Diarios de Futbol
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London Stars siegen knapp - und verlieren trotzdem die Nerven

Die London Stars haben im Hinspiel des Achtelfinals der Amerikaliga einen knappen, aber verdienten 1:0-Sieg gegen Alacranes Durango eingefahren - und das mit zehn Mann über fast eine halbe Stunde. 59.000 Zuschauer im ausverkauften StarDome sahen ein Spiel, das weniger durch spielerische Eleganz als durch britische Leidenschaft, mexikanisches Temperament und einen portugiesischen Außenverteidiger in Torlaune glänzte.

Das Tor des Tages fiel in der 27. Minute, und es war eines dieser Tore, die man auf keiner Taktiktafel dieser Welt findet. Rui Arias, eigentlich als rechter Verteidiger für das Zerstören zuständig, fand nach einem Doppelpass mit seinem Mittelfeldmotor Callum Monroe eine Lücke, die es eigentlich gar nicht gab. Ein strammer Schuss aus 18 Metern - und plötzlich zappelte der Ball im Netz. Durangos Keeper Vincent Antolin streckte sich wie eine Katze auf Koffein, kam aber nur noch dekorativ an den Ball.

"Ich habe gar nicht überlegt, ich hab einfach draufgehalten", grinste Arias nach dem Spiel. "Jacqueline wird’s mir verzeihen, dass ich mal aus der Reihe getanzt bin." Trainerin Jacqueline Star nickte später auf der Pressekonferenz trocken: "Wenn meine Außenverteidiger anfangen, Tore zu schießen, dann darf ich wohl nicht meckern."

In der ersten Halbzeit dominierten die Stars über ihre Flügel, wie es die Taktik vorsah. Winston, Cunningham und der flinke Buffet sorgten immer wieder für Betrieb, während Durango in der Mitte dicht machte und auf Konter lauerte. Esteban Bertran und Nelio Conceicao tauchten mehrmals gefährlich vor Keeper Raul Ze Castro auf - aber der Londoner Schlussmann erwischte einen dieser Abende, an denen er höchstens von einem Presslufthammer zu bezwingen gewesen wäre.

"Wir hatten mehr Ballbesitz, mehr Geduld, aber am Ende zählt das Ding im Netz", knurrte Durango-Coach Manni Kaltz. Tatsächlich wiesen die Statistiken 53 Prozent Ballbesitz für seine Mannschaft aus, dazu sieben Torschüsse - exakt so viele wie die Londoner. Nur eben keiner davon erfolgreich.

Nach der Pause erhöhte Durango den Druck, Kaltz brachte den jungen Nevio Pauleta, der frischen Schwung ins Mittelfeld bringen sollte. Doch das Spiel nahm eine andere Wendung: In der 66. Minute verlor Callum Monroe die Contenance. Nach einem harten Einsteigen und noch härteren Worten sah er glatt Rot - und verließ den Platz mit dieser Mischung aus Empörung und schlechtem Gewissen, die nur ein Mittelfeldspieler kennt, der gerade sein Team in Unterzahl gebracht hat.

"Ich wollte nur den Ball treffen", beteuerte Monroe später, "aber der Ball wollte wohl nicht." Seine Trainerin schüttelte den Kopf und murmelte: "Er hat das Herz eines Löwen - und manchmal auch dessen Timing."

Von da an wurde es ein Spiel auf Messers Schneide. Durango drängte, die London Stars verteidigten mit allem, was noch Beine hatte. Winston ackerte vorne, Cunningham sprintete Wege, die kein Mensch sprinten will, und hinten hielt Arias, der Held des Abends, nun plötzlich als Aushilfs-Innenverteidiger dicht.

In der 80. Minute zog Star die Jokerkarte: Finlay Fryer kam für den müden Buffet, Jay Hoskins ersetzte Lockhart. "Ich habe ihnen gesagt: Jungs, ihr habt zehn Minuten, um Helden zu werden - oder wenigstens nicht die Bösewichte", erzählte sie später lachend. Fryer sprintete gleich seinem Namen entsprechend über den Platz, verpasste aber die große Konterchance, als er in der 87. Minute über den Ball trat.

Die letzten Minuten waren ein einziges Durango-Powerplay. Bertran prüfte Ze Castro in der 80. Minute mit einem satten Schuss, und in der Nachspielzeit rauschte der eingewechselte Davib Malfoy (ja, der heißt wirklich so) noch einmal haarscharf am Ausgleich vorbei.

Als Schiedsrichter Allister McDowell abpfiff, lag die halbe Londoner Mannschaft erschöpft auf dem Rasen, während Durango ratlos in den Nachthimmel starrte. "Wir haben alles gegeben, aber Fußball ist manchmal ein grausamer Sport", seufzte Kaltz.

Für die London Stars ist der 1:0-Erfolg ein Arbeitssieg mit Schönheitsfehler - und einem Hauch von Drama. Das Rückspiel in Durango verspricht Spannung pur. Jacqueline Star fasste es gewohnt trocken zusammen: "Wenn wir da unten gewinnen wollen, müssen wir ruhig bleiben. Und Callum vielleicht zu Hause lassen."

Ein Sieg mit Herz, ein Platzverweis mit Nachgeschmack und ein Außenverteidiger mit Torinstinkt - London liebt solche Geschichten. Und wer weiß, vielleicht schreibt Rui Arias ja im Rückspiel wieder eine.

29.09.643996 11:09
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