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London Gunners scheitern dramatisch in der Verlängerung - Devils jubeln spät

Das Flutlicht im Emirates Park glühte noch, als die London Gunners enttäuscht in die Kabinen schlichen. 38.711 Zuschauer hatten einen Pokalabend gesehen, wie ihn Drehbuchautoren kaum spannender schreiben könnten - und am Ende jubelten die Manchester Devils über ein spätes 2:1 nach Verlängerung.

Dabei hatte alles so vielversprechend für die Hausherren begonnen. Schon in der sechsten Minute donnerte Humberto Varela, der 33-jährige Routinier auf dem linken Flügel, den Ball nach einer butterweichen Flanke von Rechtsverteidiger Agemar Brito ins Netz. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen, aber Agemar hat ihn irgendwie wieder reingezirkelt", lachte Varela später - bitteres Lachen inklusive. Denn was danach kam, war weniger Gunners-Kunst, mehr Devils-Dampfhammer.

Nur neun Minuten später schlug Manchester zurück. Linksaußen Logan Nolan, der über die gesamte Partie ein Dauerproblem für Londons Abwehr darstellte, nutzte eine Unachtsamkeit in der Defensive und verwandelte nach Vorarbeit von Christopher Bancroft zum 1:1. Die Gunners protestierten vergeblich auf Abseits, der Linienrichter blieb unbeeindruckt. "Das war so klar auf Linie, dass ich fast selbst jubeln wollte", grinste Devils-Coach Ronnie Ekström hinterher und erntete von den Londoner Journalisten eisige Blicke.

Die Partie blieb danach intensiv - ein Wechselbad aus Chancen, Fehlpässen und gelben Karten. Tobias Ludwig von den Devils sah früh Gelb (26.), weil er meinte, Bent Johansson im Stil eines Rugby-Props stoppen zu müssen. Johansson revanchierte sich später mit einer eigenen Verwarnung, als er in der 98. Minute mehr Ball als Gegner sah - nur leider den falschen Ball.

Statistisch hatten die Gunners die Nase vorn: 57 Prozent Ballbesitz, deutlich mehr Kontrolle im Mittelfeld, aber weniger Zielstrebigkeit. Zehn Torschüsse standen zwanzig von Manchester gegenüber. "Wir haben den Ball schön laufen lassen, aber offenbar nicht dahin, wo das Tor steht", knurrte Trainer Hubert Wetzel, der nach der Partie zwischen Resignation und Ironie schwankte.

In der zweiten Hälfte verloren beide Teams etwas an Präzision, nicht aber an Emotion. Die Gunners drängten - besonders über Kai MacAulay, der in der 70. Minute nur Millimeter am Pfosten vorbeizielte. Auf der anderen Seite prüfte Mika Kuqi mehrfach den Londoner Keeper Slobodan Krstajic, der sich mit Katzenreflexen auszeichnete. "Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen, wie oft Kuqi auf mich geschossen hat", sagte Krstajic später, "aber mein rechter Ellbogen hat jetzt seinen Namen verdient."

Nach 90 Minuten blieb es beim 1:1, und Wetzel schickte sein Team mit viel Gestik und einem "Jetzt oder nie!" in die Verlängerung. Doch die zusätzlichen 30 Minuten wurden zum Prüfstein der Nerven - und der Kondition. Während die Gunners zunehmend müder wirkten, wechselte Ekström clever: Manuel Pastorino kam für Jamie Kirwan, Rafet Kisa ersetzte den ausgepowerten Asen Christow. "Frische Beine, alte Idee: nach vorne", erklärte Ekström trocken.

Dann, als alle schon an ein Elfmeterschießen dachten, kam die 122. Minute. Wieder Logan Nolan, wieder eiskalt. Nach einem präzisen Pass von Pastorino schob der Flügelstürmer den Ball aus zehn Metern flach an Krstajic vorbei. Die Devils-Bank explodierte, Ekström riss die Arme hoch, während Wetzel an der Seitenlinie nur stumm den Kopf schüttelte. "Das war kein Lucky Punch", meinte Nolan später, "das war der Plan - auch wenn wir ihn etwas spät umgesetzt haben."

Die Gunners versuchten in den letzten Atemzügen noch einmal alles, aber der Ballbesitz blieb sterile Statistik. Drei Gelbe Karten in der Verlängerung (Johansson, Brito, Moutinho) erzählten mehr über die Frustration als über Angriffslust.

Als der Schlusspfiff ertönte, lagen die Devils in einem einzigen Jubelhaufen, während Brito, der Vorlagengeber zum frühen 1:0, mit leerem Blick im Mittelkreis verharrte. "So ist Fußball", sagte er später in die Mikrofone. "Manchmal trifft man früh - und später nur noch die Realität."

Manchester zieht damit ins Pokal-Halbfinale ein, während London einmal mehr die bittere Erfahrung macht, dass Ballbesitz allein keine Pokale gewinnt. Vielleicht tröstet Wetzel der Gedanke, dass seine Mannschaft wenigstens 120 Minuten lang Stil zeigte. Oder wie ein Fan beim Hinausgehen murmelte: "Wir haben schön verloren - aber wenigstens schön."

Ein Spiel, das alles hatte: frühe Hoffnung, späten Schmerz und dazwischen jede Menge Drama - kurz: ein typischer Pokalabend in England, bei dem die Devils ihren Namen mal wieder alle Ehre machten.

03.11.643996 17:13
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