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Manchmal passt ein Ergebnis einfach perfekt zum Geräusch, das es hinterlässt. Das 0:4 von AD Joan Galves gegen die spielwütige Academia Lima klang wie ein zusammenfallendes Kartenhaus - erst leise knisternd, dann laut krachen. 36 000 Zuschauer waren am Samstagabend Zeuge, wie sich ein Spiel, das zur Halbzeit noch in der Schwebe hing, in 25 Minuten in eine kleine Demontage verwandelte. Die erste Hälfte war ein Muster an Gleichgewicht. Galves spielte mutig, fast schon trotzig offensiv - laut Statistik 50,7 Prozent Ballbesitz -, ohne dabei wirklich gefährlich zu werden. Der junge Esteban Manuel prüfte in der 27. Minute Lima-Keeper Eric Brun mit einem strammen Flachschuss, der allerdings mehr nach Trainingsroutine als nach Torjubel roch. "Wir wollten Druck machen, aber irgendwie war der Ball heute eckig", seufzte später Heimtrainer (dessen Name der Verein geheimnisvollerweise nicht preisgab) mit einem Anflug von Galgenhumor. Lima hingegen lauerte - und lauerte klug. Trainer Olli Kahn, so stoisch wie eh und je, stand mit verschränkten Armen an der Seitenlinie, als wollte er sagen: "Der Sturm kommt schon, keine Sorge." Und der kam. Nach der Pause schaltete die Academia auf Angriffswelle, und Pieter Tilleman, der belgische Flügelflitzer mit dem verschmitzten Grinsen, öffnete in der 55. Minute die Schleusen. Nach feinem Zuspiel von Oscar Hathaway jagte er den Ball unter die Latte, als wollte er allen zeigen, dass Physik in Lima anders funktioniert. Sieben Minuten später setzte Tilleman nach - diesmal nach Vorlage von Luís Makukula, der auf links die Verteidigung von Galves so durcheinanderwirbelte, dass selbst die Eckfahne nervös wackelte. 0:2, und das Publikum begann zu murren. "Ich hab nur kurz geblinzelt, und plötzlich stand’s 0:2", murmelte ein Zuschauer auf der Tribüne, während sein Sitznachbar resigniert das Bier hob. Doch Academia Lima hatte noch nicht genug. Nur vier Minuten später war Jordi Roy an der Reihe - gerade eingewechselt für Seppo Uusimäki, und schon mit der ersten Ballberührung traf der 21-Jährige zum 0:3. Vorlage? Natürlich Tilleman - der Mann, der an diesem Abend alles berührte, was sich in der Offensive bewegte. "Ich hab einfach Spaß gehabt", grinste der Doppeltorschütze hinterher. "Und wenn du Spaß hast, fliegt der Ball halt rein." Das 0:4 in der 80. Minute war schließlich der Deckel auf dem Topf. Matteo Pedivigliano, der ruhige Denker im Mittelfeld, nutzte das Chaos in der Galves-Abwehr zu einem Schuss aus der zweiten Reihe - wuchtig, trocken, unhaltbar. Der Torschrei aus dem Lima-Block klang nach purem Triumph, während man auf der anderen Seite des Stadions die Grillen zirpen hörte. AD Joan Galves hatte seine Chancen, fünf Torschüsse insgesamt, aber keiner fand den Weg ins Netz. Leandro Godino versuchte es zweimal kurz nach Wiederanpfiff, doch Eric Brun parierte mit der Gelassenheit eines Barista, der schon weiß, wie der Cappuccino schmeckt, bevor er ihn serviert. Auch in den Zweikämpfen war Lima das robustere Team: 55,8 Prozent gewonnene Duelle - ein Wert, der die physische Präsenz der Gäste verdeutlicht. Kein Wunder, schließlich hatte Kahn seine Männer mit "starker Aggressivität" in die Partie geschickt. "Wir wollten zeigen, dass wir nicht nur schön spielen, sondern auch beißen können", erklärte der Coach nach dem Spiel und grinste kurz so breit, dass man fast wieder an den alten Titan dachte. Die Gastgeber hingegen wirkten zunehmend ratlos. Aitor Lupus sah bereits in der 19. Minute Gelb, vielleicht ein Vorzeichen für den Frust, der sich später in den Gesichtern seiner Mitspieler spiegelte. Als das vierte Tor fiel, stand ein Teil der Tribüne bereits leer - die Fans hatten offenbar Besseres zu tun, vielleicht das Abendessen retten. Für Academia Lima war es ein Statement-Sieg - effizient, humorlos, klar. Vier Tore aus 14 Abschlüssen, drei Vorlagen aus dem Bilderbuch und eine Abwehr, die so sicher stand, als hätte sie eine Mauer aus Erfahrung und jugendlicher Dreistigkeit gebildet. "Das war heute unser bestes Auswärtsspiel seit Langem", schwärmte Matchwinner Tilleman, bevor er die Journalisten mit einem Augenzwinkern verabschiedete: "Und keine Sorge - ich hab noch Platz im Koffer für den Spielball." Für AD Joan Galves bleibt die Erkenntnis, dass Ballbesitz ohne Ziel gefährlich nach Beschäftigungstherapie aussieht. "Wir haben schön gespielt, aber schön verliert sich schlecht", meinte Kapitän Jacinto Meireles trocken. Ein Spiel, das in der ersten Halbzeit wie ein Schachduell begann, endete als Tanzstunde in Sachen Effizienz. Und während Lima jubelte, blieb Galves nur der leise Trost, dass es immerhin keine fünf wurden. Manchmal ist Fußball eben auch Gnade. 15.10.643999 17:09 |
Sprücheklopfer
Irgendwann mal wieder gewinnen, und das versuchen wir zu probieren.
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