.

"Wir haben kurz die Orientierung verloren", gestand Innenverteidiger Domingo Morte, der sich zehn Minuten später die Gelbe Karte abholte. "Aber wenigstens hab ich meinen Namen wieder gehört."

Das Spiel wogte hin und her, beide Seiten suchten den Lucky Punch. Tucuman hatte noch Chancen durch Juanito Yague (63.) und Louis Edwards (65.), doch Keeper Quaresma blieb unüberwindbar. Dann die Nachspielzeit: 94. Minute. Estudiantes drückt, Vandervliet bekommt den Ball auf links, zieht nach innen - und schiebt eiskalt ein. 2:1. Der Jubel im Gästeblock war ohrenbetäubend, während Tucuman das Unheil kaum fassen konnte.

"Ich habe einfach gespürt, dass es mein Moment ist", sagte Matchwinner Vandervliet später, sichtlich zufrieden mit sich und der Welt. Trainer Pilgram grinste nur: "Wir haben bis zum Schluss an unsere Konter geglaubt. Vielleicht hat uns das Schicksal diesmal gemocht - oder einfach Luca."

Für Tucuman bleibt die bittere Erkenntnis, ein gutes Spiel gemacht und trotzdem verloren zu haben. Die Statistik tröstet kaum: mehr Ballbesitz, mehr Passkontrolle, aber weniger Konsequenz. "Wir haben alles gegeben, aber manchmal reicht das nicht. Vielleicht sollten wir einfach ein Tor mehr schießen als der Gegner", sinnierte Coach Noel mit einem Anflug von Galgenhumor.

Tucuman verabschiedete sich unter Applaus, obwohl die Enttäuschung in den Gesichtern stand. Die Fans sangen trotz allem weiter, als wollten sie den Schmerz wegsingen. Und ganz hinten auf der Tribüne meinte ein alter Fan trocken: "Wir haben wenigstens das schönere Tor gemacht."

Ein Spiel, das wieder einmal beweist: Fußball schreibt keine Märchen - er liebt Tragödien. Und Luca Vandervliet war an diesem Abend der tragische Dichter.

14.03.644000 07:47
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Die Nase ist halt eine verletzliche Stelle, und wenn man sie mit den Stollen oder der Fußspitze berührt, kommt es zu Nasenbluten.
Günter Netzer
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager