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An einem kühlen Aprilabend verwandelte sich das kleine Stadion der Monaghan Magics in einen brodelnden Hexenkessel. 20.000 Zuschauer - so viele wie schon lange nicht mehr - sahen ein Spiel, das in seiner Dramaturgie irgendwo zwischen Abwehrschlacht, Torwartgala und Nervenkrimi lag. Am Ende reichte den Magics ein einziger Moment der Inspiration, um die Waterford Reds mit 1:0 (1:0) niederzuringen. Der Held des Abends hieß Rui Valente. In der 26. Minute nahm der 22-jährige Flügelflitzer einen feinen Pass von Cameron Giles auf, zog mit einem Haken nach innen und drosch den Ball wuchtig ins lange Eck. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Valente später in die Mikrofone. "Manchmal muss man nicht nachdenken - das ist bei mir meistens eine gute Idee." Danach war vor allem eines gefragt: überleben. Waterford schoss aus allen Lagen, 19 Mal insgesamt, doch Monaghans Torwart Rhys Kinsella wuchs über sich hinaus. In der 33. Minute parierte er einen Kopfball von Riley Reid aus fünf Metern, in der 84. Minute kratzte er einen Flatterball von Frederic Baillon aus dem Winkel. "Ich wusste gar nicht, dass ich so gelenkig bin", keuchte Kinsella nach Abpfiff, während er sich die Knie bandagieren ließ. Die Reds von Coach Costa Brava wirkten, als hätten sie einen Pakt mit dem Torpfosten geschlossen - nur dummerweise stand der immer im Weg. Brava stapfte nach dem Spiel über den Rasen, hob die Arme und rief in Richtung Himmel: "Was soll man denn noch machen? Selbst wenn wir mit zehn Bällen spielen, fällt keiner rein!" Statistisch war Waterford klar überlegen: mehr Ballbesitz (51:49 Prozent), bessere Zweikampfquote und ein offeneres, aggressiveres Pressing, besonders nach der Pause. Doch Fußball ist eben keine Excel-Tabelle. Die Magics verteidigten mit allem, was Beine hatte - und manchmal auch mit allem, was zufällig im Weg stand. In der 80. Minute holte sich Mittelfeldchef John Doyle eine Gelbe Karte ab, weil er, wie er später erklärte, "den Ball eigentlich streicheln wollte". Kurz darauf folgten Morgan Aldridge und Stig Östergaard mit ebenfalls gelben Verwarnungen - drei Einträge ins Notizbuch des Schiris innerhalb von drei Minuten. Die Szene des Spiels, abgesehen vom Tor, ereignete sich aber in der 87. Minute: Wieder Riley Reid, wieder freistehend, diesmal nach einem Querpass von Krejci. Der Ball flog - und landete, man glaubt es kaum, auf dem Parkplatz hinter dem Nordtor. Ein Ordner soll später gesagt haben: "Wenn das Ding reingeht, hätte ich ihm persönlich das Trikot gewaschen. So musste ich nur das Auto putzen." Monaghans Trainer - der in den offiziellen Unterlagen anonym blieb, aber an der Seitenlinie lautstark Regie führte - rief in der Nachspielzeit seine Spieler zusammen: "Alles nach hinten, Jungs, sogar der Busfahrer!" Und tatsächlich: In den letzten Minuten standen elf Magics im eigenen Strafraum, während Waterford verzweifelt anrannte. Nach dem Abpfiff feierten die Fans ihre Mannschaft, als wäre der Klassenerhalt schon besiegelt. Rui Valente wurde auf den Schultern getragen, Kinsella bekam Standing Ovations, und John Doyle kommentierte trocken: "Wir wollten das Spiel kontrollieren - hat nur der Gegner nicht mitgemacht." Trainer Costa Brava hingegen verschwand wortlos im Kabinengang. Erst später, in der Pressekonferenz, brachte er es auf den Punkt: "Wenn du 19 Torschüsse hast und keiner reingeht, dann hat das nichts mit Glück zu tun - das ist Pech in Reinkultur." So bleibt von diesem 24. Spieltag der 1. Liga Irland vor allem die Erkenntnis: Die Magics können zaubern, wenn sie müssen, und Waterford kann verzweifeln, wenn es nicht läuft. Ein Spiel, das in keiner Highlight-Zusammenfassung fehlen wird - nicht wegen der Tore, sondern wegen all jener, die eben nicht fielen. Und irgendwo, zwischen den jubelnden Fans und den fluchenden Gästen, stand ein junger Flügelspieler, grinste in die Abendsonne und sagte: "Wenn wir so weiter verteidigen, brauchen wir vorne nur noch ein Tor pro Woche." Vielleicht ist das die neue Monaghan-Formel - simpel, schmerzhaft, aber verdammt effektiv. 22.10.643996 19:53 |
Sprücheklopfer
Es war von vornherein klar, dass Leverkusen die stärkere Mannschaft ist. Wir haben derzeit niemanden, der gegen Neuville hätte spielen können - außer mir vielleicht.
Felix Magath