La Prensa Libre
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Löwenbiss in Alajuela - Generalena siegt trotz Unterzahl 2:1

Ein heißer Abend in Alajuela, 32.968 Zuschauer, tropische Luft und ein Fußballspiel, das alles hatte: frühe Tore, eine rote Karte, aufgebrachte Trainer und ein Publikum, das sich bis zur letzten Minute Hoffnungen machte. Am Ende jubelten aber nicht die Gastgeber von CD Alajuela, sondern die "Lions" aus Generalena, die mit Zähnen, Klauen und einem Hauch Zynismus ein 2:1 über die Zeit retteten.

Dabei begann alles so, wie es Trainer Fritz Brause wohl in seinen Albträumen gesehen hatte. Kaum hatte der Schiedsrichter angepfiffen, da zeigte Morgan Robinson, der quirligste Rechtsaußen der Liga, warum man ihn "den Blitz von San Isidro" nennt. In der 4. Minute zog er nach feiner Vorarbeit von Spielmacher Cesc Pascual ab - und plötzlich war es mucksmäuschenstill im Stadion: 0:1.

"Wir waren noch beim Einlaufen im Kopf", knurrte Brause später mit einem Lächeln, das man eher als Grimasse deuten konnte. "Robinson hat uns einfach überrumpelt. Der war schon warm, bevor wir überhaupt geschwitzt haben."

Wer glaubte, das frühe Gegentor würde Alajuela wecken, sah sich getäuscht. Die Hausherren hatten zwar viel Ballbesitz (am Ende 59 Prozent), doch spielten sie damit, als wäre der Ball ein rohes Ei. Die Lions dagegen verteidigten tief, bissig, und schalteten gnadenlos um. In der 36. Minute war es dann Antonio Coelho, der nach einem präzisen Zuspiel von Robinson die Führung ausbaute. Sein Schuss - trocken, flach, unhaltbar. 0:2.

"Das war wie ein alter Western", grinste Generalenas Trainer Gerd Hauser später. "Zwei Schüsse, zwei Treffer, und dann Barrikaden bauen."

Und genau das taten seine Löwen. Nach der Pause zog sich Generalena zurück, verteidigte kompakt, und brachte Alajuela zur Verzweiflung. Vicente Arredondo rannte, passte, schoss - aber Keeper Javier Montanes hatte einen dieser Abende, an denen er wohl auch eine Erbse gehalten hätte.

Das Spiel bekam dann ab der 60. Minute den Charakter eines kleinen Dramas. Roberto Orlando, eben erst eingewechselt, sah nach einem rustikalen Einsteigen Rot. "Ich wollte nur den Ball treffen, ehrlich", beteuerte er in der Mixed Zone. "Leider war da zuerst das Schienbein." Hauser hielt sich da kurz: "Dumm. Einfach dumm."

Mit einem Mann mehr witterte Alajuela Morgenluft. Julian Santos flankte, Daniel Jowow köpfte, Martin Fukal wirbelte - doch immer wieder war ein Bein, ein Kopf oder der Pfosten im Weg. In der 63. Minute sah Antonio Ze Castro Gelb, nachdem er seinen Frust mit einem taktischen Foul abreagiert hatte.

Dann die 86. Minute: endlich der verdiente Anschluss! Arredondo, unermüdlicher Antreiber des Heimteams, traf nach feinem Zuspiel von Fukal zum 1:2. Das Stadion explodierte, Brause riss die Arme hoch, und selbst der Stadionsprecher überschlug sich fast beim Namen des Torschützen.

"Ich dachte kurz, wir drehen das noch", sagte Arredondo später. "Aber die Lions haben sich dann festgebissen - wie ihr Name eben."

Und tatsächlich: Trotz Dauerbelagerung und sieben Torschüssen in den letzten zehn Minuten hielt Generalena stand. Montanes pflückte Flanken, Bettencourt grätschte, als hinge sein Leben davon ab, und Hauser schrie von der Seitenlinie: "Noch fünf Minuten, Männer! Noch fünf!" - als wolle er die Uhr hypnotisieren.

Am Ende blieb es beim 2:1 für die Gäste. Die Statistik sprach zwar für Alajuela - mehr Ballbesitz, mehr Schüsse (11 zu 10) -, aber Fußball wird bekanntlich in Toren gemessen, nicht in Prozenten.

"Wir haben zu spät angefangen, Fußball zu spielen", resümierte Coach Brause. "Vielleicht sollten wir das nächste Mal schon beim Aufwärmen mit dem Toreschießen anfangen."

Hauser hingegen grinste breit und zog sich den Schweiß von der Stirn. "Zwei Auswärtstore, ein Platzverweis, drei Punkte - das nenne ich Effizienz."

Ein Zuschauer fasste es beim Verlassen des Stadions treffend zusammen: "Die Lions haben heute nicht gewonnen, sie haben überlebt. Und das ziemlich gut."

Ein gerechtes Ergebnis? Vielleicht nicht. Ein spannendes Spiel? Ganz sicher. Und wer weiß - in der Rückrunde könnten die Rollen vertauscht sein. Aber für diesen Abend gilt: Die Löwen aus Generalena haben in Alajuela gebrüllt - und keiner konnte sie stoppen.

23.08.644000 09:34
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Ich habe mit Erich Ribbeck telefoniert, und er hat zu mir gesagt, ich stehe für die Maltareise nicht zur Verfügung.
Andreas Möller
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