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Es war einer dieser Abende, an denen der Fußball sein schönstes Gesicht nur kurz zeigt - und es dann eilig wieder unter die Decke zieht. Lions Generalena besiegte Inti Gas Deportes am ersten Spieltag der Amerikaliga mit 1:0, und doch fühlte sich das Ergebnis wie ein Roman in 90 Kapiteln an. 41.300 Zuschauer im brüllenden Generalena-Stadion sahen kein Feuerwerk, aber einen Sieg, der sich mit jedem Schweißtropfen redlich verdiente. Trainer Gerd Hauser hatte seine Löwen defensiv ausgerichtet, ganz in der alten Schule: lieber sicher stehen als heldenhaft untergehen. "Ich habe gesagt, Jungs, wir spielen heute wie ein Fels in der Brandung - nur bitte ohne Strandurlaub", grinste Hauser nach dem Spiel. Sein Gegenüber Arjen Robby, bekannt für seine stürmische Offensive, setzte dagegen auf Angriff aus allen Lagen. "Wir wollten von Anfang an Druck machen", erklärte er. "Leider kam nur der Blutdruck in Fahrt." Das Spiel begann mit einem Paukenschlag, oder eher: einem dumpfen Schlag in die Handschuhe von Inti-Torwart Xabier Etxebarria. Bereits in der ersten Minute prüfte Logan Combe den 35-jährigen Schlussmann mit einem satten Linksschuss - der erste von elf Torschüssen der Hausherren. Generalena legte los wie ein Espresso, Inti Gas antwortete mit einem doppelten Ristretto: Angriff um Angriff, aber ohne Süße im Abschluss. Die erste Halbzeit war ein Lehrfilm in Sachen "So verteidigt man mit Herz, aber ohne Ball". Inti Gas hatte leicht mehr Ballbesitz (52,3 Prozent), kombinierte gefällig, und trotzdem landete das Leder meist dort, wo es Hauser sehen wollte: weit weg vom eigenen Tor. Einzig Elroy Sane (20. und 33. Minute) sorgte für Gefahr, verfehlte aber jeweils knapp. Der junge Rechtsverteidiger Luís Melendez sah Gelb, weil er Sane einmal zu temperamentvoll stoppte - "Ich wollte nur Hallo sagen", rechtfertigte sich der 21-Jährige später mit einem Grinsen. Nach der Pause änderte sich wenig, außer dass beide Trainer zunehmend gestikulierten, als wollten sie den Ball mit den Händen ins Tor wedeln. Antonio Coelho prüfte erneut Etxebarria (52., 68.), während auf der anderen Seite Sergio de Almeida zwei gute Möglichkeiten liegen ließ. Das Publikum begann, unruhig zu werden - ein paar Pfiffe, ein paar ironische "Ole"-Rufe bei jedem Rückpass. Dann kam die 73. Minute, und mit ihr der Moment, für den man den Eintritt bezahlt. Logan Combe, der laufstarke Linksaußen mit der Ausdauer eines Marathonläufers, zog nach Pass von Anders Fjortoft von links in die Mitte, ließ zwei Verteidiger stehen und schob den Ball flach ins lange Eck. 1:0 - und das Stadion explodierte. "Ich dachte erst, der Pfosten rettet sie wieder", lachte Combe später. "Aber diesmal hat der Ball einfach gemacht, was ich wollte. Ein Wunder!" Inti Gas reagierte mit wütenden Angriffen, Trainer Robby brachte frische Kräfte: Szalay, Gutierrez und de Almeida mussten runter, da Costa, Prieto und Besserer kamen. Doch das Glück blieb auf Seiten der Löwen. In der 87. Minute hatte Florian Szalay noch eine letzte Chance, doch Generalenas Torwart Javier Montanes hielt mit der Ruhe eines Mannes, der schon alles gesehen hat. "Ich hab nur die Augen zugemacht und gehofft, dass er mich trifft", scherzte Montanes. Die Schlussminuten waren ein Nervenkrimi mit Gelben Karten im Minutentakt: Ghalib Spiegler (83.), Enzo Fossato (91.) und Cesc Pascual (93.) schrieben sich noch ins Notizbuch des Schiedsrichters. "Da war mehr Gelb als auf einer Bananenplantage", murmelte ein Fan auf der Tribüne. Am Ende jubelten die Lions über drei Punkte, die sie sich mit eiserner Disziplin erkämpften. Statistisch war es ein Duell auf Augenhöhe: 11 zu 10 Torschüsse, fast ausgeglichener Zweikampfwert (50,4 zu 49,6 Prozent) - doch das Zünglein an der Waage hieß Combe. Trainer Hauser brachte es auf den Punkt: "Schön war’s nicht, aber erfolgreich. Und das ist ja fast dasselbe." Sein Kollege Robby hingegen schüttelte den Kopf: "Wir hatten genug Chancen. Aber Fußball ist kein Wunschkonzert." Vielleicht nicht - aber manchmal reicht eine einzige Melodie. In Generalena klang sie an diesem Abend nach einem einzigen, goldenen Ton: 1:0. Und als die Flutlichtlampen erloschen, hörte man noch einen Fan sagen: "War nicht schön, aber wenigstens gewonnen. Ich nehm das!" Ein Satz, den Gerd Hauser wohl sofort unterschreiben würde. 27.12.644002 21:39 |
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